Finanzielle Bedenken sollte es beim Klimaschutz keine geben

Bruchteil der Covid-Investitionen würde Klimaziel retten

Freitag, 16. Oktober 2020 | 12:20 Uhr

Nur ein Bruchteil jener nahezu unvorstellbaren zwölf Billionen Dollar (über zehn Billionen Euro), die zur Bewältigung der Coronakrise weltweit bisher in Aussicht gestellt wurden, könnte reichen, um die Welt wieder auf Kurs der Ziele des Pariser Klimaabkommens zu bringen. In der Fachzeitschrift “Science” berechneten Forscher, dass eine Investition von einem Zehntel dieser Summe über fünf Jahre hinweg voraussichtlich den gewünschten Effekt brächte.

Das Abkommen sieht vor, den globalen Temperaturanstieg bis Ende des Jahrhunderts zumindest auf unter zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Momentan sei man allerdings eher in Richtung eines Plus von drei Grad unterwegs – was massive Auswirkungen auf den Planeten haben wird.

Immer wieder wird vor allem mit finanziellen Bedenken gegen die Umsetzbarkeit der Eindämmung der Klimaerwärmung argumentiert. Die Wissenschafter vom Imperial College London, vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien und dem “Electric Power Research Institute” in den USA setzen die Covid-Kosten nun in Bezug dazu.

Würde nur ein kleiner Teil der Covid-Wiederaufbauprogramme in “Klima-positive” Programme gesteckt, könnte die Welt ihren CO2-Ausstoß bis Mitte des Jahrhunderts auf ein neutrales Niveau senken, so die Erstautorin des Artikels, Marina Andrijevic, vom IIASA. Solche Programme hätten viele Vorzüge, die sich Regierungen eigentlich wünschen, wenn es um die Bewältigung der Krise geht, so Joeri Rogelj, der neben dem IIASA auch am Imperial College London tätig ist: “Sie können die Beschäftigung erhöhen, wirken stimulierend auf Investitionen und beschleunigen die Entwicklung von Technologien, die für die Energiewende notwendig sind”.

(S E R V I C E – https://dx.doi.org/10.1126/science.abc9697)

Von: apa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Bruchteil der Covid-Investitionen würde Klimaziel retten"


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Neumi
Neumi
Kinig
9 Tage 9 h

Es traut sich halt keiner. Bei jeder Änderung gibt es jemanden, der einen Nachteil hat oder sich gegen seinen Willen mitändern müsste. Und das passiert halt nicht. Vorher gibt’s Klagen wegen unfairen Wettbewerbs, Streiks und monatelange Verhandlungen, an deren Ende rauskommt, dass der Status Quo aufrecht erhalten wird.

Kingu
Kingu
Grünschnabel
9 Tage 8 h
Das ist eben nicht der Fall, ich arbeite als Informatik Ingenieur seit langen in allen Bereich, habe auch für ein Südtiroler Energieunternehmen gearbeitet. Unsere Infrastruktur ist nicht für die Lasten ausgelegt und Investitionen wären in Milliardenhöhen nötig. Bezirksteile werden mit Siemens und General Electric versorgt, die je 20 Haushalte versorgen und normal 75 KW entsprechen, alleine ein Super Charger benötigt diese Menge, selbst kleine Lader arbeiten mit 7,5 KW. Eine Überlastung ist vorprogrammiert und ein Laden mit 1.5-3 KW realitätsfremd. Auch laufen in der Nacht die Backbonekraftwerke, die also immer laufen, die andere Kraftwerke müssen also auch auf 24/7 Betrieb… Weiterlesen »
Missx
Missx
Kinig
9 Tage 7 h

Wenn man bedenkt, dass durch Corona sogar der Hunger in der Welt steigt.
Ich wäre neugierig wie viele Menschen mehr als normal in der 3. Welt seit Februar verhungert sind.
Wobei mich der Satzteil “mehr als normal” schockiert.

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