Carter traf in Hawaii den philippinischen Verteidigungsminister

Carter kritisiert Dutertes Hitler-Vergleich

Samstag, 01. Oktober 2016 | 10:51 Uhr

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat die jüngsten verbalen Entgleisungen des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte verurteilt. Er halte den Vergleich des Anti-Drogen-Kampfes auf den Philippinen mit dem NS-Massenmord an den Juden für “zutiefst verstörend”, sagte Carter am Freitag. Duterte relativierte seine Aussagen am Samstag.

Der Präsident der Philippinen hatte vor Journalisten gesagt, Hitler habe “drei Millionen Juden massakriert”. Derzeit gebe es drei Millionen Drogenabhängige auf den Philippinen, fuhr Duterte fort. “Ich wäre froh, sie abzuschlachten.” Statt von sechs Millionen Juden, die von den Nazis ermordet worden waren, sprach der 71-jährige Staatschef dabei von drei Millionen Todesopfern.

Dutertes Äußerungen sorgten international für Empörung. Nach Kritik der Vereinten Nationen und des Jüdischen Weltkongresses relativierte er am Samstag seine Aussagen. Der Präsident habe den Tod von sechs Millionen Juden im Holocaust nicht herabwürdigen wollen, sagte sein Sprecher Ernesto Abella.

Duterte habe mit seiner Äußerung auf sein Image als “Massenmörder” angespielt. Er lehne es aber ab, mit Hitler verglichen zu werden. Gleichzeitig bekräftigte Abella die Kernaussage Dutertes, wonach er bereit sei, drei Millionen Menschen im Anti-Drogen-Kampf zu töten.

Der philippinische Staatschef führt einen erbitterten Kampf gegen Drogenkriminelle in seinem Land und wird für sein hartes Vorgehen international scharf kritisiert. In der Vergangenheit fiel er auch immer wieder mit Beleidigungen ausländischer Politiker auf.

Von: APA/ag.