Raúl Castro kündigte Rücktritt als Parteichef an

Castro-Ära endet in Kuba mit Rücktritt Raúl Castros

Samstag, 17. April 2021 | 07:49 Uhr

Zum Auftakt des achten Kongresses der Kommunistischen Partei Kubas (PCC) in Havanna hat Parteichef Raúl Castro seinen Rücktritt von dem Amt angekündigt. “Was mich betrifft, so endet meine Aufgabe als Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas mit der Befriedigung, meine Pflichten erfüllt zu haben, und dem Vertrauen in die Zukunft des Vaterlandes”, sagte der 89-Jährige am Freitag bei der Vorstellung des zentralen Berichts zum Kongress.

Er sei zufrieden, die Führung des Landes an gut vorbereitete Funktionäre übergeben zu können, die für die Kontinuität der Kubanischen Revolution von 1959 stünden, so Castro. Wer auf den Armeegeneral an der Spitze der in dem Karibikstaat einzigen zugelassenen Partei nachfolgen wird, war noch unklar. Erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 1965 wird die PCC aber nach Ende des Parteitags am Montag nicht mehr von einem Castro angeführt werden. Raúl Castro hatte das Amt des Ersten Sekretärs im Jahr 2011 von seinem älteren Bruder, dem Revolutionsführer Fidel Castro, übernommen, der 2016 starb. Vor drei Jahren gab er bereits den Posten als Staatspräsident an Miguel Díaz-Canel ab. Dieser steht Castro nahe und könnte auch das Amt des Parteichefs von ihm erben.

PCC-Kongresse finden seit dem ersten im Jahr 1975 etwa alle fünf Jahre statt. Diesmal nehmen daran wegen der Corona-Pandemie nur rund 300 Delegierte teil – statt, wie zuvor, etwa 1.000. Sie wählen unter anderem das Zentralkomitee.

Bei der Vorstellung des Berichts hob Castro Kubas Bewältigung der Pandemie sowie Wirtschaftsreformen – wie die Abschaffung einer der beiden einheimischen Währungen zu Beginn dieses Jahres – als Errungenschaften hervor. Er gestand aber auch “Nachlässigkeiten” bei der Umsetzung der Reformen ein, die etwa zu überhöhten Preisen geführt hätten. Auch bestünden Probleme wie Korruption fort. Castro betonte außerdem, dass Kuba einen respektvollen Dialog mit dem langjährigen Erzfeind USA wolle, ohne dafür Zugeständnisse in Hinblick auf seine Souveränität und Unabhängigkeit zu machen.

Die kubanische Wirtschaft litt zuletzt stark unter immer schärferen US-Sanktionen während der Amtszeit des Ex-Präsidenten Donald Trump sowie unter dem Einbruch des Tourismus in der Corona-Pandemie.

Von: APA/dpa

Kommentare

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26 Kommentare auf "Castro-Ära endet in Kuba mit Rücktritt Raúl Castros"


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quilombo
quilombo
Tratscher
22 Tage 4 h
der kommunistischen Partei in Kuba dürfen nur Leute angehören, welche sich nachweislich eines ehrenhaften Lebens auszeichnen. Die Partei hat keine direkte politische Funktion. Ihr ist vom Gesetz verboten, sich an den Wahlen zu beteiligen, oder Wahlwerbung zu machen. Die Wahlen in Kuba, welche ziemlich häufig stattfinden, sind direkte Wahlen. Die Wahlkandidaten, welche den meisten schon durch besondere Leistungen bekannt sind, werden direkt vom Volk gefragt, ob sie bereit seien das Amt des Bürgermeisters, des Provinzleiters, des Regionalpräsidenten, usw. zu übernehmen. Danach wird abgestimmt. Ob der Kandidat einer Partei angehört, spielt keine Rolle. Falls er seine Arbeit gut macht, kann er… Weiterlesen »
Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Grünschnabel
21 Tage 19 h

Warum aber nur haben hunderttausende Menschen Kuba verlassen?

quilombo
quilombo
Tratscher
21 Tage 13 h

@Tigre.di.montana, in welchem Land gibt es nicht Einwanderung und Auswanderung? Warum haben 300tausend Italiener letztes Jahr Italien verlassen? Auch in Kuba gibt es Einwanderer, nicht nur Auswanderer. Also könntest du die Frage allen Staaten der Welt stellen. Der Hauptgrund ist immer ökonomisch. Wenn ein Mensch glaubt irgendwoanders ginge es ihm besser, dann wird er versuchen dorthin zu gelangen. Es ist eines der wichtigsten Menschenrechte frei seinen Lebensort wählen zu können. Kuba hat in Lateinamerika eine der geringsten Emigrationsraten.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
21 Tage 5 h
@quilombo Kuba erinnert an die DDR. Mit besserer Musik, warmem Wetter und anstelle einer Mauer mit Todesstreifen das Meer. “etwa 170 Kilometer, im Wasser gibt es giftige Quallen und Haie. Und obwohl die Überfahrt lebensgefährlich ist und die Chance auf Asyl gering, stechen wieder mehr Kubaner mit abenteuerlichen Gefährten in See.” “Bekannt ist, dass die US-Behörden im vergangenen Jahr [2019] 454 kubanische Bootsflüchtlinge zählten. Wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß niemand – ebenso wenig wie die Zahl der Ertrunkenen…Larrondo sagt, Kubanern sei es gesetzlich untersagt, in ein Boot zu steigen, selbst in der Freizeit: „Touristen benutzen Katamarane und Surfbretter zur… Weiterlesen »
Wiesodenn
Wiesodenn
Grünschnabel
21 Tage 5 h

Ewige Sanktionen der USA beeinträchtigen stark die kubanische Wirtschaft.

