Biden will mit Republikern zusammenarbeiten

Biden entscheidet Anfang 2023 über Wiederkandidatur

Donnerstag, 10. November 2022 | 04:32 Uhr

Nach dem ausgebliebenen Debakel seiner Demokraten bei den US-Zwischenwahlen will Präsident Joe Biden Anfang 2023 über die Wiederkandidatur für das Weiße Haus entscheiden. “Meiner Meinung nach werden wir Anfang nächsten Jahres ein Urteil fällen”, sagte der 79-Jährige am Mittwoch. Bei der Wahl am Dienstag schnitten die Demokraten besser ab als erwartet. Ob sie die Mehrheit im Repräsentantenhaus und bzw. oder dem Senat halten, ist noch offen.

Bis es Klarheit gibt, könnten noch mehrere Tage oder gar Wochen vergehen. Den Republikanern werden etwas bessere Chancen eingeräumt, eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus zu gewinnen. Im Senat könnte ein einzelner noch zu vergebender Sitz über die Kontrolle der zurzeit knapp von den Demokraten kontrollierten Kammer entscheiden. Vor der Wahl waren zum Teil haushohe Siege der Republikaner erwartet worden, die jedoch ausblieben.

Biden hob bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus hervor, dass die Demokraten neben dem Senat auch immer noch die Mehrheit im Repräsentantenhaus verteidigen könnten. “Aber es wird sehr eng”, räumte er ein.

Für die Mehrheit im Repräsentantenhaus sind 218 Sitze notwendig. Mit den Abstimmungen, zu denen es bereits Ergebnisse oder Prognosen zum Gewinner gibt, kommen die Republikaner bisher auf 207 Mandate und die Demokraten auf 187. Schlägt man ihnen die Abstimmungen zu, in denen sie aktuell vorne liegen, zeichnet sich eine knappe Mehrheit von 220 Stimmen für die Republikaner ab.

Im Senat fällt die Entscheidung in knappen Rennen in drei besonders umkämpften Bundesstaaten. In Georgia, Arizona und Nevada war auch in der Nacht auf Donnerstag noch offen, ob Demokraten oder Republikaner die entscheidenden Senatorenposten bekommen. Das besonders knappe Rennen zwischen Amtsinhaber Raphael Warnock und dem republikanischen Herausforderer Herschel Walker in Georgia entscheidet sich erst am 6. Dezember in der Stichwahl. Sollten nicht bereits die Auszählungen der restlichen Stimmen in Arizona und Nevada Klarheit bringen, könnte erst damit feststehen, wer künftig die Mehrheit in der oberen US-Kongresskammer hat.

Biden betonte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Republikanern. Er sei bereit zu Kompromissen bei vielen Fragen. Allerdings werde er mit seinem Veto jedes Gesetz der Republikaner blockieren, das ein landesweites Verbot von Abtreibungen oder eine Aushöhlung der Gesundheitsvorsorge zum Ziel haben sollte.

Der bisherige republikanische Minderheitsführer im Abgeordnetenhaus, Kevin McCarthy, gab sich siegesgewiss und sagte Reportern am US-Kapitol, dass er mit Biden telefoniert habe. McCarthy will Vorsitzender der Kammer werden.

Biden äußerte die Hoffnung, dass man nach der Wahl gemeinsam weiter die Ukraine unterstützen werde. Die USA sind der wichtigste Lieferant von Waffen für das Land, das seit Ende Februar gegen den Angreifer Russland kämpft. Die Republikaner hatten vor der Wahl signalisiert, dass es keinen “Blankoscheck” für die Ukraine geben werde, falls sie die Mehrheit gewinnen sollten. Biden konterte, dass es auch von den Demokraten keinen Blankoscheck gebe.

Der 79-Jährige bekräftigte, er habe grundsätzlich die Absicht, bei der Präsidentenwahl 2024 wieder anzutreten. Es sei aber letztlich eine Entscheidung der Familie. “Ich denke, alle wollen, dass ich kandidiere, aber wir werden es besprechen.” Er habe keine Eile und werde eine Entscheidung nicht davon abhängig machen, was sein Vorgänger tue.

