Gergely Karacsony: Ungarns bekanntester Oppositionspolitiker

Budapester Bürgermeister: EU finanziert Orbans Hybridregime

Samstag, 22. Mai 2021 | 23:35 Uhr

Der linksliberale Budapester Bürgermeister Gergely Karacsony gibt der EU eine Mitschuld am Aufstieg des rechtsnationalen ungarischen Regierungschefs Viktor Orban. “Wenn Ungarn kein Mitglied der Europäischen Union wäre, hätte Viktor Orbans Regime nicht die Möglichkeit gehabt, so zu gedeihen und sich zu entwickeln, wie es das getan hat. Die EU finanziert das Hybridregime”, sagt der prominenteste ungarische Oppositionspolitiker in einem Interview mit der “Presse am Sonntag”.

Die EU-Gelder hätten für das ungarische Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren gesorgt und wegen der Korruption auch zum Machterhalt Orbans beigetragen, so Karacsony, der als aussichtsreichster Kandidat gilt, um die geeinte ungarische Opposition zu den Parlamentswahlen 2022 zu führen. Dennoch spricht sich Karacsony gegen finanzielle Sanktionen gegen Ungarn aus, weil damit die ungarische Bevölkerung für die Taten der ungarischen Regierung bestraft würde.

“Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin ein großer Fan der europäischen Integration und der EU. Nur ist es auch so: Die Art, wie die EU die ungarische Innenpolitik angegangen ist, hat der ungarischen Demokratie nicht geholfen”, kritisierte er. In Ungarn werde der Konflikt zwischen Brüssel und Orban als zahnlos betrachtet: “Es gibt ein ungarisches Sprichwort: Hunde, die bellen, beißen nicht. So sehen viele Ungarn die EU in ihren Zusammenstößen mit Viktor Orbán. Er hat einen Gegensatz zwischen dem Interesse Brüssels und dem von Ungarn geschaffen. Er stellt sich als Beschützer dieses nationalen Interesses dar.”

Sollte er Regierungschef werden, würde Karacsony den umstrittenen ungarischen Grenzzaun nach eigenen Angaben wohl nicht wieder abbauen. “Der Zaun an der südlichen Grenze ist aus der Sicht vieler ungarischer Bürger eine Garantie gegen Massenmigration und da, um den sozialen Frieden zu wahren. Ich glaube nicht, dass es möglich ist, ihn abzubauen. Der Zaun ist aber nicht das Problem: Ungarn hält sich nicht an internationale und humanitäre Gesetze, zu denen es sich verpflichtet hat. Das müssen wir ändern”, so der Oppositionspolitiker.

Von: apa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Budapester Bürgermeister: EU finanziert Orbans Hybridregime"


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traktor
traktor
Universalgelehrter
24 Tage 5 h

der hat wohl einen an der waffel😂

Wiesodenn
Wiesodenn
Tratscher
23 Tage 22 h

Orban ist nicht so schlecht, wie in unserer ” westlchen Wertegemeinschaft ” kommuniziert wird.

Man sollte vielleicht, bevor man hier schreibt, auch in verschiedenen Medien oder auch in Wikipedia recherchieren, könnte die Meinung ein bisschen verändern …

Offline
Offline
Universalgelehrter
22 Tage 22 h

@Wiesodenn.🙈 vielleicht hat ja der @🚜 noch einen Platz auf seinem Hänger für dich frei, wenn er nach Ungarn auswandert….

Hollywood
Hollywood
Grünschnabel
24 Tage 1 h

Für Orban zählt eben nur eines und zwar zuerst das Volk und dann der Rest. Er macht es den grossen Mächten dieser Erde nach. Australien, China, Emirate, USA, Indonesien, Kanada, sämtliche asiatische Länder usw. Nur so kann ein Land funktionieren. Bravo Orban 👏🏼👏🏼👏🏼

Wiesodenn
Wiesodenn
Tratscher
24 Tage 1 h

So ein Unsinn.

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