US-Staatsoberhaupt hat "sehr milde Symptome"

Biden mit Coronavirus infiziert

Donnerstag, 21. Juli 2022 | 20:30 Uhr

US-Präsident Joe Biden hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 79-Jährige sei am Donnerstagmorgen (Ortszeit) positiv getestet worden, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Er habe “sehr milde Symptome” und habe mit der Einnahme des Covid-19-Medikaments Paxlovid begonnen. Biden selbst schrieb auf Twitter, dass es ihm gut gehe. “Leute, mir geht es großartig. Danke für Eure Anteilnahme.”

Biden postete in dem Kurznachrichtendienst ein Foto, das ihn in Hemd und Sakko am Schreibtisch zeigt. Er habe gerade Senator Casey, den Kongressabgeordneten Cartwright und Bürgermeister Cognetti (und seine Cousins aus Scranton) angerufen, um sein Bedauern darüber auszudrücken, dass er die Besprechung verpasst habe. “Ich habe viel zu tun!”, betonte Biden.

Das Weiße Haus hatte mitgeteilt, dass in Übereinstimmung mit den Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC Biden sich im Weißen Haus isolieren werde. Er werde während dieser Zeit weiterhin “alle seine Pflichten in vollem Umfang wahrnehmen”. An den für Donnerstag geplanten Besprechungen wollte er demnach per Telefon und Videokonferenz von seinen Wohnräumen im Weißen Haus aus teilnehmen.

Biden hatte am Mittwoch noch den Bundesstaat Massachusetts besucht. In der Mitteilung von Biden-Sprecherin Karine Jean-Pierre hieß es am Donnerstag, alle engen Kontaktpersonen des Präsidenten würden informiert, einschließlich der Delegationsmitglieder bei der Reise. Biden sei zuletzt am Dienstag negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Biden werde in Isolation arbeiten, bis er wieder negativ getestet werde. Aus Gründen der Transparenz werde das Weiße Haus täglich über den Gesundheitszustand des Präsidenten berichten.

Nach Angaben des Weißen Hauses ist der US-Demokrat vollständig gegen das Virus geimpft und hat zwei Auffrischungsimpfungen erhalten. Zuletzt hatte es in seiner Regierung und seinem Umfeld jedoch eine Fülle von Corona-Infektionen gegeben – ebenfalls bei Geimpften.

Biden gehört wegen seines hohen Alters zu den Risikogruppen. Sollte der Präsident wegen der Infektion zu irgendeinem Zeitpunkt seine Amtsgeschäfte nicht ausüben können oder gar sterben, müsste Vizepräsidentin Kamala Harris einspringen. Die 57-Jährige war im April ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sollte auch Harris das Amt nicht ausüben können, wäre an dritter Stelle der Rangfolge die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Auch die 82-Jährige war im April positiv getestet worden.

Aus dem Weißen Haus hieß es am Donnerstag, der Test von Harris sei negativ ausgefallen. Harris sei zuletzt am Dienstag mit Biden zusammengewesen. Die Vizepräsidentin werde auf Anraten des medizinischen Teams des Weißen Hauses eine Maske tragen.

In einem Schreiben von Präsidentenarzt Kevin O’Connor hieß es, bei Biden seien ein Antigen- und ein PCR-Test positiv ausgefallen. Biden habe als Symptome angegeben, dass seine Nase laufe, er müde sei und gelegentlich einen trockenen Husten aufweise. Als Arzt habe er daher Paxlovid verschrieben. Die frühe Einnahme des Medikaments schütze zusätzlich zu den Impfungen vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Biden ist nicht der erste US-Präsident, der sich infiziert hat: 2020 hatte sich der damalige Amtsinhaber Donald Trump mit dem Virus angesteckt – weniger als fünf Wochen vor der Präsidentenwahl, aus der Biden als Gewinner hervorging. Trump steckte sich zu einem Zeitpunkt an, als noch keine Impfstoffe verfügbar waren. Er musste sich damals zeitweise im Walter-Reed-Militärkrankenhaus behandeln lassen. Auch danach verharmloste er die Gefahr durch das Virus aber weiterhin.

First Lady Jill Biden sagte bei einem Besuch in Detroit, sie habe wenige Minuten zuvor mit ihrem Ehemann gesprochen. “Es geht ihm gut.” Sie selber sei am Donnerstagmorgen negativ getestet worden. Die 71 Jahre alte First Lady trug vor den Kameras eine Maske.