Der republikanische Ex-Präsident Donald Trump hatte am Vorabend der Wahl für den 15. November eine “sehr große Mitteilung” angekündigt. Es wird erwartet, dass es dabei um die Ankündigung einer neuen Präsidentschaftskandidatur gehen dürfte. Das Abschneiden der Republikaner bei der Wahl schwächt aber die Position von Trump, der auch letztlich unterlegene Kandidaten wie den TV-Doktor Mehmet Oz im Rennen um einen Senatssitz unterstützt hatte. Es war offen, was das für Trumps Pläne bedeuten könnte.

Als möglicher Rivale für Trump im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur gilt Floridas Gouverneur Ron DeSantis. Er wurde mit deutlicher Mehrheit in seinem Amt bestätigt – und ging damit gestärkt aus dem großen Wahltag hervor.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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24 Kommentare auf "Biden entscheidet Anfang 2023 über Wiederkandidatur"


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Plusminus
Plusminus
Grünschnabel
26 Tage 17 h

Bei den Amis wird gefühlt, durchgehend gewält, nach der Wahl gehts gleich wieder los zur nächsten Wahl. Das System dort mit den gekauften Polikern und den total überteuerten Wahlen ist sowieso bedenklich. Wieviele von den Gewählten sind wirklich Politiker oder nur Schauspieler oder Millonäre die mal Lust auf eine Titel in der Politik haben und von alle dem gleich viel Ahnung haben wie die Kuh vom Eier legen

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
26 Tage 16 h

plusm…..
Hast du dich schon mal in Italien in der Politik umgeschaut?
Wenn man im Glashaus sitzt sollte man mit den Steine vorsichtig sein!

Neumi
Neumi
Kinig
26 Tage 16 h

Quereinsteiger sind auch bei uns beliebt.
Siehe einige der letzten Staatspräsidenten. Die hatten noch nie eine richtige Position inne.

Doolin
Doolin
Kinig
26 Tage 15 h

@Neumi
…welchen Staatspräsidenten meinst du?…

N. G.
N. G.
Kinig
26 Tage 14 h

Nun, nehmen wir Deutschland aber auch Itali. Da wird gefühlt dauernd gewählt und in den USA sinds nur 2 Wahlen die von Belang sind. Diese und die Präsidenten Wahl. Auserdem, es ist im Grunde gut, dass sich Kandidaten die Wahlen SELBST finanzieren müssen. Wer zahlt das letztendlich bei uns?
“Gekaufte” Politiker… GRINS, die haben wir auf der ganzen Welt!

N. G.
N. G.
Kinig
26 Tage 14 h

@Neumi In dem Punkt irrst du, gerade die “nicht gewählten”, am Ende waren sie gewählt, denn wir haben nun mal dieses System, waren mit die Besten, weil sie nicht aus dem Sumpf kamen und schon Postrn inne hatten!

Faktenchecker
26 Tage 12 h

Unser Italien hat eine faschistische Regierung. Die USA nicht.

N. G.
N. G.
Kinig
26 Tage 12 h

@N. G. Offen gesagt, hab ich Neumi geschrieben, jemand der was im Kopf hat und die Minus Drücker sollten schreiben, wenn sie denn imstande sind und sonst , sorry , einfach zu doo..!

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
26 Tage 10 h

@Faktenchecker: noch nicht! Könnte sich in 2 Jahren ändern….Diese Welle hin zu frei erfundenen Unterstellungen, übergriffigen Behauptungen, Rechthaberei, Beschimpfungen, Egoismus und Fanatismus gibt es von Alaska bis Wladiwostok. Und noch sehe ich nicht, dass sich daran etwas grundlegend verändert. Dachte immer: Ok, sollen sie ‘s mal probieren, dann werden sie zumindest für die Zukunft etwas lernen, wenn alles nur noch schlimmer wird. Aber das Gedächtnis ist leider nur sehr kurz. Das sehen wir auch anderswo auf diesem Globus!

