Fassungslosigkeit in den sozialen Netzwerken

Bild von totem Flüchtlingskind schockiert die Welt

Donnerstag, 03. September 2015 | 10:23 Uhr

Bodrum – Die Flüchtlingskrise hält Europa weiter in Atem. Während in Kürze ein Treffen der EU-Außenminister, sorgen Bilder eines ertrunken syrischen Flüchtlingskindes in Medien und sozialen Netzwerken für Fassungslosigkeit.

"Ein Foto, um die Welt zum Schweigen zu bringen", schrieb die italienische Zeitung "La Repubblica". "Der Untergang Europas", hieß es hingegen von der spanischen Zeitung "El Periodico".

Auf Twitter wird das Foto unter dem Hashtag in türkischer Sprache #KiyiyaVuranInsanlik verbreitet (Die fortgespülte Menschlichkeit). Die Leiche des kleinen Jungen mit dem Gesicht im Sand lag am Strand in der Nähe von Bodrum, einer türkischen Tourismushochburg, bis sie von einem Polizisten aufgehoben und fortgetragen wurde.

Medienberichten zufolge soll der Junge drei Jahre alt gewesen, auch sein Bruder sei bei der Überfahrt ums Leben gekommen. Die Familie soll vergangenes Jahr aus der syrischen Stadt Kobane vor der Terrormiliz IS in die Türkei geflohen sein.

Das Kind saß vermutlich in einem von zwei Flüchtlingsbooten, die am Mittwochmorgen auf dem Weg von der türkischen Küste zu einer griechischen Ägäis-Insel im Meer versanken. Während die türkische Küstenwache insgesamt zwölf tote Flüchtlinge aus Syrien bar, schafften es 15 Flüchtlinge an Land. Mindestens drei wurden vermisst.

Deutschland, Frankreich und Italien haben unterdessen gemeinsam Reformen in der europäischen Asylpolitik angemahnt. In einem Papier für die Beratungen am Wochenende in Luxemburg drängen die drei Länder auf schnellere Asylverfahren und eine „gerechtere Verteilung“ von Flüchtlingen.

Von: ©mk