Biden wollte am Donnerstag zu Mittag eigentlich nach Wilkes-Barr im US-Bundesstaat Pennsylvania reisen. Dort wollte er eine Ansprache zur verbreiteten Waffengewalt in den USA halten. Nach den jüngsten Amokläufen in den USA hatte Biden im vergangenen Monaten ein schärferes Gesetz gegen Schusswaffengewalt in Kraft gesetzt, das auf einem Kompromiss zwischen seinen Demokraten und den Republikanern im Kongress beruht. Nach Ansicht von Kritikern geht es längst nicht weit genug. Schärfere Regelungen scheitern immer wieder am Widerstand der Republikaner im Kongress und an der mächtigen Waffenlobby NRA.

In den vergangenen Monaten war es zu zahlreichen Corona-Fällen in der Polit-Prominenz der US-Hauptstadt Washington gekommen. So testeten nach einer Abendveranstaltung Anfang April mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer positiv auf das Virus, wie US-Medien damals unter Berufung auf die Veranstalter berichteten. Darunter waren Justizminister Merrick Garland, Handelsministerin Gina Raimondo, mehrere Kongressabgeordnete sowie der Kommunikationsdirektor von Vizepräsidentin Kamala Harris und andere Mitarbeiter des Weißen Hauses.

Auch andere Staats- und Regierungschefs auf der Welt hat es bereits erwischt: unter anderen den britischen Premier Boris Johnson, den kanadischen Premier Justin Trudeau, Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel. Johnson musste zeitweise auf einer Intensivstation behandelt werden.

In den USA hat die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser wegen einer Covid-Infektion in den vergangenen Wochen wieder zugenommen, sie ist allerdings weiterhin deutlich unter dem Höchststand vom Jänner. In dem Land mit seinen gut 330 Millionen Einwohnern liegt die Zahl der nach einer Infektion verstorbenen Patienten bei rund 350 pro Tag. Die Totenzahl ist in den vergangenen Wochen relativ konstant geblieben. In den USA dominiert inzwischen die Omikron-Sublinie BA.5.

Von: APA/dpa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Biden mit Coronavirus infiziert"


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Mikeman
Mikeman
Kinig
27 Tage 30 Min

kenne auch paar Fälle da gabs anfänglich auch leichte  Symptome und in einer Woche waren sie weg vom Fenster.

Philingus
Philingus
Superredner
26 Tage 23 h

kenne auch paar Fälle die Kommentare schrieben, die im Reich der Bedeutungslosigkeit endeten

primetime
primetime
Kinig
26 Tage 22 h

Danke dass du endlich Einsicht zeigst

OH
OH
Superredner
27 Tage 19 Min

Der Biden ist nicht nur mit dem Corona-Virus infiziert, da muss noch mehr sein !!!!!

InFlames
InFlames
Tratscher
26 Tage 23 h

@OH
Aha, das da wäre??? Dann lass uns doch an deinem Wissen teilhaben!!!!
Ich geh inzwischen Popcorn holen:-)

sarnarle
sarnarle
Superredner
26 Tage 23 h

Ja wie kann das pasiserien mit 2 Auffrischungsimpfungen?

falschauer
26 Tage 12 h

wie kann es sein, dass menschen wie du nachdem xmal erklärt worden ist, dass eine impfung nicht von einer ansteckung, sondern nur vor einen schwerenverlauf schützt, das immer noch nicht verstanden haben….wenn jemand da oben hirn regnen lassen könnte, sollte er es unbedingt tun, den gewisse menschen verblöden schneller als es andere ertragen können

Zugspitze947
26 Tage 10 h

sarnarle: Bilden hilft……….. 😉

Hustinettenbaer
26 Tage 9 h

@sarnerle
“Ätsch, die Impfungen sollten doch immun machen.” ? 🙄
Als ob Sicherheitsgurte oder Airbags einen Unfall verhindern. Nein, sie verringern die Wahrscheinlichkeit schwerer oder tödlicher Verletzungen.
Aber das weißt Du ja schon längst.

Sigo70
Sigo70
Superredner
27 Tage 7 Min

Er ist ja 2x geboostert. Also kein Grund zur Sorge.

Trina1
Trina1
Kinig
26 Tage 8 h

Warum in die Ferne schauen, wir sind ja selbst bedient und das nicht wenig!

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