Boris Johnson kommt immer stärker unter Druck

Britischer Oppositionschef fordert Rücktritt Johnsons

Samstag, 15. Januar 2022 | 13:57 Uhr

Der britische Oppositionschef Keir Starmer hat Premierminister Boris Johnson angesichts der sich zuspitzenden “Partygate”-Affäre die Fähigkeit zum Regieren abgesprochen. Es sei nun im “nationalen Interesse”, dass Johnson abtrete, sagte der Vorsitzende der oppositionellen Labour Party am Samstag auf einer Konferenz in London. Die konservative Tory-Partei des Premiers rief er auf, das Notwendige zu tun und Johnson loszuwerden.

“Was wir jetzt haben, ist eine Situation, in der man einen Premierminister hat, der die moralische Autorität verloren hat, zu führen”, sagte Starmer. Dabei sei diese Autorität gerade jetzt in der Pandemie nötig. Großbritannien stehe vor weiteren großen Herausforderungen – und Johnson sei “abwesend” und verstecke sich, so der Labour-Chef.

Johnson steht seit längerem vor allem wegen Feiern in der Downing Street zu Lockdown-Zeiten immens unter Druck. Er hatte sich am Mittwoch im Parlament für eine Gartenparty in seinem Amtssitz entschuldigt. Doch weitere Enthüllungen folgten, unter anderem zu Feiern im Regierungssitz am Vorabend der Beerdigung von Queen-Gemahl Prinz Philip im April 2021. Damals galten strenge Corona-Regeln in Großbritannien, wodurch Queen Elizabeth II. in der Kapelle ihrer Residenz Windsor allein in einer Bank sitzen musste, als ihr Mann bestattet wurde.

Einem Medienbericht vom Samstag zufolge hat es in der Downing Street während der Pandemie nicht nur vereinzelte, sondern regelmäßige Zusammenkünfte gegeben, bei denen Alkohol getrunken worden sei. Das schreibt der in der Angelegenheit in der Regel gut informierte “Mirror”. Johnsons Mitarbeiter hätten sich jeden Freitag zu “Wine-time Fridays” getroffen, der Premier habe sie ermutigt, “Dampf abzulassen” – auch wenn Treffen in Innenräumen gemäß den Lockdown-Regeln streng verboten waren. Der Regierungschef habe mehrmals selbst bei diesen Zusammenkünften vorbeigeschaut. Die Mitarbeiter hätten für die regelmäßigen Treffen eigens einen Bürokühlschrank angeschafft, um ihre Flaschen Weißwein, Prosecco und Bier kühl zu halten.

Freitägliche Treffen sind nach “Mirror”-Angaben seit langem eine “Downing-Street-Tradition” gewesen, auch unter früheren britischen Regierungen. Die Zusammenkünfte wurden demnach aber auch fortgesetzt, nachdem Corona-Beschränkungen erlassen worden waren.

Von: APA/dpa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Britischer Oppositionschef fordert Rücktritt Johnsons"


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N. G.
N. G.
Universalgelehrter
3 Tage 22 h

Täglich grüßt das Murmeltier!
Heute nochmal , Fans von Boris, meldet euch, er macht doch alles so gut!

Doolin
Doolin
Kinig
3 Tage 19 h

…der Brexit-Boris hat jeden Freitag Saufparty in downing street 10 organisiert zur Motivation seiner Mitarbeiter…das nennt man Führungsqualität…
🤪

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
3 Tage 18 h

@Doolin Das nennt man Abhängigkeiten machen! Der Interpretationen sind dann keine Grenzen gesetzt!

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
3 Tage 17 h

@N. G. Frage ist, was es da Minus zu drücken gibt. Was glaubt ihr was bei so “Feiern ” passiert? Nennen wir es mal, Bekanntschaften gemacht und gepflegt!
Ob nun um Suff idet beim “gepflegten Essen”… grins…
Wie naiv seit ihr eigentlich? Die treffen sich nicht nur so!

Donmclean
Donmclean
Tratscher
3 Tage 14 h

Deine Probleme mecht i net hobn, NG.

Buffalo
Buffalo
Tratscher
3 Tage 21 h

Ein Mann mit Charakter wäre schon zurückgetreten.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
3 Tage 19 h

Boris und Charakter?
Ein Mann der England mehr Schaden zugefügt hat als es je jemwtun könnte und sigar nich glaubt gutes getan zu haben.
Sowas nenne ich….! Nicht veröffentlichbar!

giovanocci
giovanocci
Tratscher
3 Tage 23 h

Und die einfachen Leute mit Regeln strafen und selber auf nix verzichten können…

Monkur
Monkur
Tratscher
3 Tage 23 h

Weil sie die oanfochen Leit olle drun koltn hom 😂 zem war corona long schun Geschichte!

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
3 Tage 21 h

Nun, die Engländer wollten Boris, jetzt haben sie ihn!
Wie in jedem Land in dem das Volk Demagogen wählt und dann urplötzlich aufwacht und erkennt, die sind genau wie das Etablissement!
USA, England, Österreich, Italien…. Nicht diese Politiker sind daran Schuld, das wählende Volk ist es! Das sich manipuliern lässt.

LouterStyle
LouterStyle
Superredner
3 Tage 23 h

des isch jo a totaler clown. Wia konn man den wählen? Ober die Bürger lei selber schuld, der hinterlosst an riesen haufn sch*iße

braunschweiger
3 Tage 23 h

zun glick woas niamat wos insere politiker aufgfiart hobm…

Gitschile
Gitschile
Grünschnabel
3 Tage 23 h

Quod licet Iovi non licet boci.

Rabe
Rabe
Tratscher
3 Tage 3 h

Ich wüsste da schon einen Nachfolger 😀. In Italien wohl bekannt und Erfahrung als Präsident

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