Bayerns Verkehrsministerin: Über neue Strecke noch nicht entschieden

Brenner-Nordzulauf: Bayern verlangt Nachweis für Neubaubedarf

Mittwoch, 10. März 2021 | 16:00 Uhr

Vor einer Entscheidung über den Neubau einer Bahntrasse im Inntal Richtung Brenner hat Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) erneut den Nachweis für den Bedarf angemahnt. “Es ist nach wie vor noch nicht entschieden, ob es tatsächlich eine neue Strecke braucht”, sagte Schreyer laut Mitteilung vom Mittwoch nach einem Treffen mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Bürgerinitiativen.

“Laut unserem bayerischen Koalitionsvertrag muss zunächst die Erforderlichkeit einer Neubaustrecke nachgewiesen werden.”

Die neuen Gleise für den Brenner-Nordzulauf sollen die Kapazitäten zum Brenner Basistunnel erweitern, an dem in Italien und Österreich zur Entlastung der Autobahn gebaut wird. Aiwanger sagte, allein die Infrastruktur garantiere noch keine konsequente Güterverlagerung von der Straße auf die Schiene. “Die Bundespolitik muss auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, um dieses Ziel zu erreichen.”

Die Politiker sagten zu, sich für einen verbesserten Lärmschutz entlang der bestehenden Strecke einzusetzen, der über das gesetzliche Mindestmaß hinausgeht. “Die bestehende Trasse wird auch für die kommenden 20 bis 30 Jahre den Bahnverkehr in der Region Rosenheim abwickeln”, sagte Aiwanger.

Thomas Riedrich von der Initiative Brennerdialog Rosenheimer Land sagte, bis zu einem Nachweis der Notwendigkeit für den Neubau bleibe nur die Bestandsstrecke als Brenner-Nordzulauf. “Als nächster Schritt fordern wir als Bürgerinitiative nun eine unabhängige Studie, wie sich die Belastungen auf der Bestandsstrecke technisch wirksam verringern lassen, damit die Politik eine fundierte Entscheidungsgrundlage hat.”

Schreyer ergänzte, sollte es zu einem Neubau kommen, müsse auch hier maximaler Lärm- und Landschaftsschutz sichergestellt werden – “vorrangig durch weitgehend unterirdische Streckenführung”.

Die Deutsche Bahn will nach den Osterferien einen konkreten Trassenvorschlag für einen möglichen Neubau vorlegen. Dann muss der Bund über die Umsetzung entscheiden.

Von: dpa

Bezirk: Bozen, Wipptal

Kommentare

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8 Kommentare auf "Brenner-Nordzulauf: Bayern verlangt Nachweis für Neubaubedarf"


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DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 4 Tage

Schrecklich, diese EU.

Jetzt wird in zwei Jahrzehnten ein Tunnel gebohrt und “kurz” vor Fertigstellung fällt ihnen en, er wird eigentlich nicht gebraucht 🤬

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 4 Tage

Bayern, nicht die EU.

Doolin
Doolin
Superredner
1 Monat 4 Tage

…Bayern baut jo koan Zulauf zum BBT…kimmp man do erst iaz drauf…
🤪

Knypser
Knypser
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Im Autoland Deutschland ist die Bahn das Verkehrsmittel zweiter Wahl. Da wird in Sachen Bahnstreckenausbau nicht viel passieren.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 4 Tage

Allein die Infrastruktur wird klarerweise für die Verlagerung nicht ausreichen, aber ohne die Gleise geht es garantiert nicht.

bern
bern
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Der BBT ist zweispurig. Somit reicht auch eine zweispurige Zulaufstrecke. Diese ist schon vorhanden und reicht für die geplanten 400 Züge pro Tag (10 pro Stunde und Richtung) aus.
Die Verkehrsströme laufen in Zukunft mehr Ost-West bzw. nach Skandinavien, Italien verliert an Bedeutung.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Die Bayern könnten ja eine Arbeitsgruppe bilden, die dann anhand der Evaluierung einer Studie eruiert ob eine weiterführende Studie erstellt werden soll, welche die Notwendigkeit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie aufzeigen soll…

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@nuisnix
Zur Brennerbasistunnelstudie_: Die Basis ist das Fundament jeder Grundlage.

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