Bolsonaro hat seinen Schuldigen schon gefunden

Bolsonaro lastet Umweltschützern Waldbrände im Amazonas an

Donnerstag, 22. August 2019 | 16:17 Uhr

Für die Waldbrände in der Amazonasregion macht der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro Umweltschützer verantwortlich. Beweise für seine Behauptungen zur Brandstiftung legte er nicht vor. In Österreich sprachen sich unterdessen Politiker von ÖVP, SPÖ und den Grünen angesichts der Umweltzerstörung gegen die Ratifizierung des Mercosur-Abkommens aus.

“Wir nehmen den Nichtregierungsorganisationen ihre Zuschüsse, wir haben die Überweisungen der Regierungsstellen eingestellt. Jetzt fehlt ihnen das Geld”, sagte Bolsonaro am Mittwoch (Ortszeit). “Es kann also sein, dass diese Organisationen gegen mich persönlich und die brasilianische Regierung vorgehen. Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden.” Umweltverbände wiesen die Vorwürfe Bolsonaros scharf zurück. “Diese Behauptung des Präsidenten ist unverantwortlich”, sagte der Präsident des Instituts für Umweltschutz (Proam), Carlos Bocuhy, dem Nachrichtenportal G1. “Es hat keinen Sinn, zu behaupten, wir hätten das Feuer gelegt. Das ist absurd.”

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Jänner nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu, wie die Zeitung “Folha de S. Paulo” berichtete. Insgesamt wurden demnach 72.843 Brände registriert. In den meisten Fällen waren Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brechen immer wieder Feuer aus.

Als Reaktion auf die Brände kritisierten auch Politiker in Österreich, wie auch in Deutschland, das jüngst vereinbarte Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur, zu dem Brasilien gehört. Ex-Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) äußerte den Verdacht, “dass damit wieder Flächen für intensive Rinderwirtschaft zur Produktion von Billigfleisch geschaffen werden sollen”. Die brasilianische Regierung sei völlig untätig. “Für uns ist es deshalb auch unvorstellbar, dem Mercosur-Abkommen zuzustimmen.” Diese Ankündigung “sollte das für die ÖVP auch nach der Wahl gelten. Deshalb fordere ich alle Parteien auf, einen österreichischen Amazonas-Pakt zu schließen und zu garantieren, dass Österreich dem vorgelegten Abkommen nicht zustimmt”, forderte Michel Reimon, Nationalratskandidat der Grünen.

SP-Agrarsprecher Erwin Preiner meinte nach einem Treffen mit Landwirtschaftsministerin Maria Patek: “Wir haben die Ablehnung des Mercosur-Abkommens bekräftigt, unsere Forderungen für gerechtere und faire Mittelverwendung in der kommenden GAP-Förderperiode 2020+ dargelegt und dabei eine Umstellung des Fördersystems in Richtung einer Bio-Wende gefordert.” NEOS-Umweltsprecher Michael Bernhard und NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn betonten hingegen, man könne mit dem Abkommen mehr für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes erreichen als ohne.

Das Abkommen hatten die EU und Mercosur Ende Juni vereinbart. Es muss noch von den nationalen Parlamenten ratifiziert werden. Mercosur ist die abgekürzte Bezeichnung für den “Gemeinsamen Markt Südamerikas”.

Von: APA/dpa

Kommentare

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12 Kommentare auf "Bolsonaro lastet Umweltschützern Waldbrände im Amazonas an"


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Eric73
Eric73
Grünschnabel
30 Tage 11 h

Der ist doch genauso dumm wie der aus Nordamerika.
Anders, aber definitiv nicht gescheiter

alpenfranz
alpenfranz
Tratscher
30 Tage 6 h

…haste Recht….das ist auch so einer der komplett am Leben vorbei lebt

Grantelbart
Grantelbart
Tratscher
29 Tage 21 h

Schwer zu saagen was die Brasilianer/ Amerikaner geritten hat, jedenfalls zeigt es dass “Experimente” in der Politik auf Kosten der ganzen Welt gehen können.

Kibra
Kibra
Grünschnabel
30 Tage 11 h

bolsonaro soll gefälligst still sein er selber ist es der den Regenwald abfackeln läßt ein Weltklima Verbrecher ist er für ihn zählt nur das Geld die Umwelt ist ihm egal.

Staenkerer
30 Tage 9 h

do isch greta woll ins folsche long gsegelt!

falschauer
30 Tage 7 h

eben nit genau deswegn isch sie dorthin…😉, de hobn einen gewaltigen nochholbedarf…die missionare sein auch in den dschungel 🐒🐵🐒

felixklaus
felixklaus
Tratscher
30 Tage 12 h

Ja ja ! Und die vegetarier essen alle das fleisch auf , damit alle vegetarier werden !

falschauer
30 Tage 11 h

nun das ist wohl eine schamlose frechheit!!!

Grantelbart
Grantelbart
Tratscher
30 Tage 7 h

Er dachte wohl: Was könnte noch absurder klingen als dass die Regierung eines Landes die eigenen Naturschutzgebiete anzünden lässt? Das kam dabei raus

p.181
p.181
Tratscher
29 Tage 21 h

Wia die linken Politiker ba ins olls instrumentalisiern, wirklich olls, um rechte Regierungen ins schlechte Licht zu ruckn isch erschreckend. Und wia viele do übers jedes Stöckchen hupfn wos ihnen vorgeholtn wert isch no erschreckender.

Grantelbart
Grantelbart
Tratscher
29 Tage 20 h

Sind eben alles Blindgänger, diese rechten Regierungen von denen du sprichst. Spätestens nach einem Jahr müssen sie skandalgebeutelt zurücktreten.

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
29 Tage 21 h

Wie kann man im Norden und Süden Amerikas solche beschränkte Präsidenten wählen, die die gesamte Welt tagtäglich näher in den Untergang bringen.

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