Risiko durch IS-Rückkehrer

Bis zu 3.000 IS-Jihadisten könnten nach Europa zurückkehren

Donnerstag, 17. August 2017 | 18:10 Uhr

Zwischen 1.200 und 3.000 Europäer, die beim “Islamischen Staat” (IS) in Syrien und dem Irak gelebt bzw. für ihn gekämpft haben, könnten laut eines Expertenberichts nach Europa zurückkehren – darunter auch Menschen aus Österreich. Der Bericht ruft die betroffenen Länder dazu auf, sich sorgfältig auf dieses Risiko vorzubereiten. Ende 2016 waren rund 300 “Foreign Fighters” aus Österreich bekannt.

“Die meisten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union erwarten eine langsame, aber ansteigende Rückkehr der ehemaligen Kämpfer” des IS oder der Gruppe Hayat Tahrir al-Cham (HTS, ehemals Al-Nusra Front, die mit der Al-Kaida verbunden war), unterstreicht das Netzwerk für Radikalisierungssensibilisierung (Radicalization awareness network, RAN) in dem Bericht an die EU-Kommission.

Die Anzahl der “Heimkehrer” müsse demnach ansteigen, nachdem das selbst ernannte Kalifat des IS, das in den vergangenen Monaten erhebliche Gebietsverluste in Syrien und dem Nordirak hinnehmen musste, “militärisch besiegt ist oder zusammenbricht”. Dies geht aus einem Bericht des Netzwerkes hervor.

Verschiedene Berechnungen sagen zwischen “1.200 und 3.000” europäische Heimkehrer mit “unterschiedlicher Vorgeschichte” voraus, ein Großteil sollen “Frauen und Kinder” sein, so das RAN. Dessen Schätzungen zufolge seien “ungefähr 30 Prozent” bereits heimgekehrt.

Laut RAN sind “über 42.000 fremde, terroristische Kämpfer” aus über 120 Ländern zwischen 2011 und 2016 in den Nahen Osten gereist, um sich dem IS anzuschließen. “Über 5.000” stammten aus Europa. Der Zulauf stelle ein noch nicht da gewesenes Ausmaß in der Geschichte des weltweiten Jihads dar.

Die Kämpfer stammten zumeist aus “Belgien, Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Österreich, Dänemark, Finnland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Schweden”.

Die Möglichkeit zahlreicher Rückkehrer sei eine “ernsthafte und steigende Sorge” in Europa. Einige der Rückkehrer hätten sich an den islamistischen Anschlägen im November 2015 in Paris sowie im Mai 2014 und März 2016 in Brüssel beteiligt, unterstreicht der Bericht.

Der Bericht stellt einen Maßnahmenkatalog vor, um die Rückkehrer besser zu betreuen und um das Ausmaß der Gefahr der einzelnen Personen schnell herausfinden zu können. Eine individuelle und komplette Behandlung jedes Falles, mit Fokus auf Normalisierung und Resozialisierung, solle durchgeführt werden, raten die Experten.

Von: apa