"Er hofft auf mehr Gewalt, nicht auf weniger Gewalt"

Biden: “Trump gießt Benzin ins Feuer”

Freitag, 28. August 2020 | 06:11 Uhr

Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat Amtsinhaber Donald Trump vorgeworfen, die Gewalt im Land anzufachen, um daraus politischen Nutzen zu ziehen. “Er gießt mehr Benzin ins Feuer”. In den vergangenen Tagen war es nach Schüssen in den Rücken eines Afroamerikaners bei einem Polizeieinsatz in Wisconsin auch zu Gewalt bei Protesten gekommen. “Er hofft auf mehr Gewalt, nicht auf weniger Gewalt.”

Beim Parteitag von Trumps Republikanern war das Versprechen von “Recht und Ordnung” eine zentrale Botschaft – Vize-Präsident Mike Pence sagte am Mittwoch unter anderem: “Sie werden nicht sicher sein in Bidens Amerika.”

Biden konterte: “Das Problem ist, wir befinden uns gerade in Donald Trumps Amerika.” Die Republikaner hätten bei dem Parteitag weder über die Coronakrise noch die Gründe für die Proteste gesprochen. Zudem warf Biden den Rednern beim Republikaner-Parteitag vor, gelogen zu haben: “Lügen, Lügen, Lügen. Einer nach dem anderen.” Zu Trump selbst sagte er: “Ich denke, wir alle wissen, dass dieser Mann eine etwas pathologische Neigung hat, nicht die Wahrheit zu sagen.”

Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris, die sich als Afroamerikanerin identifiziert – ihre Eltern waren aus Indien und Jamaika in die USA gekommen -, griff auch mit scharfen Worten das Rassismus-Problem in den USA auf. “Die Realität ist, dass das Leben einer schwarzen Person in Amerika nie als vollwertiges Menschenleben angesehen wurde”, sagte sie. Diesen strukturellen Rassismus müsse Amerika anerkennen und unter anderem eine Polizei- und Justizreform einleiten.

Die Demokraten um Biden attackierten Amtsinhaber Donald Trump scharf und warfen ihm insbesondere Versagen in der Coronakrise vor. Eine Pandemie sei “unerbittlich”, sagte Harris am Donnerstag. “Man kann sie nicht mit einem Tweet stoppen.”

Trump habe unter anderem nicht entschiedener agiert, weil er einen Abschwung der Aktienkurse befürchtet habe, der seine Wiederwahl-Chancen schmälern könnte, sagte sie. “Das war ihm wichtiger, als Leben von Amerikanern zu retten.”

Kurz davor hatte Nancy Pelosi, die demokratische Mehrheitsführerin im US-Repräsentantenhaus, gesagt, aus ihrer Sicht sollte es angesichts von Trumps Verhalten keine Debatte der Präsidentschaftskandidaten geben. Biden betonte in dem Interview, dass er sich Trump stellen werde: “Ich werde mit ihm debattieren. Ich werde der Fakten-Checker vor Ort sein.”

Die Auftritte von Biden und Harris waren eine Art Präventivschlag im Wahlkampf. In der Nacht auf Freitag hält Trump am Ende des Parteitags der Republikaner eine Rede zur offiziellen Annahme der Nominierung als Präsidentschaftskandidat. Der Präsident will dabei vor seinem Amtssitz auftreten. Biden kritisierte, dass der Amtsinhaber das Weiße Haus als Kulisse nutze.

Von: APA/dpa

Kommentare

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13 Kommentare auf "Biden: “Trump gießt Benzin ins Feuer”"


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koana
koana
Grünschnabel
30 Tage 19 h

Wenn Biden nur erzählt was Trump alles falsch macht, wird es am Schluss wieder nicht reichen. Er muss ganz klar benennen, was er verändern will und wie!

Neumi
Neumi
Kinig
30 Tage 18 h

Genau so wie unsere Opposition! Die machen’s vor … Moment mal, da war doch was.

