Gentiloni: "BBT ist wesentliches Infrastrukturprojekt"

Brennerbasistunnel: Trentiner Landeshauptmann kritisiert Minister

Freitag, 19. Oktober 2018 | 09:30 Uhr

Der Trentiner Landeshauptmann, Ugo Rossi, attackiert den italienischen Minister für die Beziehungen zum Parlament, Riccardo Fraccaro, der sich für einen Baustopp des Brennerbasistunnels (BBT) ausgesprochen hat. “Ich bin total konsterniert über diese sinnlosen Worte”, so Rossi in einer Presseaussendung.

“Wenn man etwas stoppen soll, dann bestimmt nicht den Brennerbasistunnel und die Perspektive für nachhaltige Entwicklung, von der ganz Trentino Südtirol profitieren wird”, sagte Rossi. Er kritisierte die Fünf-Sterne-Bewegung, die Partei Fraccaros. “Ich bin sprachlos, auf welche verantwortungslose und oberflächliche Weise der Minister mit leeren Slogans die Arbeit zerstören wollen, die unsere Administrationen in den letzten Jahren vorangebracht haben”, so Rossi.

Auch Ex-Premier Paolo Gentiloni kritisierte Fraccaros Aussagen. Mit dem Baustopp des BBT seien hohe Kosten verbunden, die die italienische Wirtschaft in dieser heiklen Phase schwer belasten würden. “Der BBT ist ein wesentliches Infrastrukturprojekt für die Verbindungen zwischen Italien und Österreich. Er entlastet den Verkehr, reduziert die Luftverschmutzung und stärkt die Handelsbeziehungen zwischen den Nachbarländern”, so Gentiloni.

Die Fünf-Sterne-Bewegung verteidigte in einer Presseaussendung Fraccaro. Seitdem sie der Regierungskoalition in Rom beigetreten sei, habe sie sich stets für eine Prüfung des Verhältnisses zwischen Kosten und Nutzen großer Infrastrukturprojekte eingesetzt.

Kritik auch von der Süd-Tiroler Freiheit

Als Ausdruck einer verantwortungslosen und „verrückten“ Politik bezeichnet hingegen der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, die Ankündigung des italienischen Ministers Fraccaro, den Bau des Brennerbasistunels stoppen zu wollen. Trotz Landtagswahlkampf bedürfe es hier einer überparteilichen und deutlichen Verurteilung derart „wahnwitziger Forderungen“, die im krassen Widerspruch zu den Interessen der verkehrsgeplagten Bevölkerung in ganz Tirol stünden.

„Nachdem erst letzte Woche ein italienischer Minister davon phantasierte, dass der Brennerbasistunnel ein Straßentunnel sei, der sich bereits in Betrieb befinden würde, fordert ein anderer Minister derselben Regierung nun den Stopp der Tunnelbauarbeiten. In Italien regiert offenkundig das totale Chaos und zieht Südtirol immer weiter mit hinab. Die italienische Regierung gefährdet mit ihrer unverantwortlichen Schuldenpolitik nicht nur die Stabilität des europäischen Wirtschaftsraumes, sondern zerstört mit ihrer dilettantischen Verkehrspolitik auch die Grundlagen für eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene“, meint Knoll.

Insbesondere für die Bevölkerung im Wipptal und Eisacktal sei die Verkehrsbelastung auf der Straße nicht mehr auszuhalten. Wenn Italien jetzt die Verlagerung auf die Schiene verhindern will, führe dies zu noch mehr Verkehr auf der Brennerautobahn. „Dagegen werden wir uns zur Wehr setzen!“, kündigt die Süd-Tiroler Freiheit an.

Die bedingungslose Anbiederungspolitik der SVP gegenüber Italien räche sich nun, denn Rom danke Südtirol diese Unterwürfigkeit nicht mit Wohlwollen, sondern mit einer völligen Missachtung der Interessen Südtirols, erklärt Knoll abschließend.

Von: apa

Bezirk: Bozen, Wipptal

Kommentare

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2 Kommentare auf "Brennerbasistunnel: Trentiner Landeshauptmann kritisiert Minister"


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aristoteles
aristoteles
Superredner
27 Tage 14 h

die letzen tage von ugo rossi als landeshauptmann. wünsche dir viel glück bei der neuen arbeit. es wurde zeit für einen wechsel

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
27 Tage 13 h

Will Fraccaro den Tunnel wieder zuschütten? Dann muss er aber vorher mit seinem Parteikollegen, dem Transportminister Toninelli sprechen. Weil der weiss, dass der Tunnel schon von italienischen Unternehmern mit LKW’s befahren wird.    

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