Plusminus
Plusminus
Grünschnabel
26 Tage 3 h

Nein hier wird nicht viel gewechselt, ohne zu wählen. In den USA wird alle 2 Jahre gewählt und es gibt nur schwaz oder weiß, Republikaner oder Demokraten, eine Partei legt dann immer für 2 Jahre den Presidenten lahm und Gesetze werden blockiert. Plus zahlen die auch nichts selbst sondern haben ihre Sponsoren, die Waffenlobie zbsp

Plusminus
Plusminus
Grünschnabel
26 Tage 3 h

Mein Fehler, hier wird viel gewechselt, ohne Wahlen

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
25 Tage 14 h

@Plusminus….”Wahlkampf” findet im Grunde genommen überall dauerhaft statt. Nur das sich die Modi unterscheiden. Die Regierenden “Verteidigen” ihre Position und die Oppositionellen “Greifen an”, um Verlorengeganges zurück zu erobern….

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
25 Tage 14 h

@N. G…in Deutschland suchen sie noch heute nach den “Sponsoren” des “Bimbes Saumagen”….

Dagobert
Dagobert
Kinig
26 Tage 18 h

Wies ausschaut hobm die Amis decht no es Hirnkastl eingscholtn!
Trump go Home, deine Zeit isch vorbei.

Zugspitze947
26 Tage 16 h

Hoffen wir dass es sich so stabilisiert,denn den Lügner und Hetzer TRUMPL braucht Niemand mehr 🙁

Fuchsschwoaf
Fuchsschwoaf
Grünschnabel
26 Tage 12 h

Trump wird für die Republikaner zunehmend als ein Klotz am Bein.
Es wird Zeit das sich die Republikaner nach einem neuen Spitzenkandidaten mit etwas Hirn umschauen.
Dürfte doch nicht so schwer sein, denn dümmer geht wohl nicht.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
25 Tage 14 h

@Fuchsschwoaf….Dass es nicht dümmer geht, sagt man so leicht. Beurteile bitte selbst: Eine glühende 🏀 Anhängerin sagte nach einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner in einer KIRCHE !! in einem TV Interview sinngemäß: ” Sollten die Demokraten ihnen (die Rep.) weiterhin Wahlen “stehlen”, dann müsste man halt Leute wie z.B. die Clintons oder Obamas “KÖPFEN”….

offnzirkus
offnzirkus
Superredner
26 Tage 14 h

Jetzt werden die republikanischen populisten sicher wieder behaupten dass die mid-terms gefälscht sind. Den Amis ist so oder so nicht mehr zu helfen angesichts der hetze die die Republikaner betreiben. Ist nur zu hoffen dass kein Bürgerkrieg entsteht, oder besser gesagt: die Amis sind schon mitten drin!

Doolin
Doolin
Kinig
26 Tage 12 h

…der 🏀 Dodel schreit schon von Wahlbetrug…

N. G.
N. G.
Kinig
26 Tage 13 h

Es ist traurig um die Demokratie bangen zu müssen und dazu bei einem Land das derart wichtig für die Welt ist. Würden die Einen sagen, die Anderen waren und sind für Typen wie Trump. Amerika first, Italen zuerst, Europa zuerst!?

>>>Lasst doch die Wirtschaftsflüchtlinge verrecken, sie bestehelen uns nur<<<

Traurig ist nur der Egoismus der die Menschen in Europa dazu treibt genau wie die Amis zu wählen! Harren wir der Dinge, vielleicht sind am Ende die Amis dich noch schlauer als die Europäer die ganz abdriften (Italien)!

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
26 Tage 14 h

Wer hätte das gedacht. Für Biden sprachen seine “Beliebtheitswerte” nun wirklich nicht. Aber offensichtlich sind Die vom 🏀 noch schlechter. Es besteht noch Hoffnung 🙏🙏…

sophie
sophie
Kinig
26 Tage 3 h

Na schoude, ischa awian gschwächt inso Blondschopf, krigga Gegnwind aus die eignen Reihn

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
25 Tage 14 h

Es ist mir zwar nicht gänzlich egal, wie das Endergebnis letztendlich ausfällt. Aber im Vordergrund steht für mich die Aussicht, dass der 🏀 endlich und ENDGÜLTIG von der politischen Bühnen verschwinden könnte. Wenn sich eine Mehrheit der Republikaner für einen anderen Kandidaten entscheidet, können diverse Staatsanwaltschaften und Gerichte ihre Arbeit in Sachen 🏀 🏛 🧱 intensivieren….

Zugspitze947
25 Tage 8 h

Rudolf : ich hoffe seeeehr dass der Rote LÜGNER doch noch im Knast landet und dort auf seine Freunde trifft 😉

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