Nicht schutzbedürftige Migranten sollen in die Heimat zurück

Bisher nur 400 Flüchtlinge aus Lagern in Libyen evakuiert

Mittwoch, 31. Januar 2018 | 06:23 Uhr

Die Ende November auf dem EU-Afrika-Gipfel beschlossene Notevakuierung von Flüchtlingen aus dramatischen Verhältnissen in libyschen Lagern ist schleppend angelaufen. Bisher wurden “rund 400 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge” in Sicherheit gebracht, berichtet die “Rhein-Neckar-Zeitung” (Mittwoch).

Das Blatt berief sich auf eine Antwort des Auswärtigen Amtes in Berlin auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion. Die Evakuierung von 900 weiteren Flüchtlingen sei “geplant”. Bisher evakuiert wurden demnach Menschen aus Äthiopien, Eritrea, dem Jemen und Somalia, ihre Unterbringung erfolge in “Gästehäusern” in Niamey, der Hauptstadt des Nigers. Von dort sollen sie in sichere Drittstaaten gebracht werden.

Nach Berichten über Gefangenschaft, Folter und Sklavenhandel hatte der EU-Afrika-Gipfel Ende November einen Evakuierungsplan vereinbart. Teil des Planes war es, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus diesen Lagern nach Europa zu bringen. Bisher erklärten sich dem Auswärtigem Amt zufolge nur Italien, Frankreich und die Schweiz bereit, Betroffene aufzunehmen. Andere Bürgerkriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte sollten von Libyen in den Tschad oder nach Niger gebracht werden.

Offiziell nicht-schutzbedürftigen Migranten sollte eine “gesichtswahrende” Rückkehr in ihre Heimatländer ermöglicht werden. Die EU wollte dafür Finanzhilfen geben.

Von: APA/dpa