Immer wieder kommen neue Vorschläge auf den Tisch

Brexit: EU will offenbar Nordirland-Kompromiss anbieten

Dienstag, 06. November 2018 | 07:57 Uhr

Bei den Brexit-Verhandlungen arbeitet die EU einem Zeitungsbericht zufolge an der Möglichkeit, einen Kompromiss in der umstrittenen Nordirland-Frage zu unterstützen und damit die letzte große Hürde für ein Abkommen aus dem Weg zu räumen. Eine neue britische Umfrage zeigt indessen eine deutliche Mehrheit für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union.

Führende EU-Politiker seien grundsätzlich bereit, Premierministerin Theresa May einen “unabhängigen Mechanismus” anzubieten, mit dem die Regierung in London eine einstweilige Zollvereinbarung mit der EU für die Zeit nach dem Austritt beenden könne, berichtete die “Times” ohne Angaben von Quellen. Die “Sunday Times” hatte zuletzt berichtet, May habe die Zusicherung aus Brüssel erhalten, dass Großbritannien auch nach dem EU-Austritt in der Zollunion bleiben könne, um eine harte Grenze zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Staat Irland zu vermeiden.

May soll im Laufe des Tages mit dem Kabinett über ihre Pläne beraten. Laut der Zeitung “Sun” wollen angeführt von Brexit-Minister Dominic Raab and Außenminister Jeremy Hunt rund ein Dutzend Kabinettsmitglieder May auffordern, in der Nordirland-Frage hart zu bleiben. Sie solle auf einem System bestehen, mit dem Großbritannien entscheiden könne, wie lange es in einer Zollunion bleibe. Brexit-Hardliner befürchten, dass Großbritannien wegen einer Nordirland-Klausel auch nach dem EU-Abschied weiterhin die Vorgaben aus Brüssel befolgen muss.

In einer Erhebung des Survation-Instituts für den Fernsehsender Channel 4 haben sich unterdessen 54 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen, dass der Brexit abgeblasen wird. Lediglich 46 Prozent sind der Meinung, dass Großbritannien wie beim Referendum vor zwei Jahren beschlossen die EU verlassen soll. Vor zwei Jahren hatten 51,9 Prozent der Briten für den Austritt gestimmt, 48,1 Prozent waren dagegen.

May hat wiederholt ein zweites Referendum ausgeschlossen. Survation befragte zwischen dem 20. Oktober und dem 2. November 20.000 Menschen online. Der Brexit soll am 29. März vollzogen werden.

Von: APA/ag.