Dublin
Dublin
Kinig
30 Tage 18 h

@Neumi …sogar ein Besenstiel ist besser als ein Trumpeltier…
😁

Tratscher
30 Tage 19 h

Und trotzdem habe ich Angst dass Trump wiedergewählt wird.
Die Demokraten haben ein Riesentalent dafür die falsche Kandidaten ins Rennen zu schicken.
Zuerst die total verhasste Hillary Clinton, dann ein farbloser alte Mann aus Steuerparadies für Reichen Delaware.
So macht man sich nicht gerade glaubwürdig bei den Arbeiter und Mittelschichten. Biden gehört zu diesen Demokraten die immer Republikanische Finanzpolitik betrieben haben, wass zu der Finanzkrise von 2007-2009 führte. Viele Amerikaner haben hab und Gut verloren und dockten dann wütend bei Trump an. (Wir sind verteufelt worden also schliessen wir ein Pakt mit dem Teufel) 
Wenn die Demokraten die frustrierten”Heimbleiber”nicht mobilisieren ist Trump’s Wiederwahl sicher

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
30 Tage 17 h

@ Blackadder

…dies befürchte ich auch

oh gitt oh gitt 🙈 bitte net

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
30 Tage 17 h

Selbst wenn Herr Trump verliert, hat er die passende Erklärung “Allein durch Manipulation können wir diese Wahlen verlieren.” 

Er kann sich in den 7 !! Wochen zwischen Wahltag und Vereidigungstermin an seinem Amt “festkrallen”. Er hat die Verfügungsgewalt “seinen Justizminister anweisen, einen Wahlbetrug aufzuklären…es könnten Geheimdienstdokumente auftauchen…kann den Notstand ausrufen und das Militär gegen Demonstranten aufmarschieren lassen…(Spiegel Nr. 35).

sophie
sophie
Superredner
30 Tage 17 h

Trump hat sich wieder einmal als Messias gegeben, er sagt er sei der Retter der Nation, nach 4 schlimmen Trump Jahren, kommen nochmals 4 noch schlimmere Jahre dazu, sollte er wieder gewählt werden !!!!!

Mistermah
Mistermah
Kinig
30 Tage 13 h

Was war schlimm?
Die 100e befreiten kinder? Der zu 90% reduzierte Menschenhandel an der grenze zu Mexiko? Die bumende Wirtschaft? Der Rückgang der Arbeitslosigkeit und essenskarten? Abschaffen von TTIP? Erzähle

InFlames
InFlames
Tratscher
30 Tage 11 h

@Mistermah
Ich hole dich ja ungern aus deiner Traumwelt, aber wo bitte ist die Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen?? Dank Trumps Totalversagen in Sachen Corona haben Unmengen an Amerikanern ihre Jobs verloren!!!!!
Zudem hat Trump nur sämtliche Umweltstandards außer Kraft gesetzt, damit nicht sämtliche (der ziemlich veralteten) Industriebetriebe pleite gegangen sind. Also mit boomende Wirtschaft ist’s auch nicht weit her.
Und wenn du jetzt auch noch die Platte mit den geretteten Kindern auflegst, dann wird eh klar, welch Geistes Kind du bist!!!!!

falschauer
30 Tage 18 h

ein seriöser und fairer geschäftsmann erwähnt nie die schwächen seiner mitbewerber, sondern weißt auf seine stärken hin und genauso sollte es in der politik sein, denn sonst könnte der schuss nach hinten losgehen….über jemanden herfahren kann jeder, aber dabei bleiben sich beide gegenseitig nichts schuldig und das zeigt das niveau der heutigen politik auf, was sollen wir von solchen menschen erwarten

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
30 Tage 14 h

Tja, das sagt dann ja sehr viel über Herrn Trump aus …. 🙂 seine wirtschaftliche Karriere war auch nicht gerade mit Erfolg gekrönt, auch da nur auf der Suche nach Schuldigen / Schwächen der Gegner!
LEider gehen die Demokraten nun auch diesen Weg, find ich nicht gut.

Mistermah
Mistermah
Kinig
30 Tage 13 h

Und trotzdem wählt das Volk immer noch… sein mit akzeptiert es das Spiel und seine Regeln. Aufregen darf sich keiner der mitspielt.

Tratscher
30 Tage 13 h
Die Wahl wird wieder in den Swing States entschieden. Die US Kernregionen “BoWash” (die urbane Region zwischen Boston und Washington) und “San-San” (San Francisco-San Diego) sind fest in demokratischer Hand. Die konservative Midwest “Flyover” und Appalachian States wählen wohl Trump.  Spannend wird es in den Südstaaten. Es wird daran liegen ob Biden hier die Afro-und Hispanic Wähler mobilisieren kann. Problem ist dass diese Wähler meist nicht registriert sind. Wichtige Swing States sind Florida, Pennsylvania, Michigan, Wisconsin, Ohio, Indiana und Illinois. (Chigago). Hier muss Biden die Arbeiter mobilisieren. Wenn das nicht gelingt braucht Trump nur ca 35 % aller Stimmen um… Weiterlesen »
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