Ex-Außenminister Boris Johnson erhielt 114 Stimmen

Boris Johnson Sieger in erster Wahlrunde für Tory-Vorsitz

Donnerstag, 13. Juni 2019 | 16:14 Uhr

Im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May hat der Brexit-Hardliner Boris Johnson seinen Favoritenstatus untermauert. Bei der Wahl eines neuen Vorsitzenden der Konservativen Partei stimmten am Donnerstag in der ersten Runde 114 von 313 Abgeordnete für den ehemaligen Londoner Bürgermeister und Ex-Außenminister.

Johnson schnitt damit deutlich besser ab als seine neun Konkurrenten. Er erhielt 114 Stimmen. An zweiter Stelle folgte mit 43 Befürwortern der derzeitige Außenminister Jeremy Hunt. Eine Runde weiter sind auch Innenminister Sajid Javid und Umweltminister Michael Gove sowie Ex-Brexit-Minister Dominic Raab und Gesundheitsminister Matt Hancock. Überraschend schaffte es auch Entwicklungshilfeminister Rory Stewart in die zweite Runde. Nicht mehr im Rennen sind Ex-Arbeitsministerin Esther McVey, Mark Harper und die ehemalige Ministerin für Parlamentsfragen, Andrea Leadsom.

Weiter ausgesiebt wird am Montag, wenn 33 Befürworter für ein Weiterkommen notwendig sind. Bis Ende nächster Woche soll die Zahl der Kandidaten dann auf zwei reduziert werden, die sich in einer Stichwahl den rund 160.000 Parteimitgliedern stellen sollen.

Die Abstimmungen sind geheim. Deshalb werden auch weitere Überraschungen nicht ausgeschlossen. Wer neuer Tory-Parteichef und damit Premierminister wird, soll in der Woche ab dem 22. Juli feststehen.

Johnson will das Abkommen über den EU-Austritt nachverhandeln. Das kündigte er am Mittwoch in London zum Auftakt seiner Kampagne an. Ein “besserer Deal” sei möglich, sagte er. Er wolle keinen Austritt ohne Abkommen, aber das Land müsse sich darauf vorbereiten, um den Druck auf die Verhandlungspartner in Brüssel zu erhöhen.

“Es ist wichtig, robust, entschlossen und entschieden zu sein”, sagte der Ex-Außenminister. Zudem müsse die Austrittsfrist am 31. Oktober auf jeden Fall eingehalten werden.

Brüssel hat jedoch bereits mehrfach klargemacht, dass es keine Nachverhandlungen über den Austrittsvertrag geben kann. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wiederholte diese Position erst in dieser Woche. Der Vertrag müsse respektiert werden, wer auch immer der nächste britische Premierminister sein werde, sagte Juncker im Gespräch mit dem Portal Politico.

May war mit der Vereinbarung über den EU-Austritt drei Mal im Parlament gescheitert und als Konsequenz vergangene Woche als Parteichefin zurückgetreten. Eigentlich hätte der EU-Austritt des Landes bereits am 29. März erfolgen sollen; zwei Mal musste er verschoben werden. Die Briten hatten sich im Juni 2016 in einem historischen Referendum mit knapper Mehrheit für den Brexit ausgesprochen.

Von: APA/dpa/ag.

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