Offline
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Universalgelehrter
21 Tage 4 h

Kommunistische Parteien haben meines Wissens in keinem Staat der Welt eine politische Funktion. Ok, vielleicht mit Ausnahme von China, Russland, Indien und ein paar weiteren kleinen 🙈 Ländern 🤣🤣🤣🤣🤣

pingoballino1955
21 Tage 3 h

Das wäre für unsere Politiker auch gut,wenn die Spesen direkt vom Rechnungshof bestritten würden,wer weiss was da alles zu Tage kommen würde! SVP in erster Linie fraglich!!!!!

quilombo
quilombo
Tratscher
21 Tage 3 h
@Hustinettenbaer, das was du da aufgegriffen hast, ist völliger Unsinn. Den Kubanern ist nicht verboten, Boote zu nützen, sie fischen oder fahren zu den vielen kleinen Inseln. Die Usa haben ein Gesetz, “Cuban Adjustment Act”, welches seit 55 Jahren den kubanischen Einwanderen große Privilegien einräumt: finanzielle Unterstützung, Wohnung, und Arbeitsplatz, Us-Staatsbürgerschaft nach einem Jahr. Die BEDINGUNG: illegal ohne Visum übers Meer kommen. Damit es die Kubaner besonders schwer haben regulär in die Usa auszuwandern, haben die Usa die zuständige Behörde für den Visaantrag nach Kolumbien verlegt. Ein Kubaner der auswandern will, muß zuerst ein Visum für Kolumbien beantragen, falls er… Weiterlesen »
Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
20 Tage 17 h

@quilombo
Das klingt interessant. Wo kann ich diese Infos verifizieren ?

quilombo
quilombo
Tratscher
20 Tage 17 h
@Hustinettenbaer, das ist ziemlich einfach. Über den “Cuban Adjustment Act” sind die Informationen wohl im Internet. In spanisch heißt dieses Gesetz auch “Ley de Ajuste Cubano”, oder im kubanischem Volksmund “ley de los pies secos y pies mojados”. Unter Trump ist dieser Artikel abgeschwächt worden, aber er hat immer noch seine Auswirkungen. Die Verlockung für die illegale Einreise reichlich belohnt zu werden, ließ viele Leute das Risiko der Bootsfahrt auf sich nehmen, zumal der reguläre Weg mit Visum nicht belohnt wird. Die Usa haben so auch die Möglichkeit geschaffen, ihre antikubanische Propaganda an den Mann zu bringen: “Seht her, wie… Weiterlesen »
quilombo
quilombo
Tratscher
20 Tage 17 h

@Offline, ob und wie andere kommunistische Parteien in anderen Ländern an der Politik beteiligt sind, ist sicher von Staat zu Staat verschieden.
In Kuba hat die kommunistische Partei keine Regierungsfunktion, auch keine in der Opposition.
In Kuba werden keine Parteien gewählt, sondern Personen. Dem PCC ist es vom Gesetz ausdrücklich verboten, sich in irgendeiner Form an den Wahlen zu beteiligen. Die Partei darf keine Kandidaten aufstellen, keine empfehlen und für niemanden werben. Ob ein Kandidat für ein politisches Amt kandidiert, entscheidet das Volk, und ob er der Partei angehört oder nicht, wird nicht erwähnt und spielt auch keine Rolle.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
20 Tage 16 h

@quilombo
Der “Cuban Adjustment Act” kann meinetwegen auch im Volksmund “Garbanzos con ajo” heißen. Wo sind die Belege für die Informationen ?

quilombo
quilombo
Tratscher
20 Tage 15 h

@Hustinettenbaer, sei doch nicht so naiv. La Ley de Ajuste Cubano wurde 1966 unter der Regierung von Lyndon B. Johnson verabschiedet. Du kannst dir den gesamten Text in englischer oder spanischer Sprache suchen und meinetwegen ausdrucken.
Dann kannst du dir auch gleich den Text des Helms-Burton Act von 1995 ausdrucken, welcher die Wirtschaftsblockade von 1960 gegen Cuba ungemein verstärkt hat. Den hat nämlich Trump zur Grundlage genommen, und noch weiter ausgebaut, um daß Cuba endgültig zu Fall käme.

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Universalgelehrter
20 Tage 4 h

@quilombo..mag ja in Theorie so sein. Aber in der Praxis reine Augenwischerei. Wo wohl kommt die “freundliche Abneigung” der kapitalistischen USA her ? Und warum sichert/e ausgerechnet die ehemalige UdSSR und jetzt Russland und andere kommunistisch regierte Staaten Kuba das “Überleben”, wenn auch auf einem niedrigen und für den “Normalkubaner” erbärmlichen Niveau.

quilombo
quilombo
Tratscher
20 Tage 1 h

@Offline, wem sollte “Augenauswischerei” etwas bringen? Die “freundliche” Aufmerksamkeit der Usa für Kuba dauert seit 120 Jahren. Sie ist nicht nur eine Katastrofe, sondern auch ein ununterbrochenes Verbrechen. “Emendo Platt”, Monroe Doctrin, 60 Jahre lang Diktatoren gefördert, Guantanamo und Caimanera, Wirtschaftsembargo, Schweinebucht, Schweinepest, Marabú, Terrorakt von Barbados, weitere Terrorakte welche 3000 Tote und 11000 Invaliden zurückließen, Guerrilla en Escambray, Cuban Adjustment Act, Helms Burton, ….und, und und. Das wären die Schlagworte welche die Beziehung zwischen Kuba und Usa umschreiben

Nico
Nico
Superredner
21 Tage 5 h

Mit der irrsinnigen Währungs-“Revolution” hat die Partei das Fass zum überlaufen gebracht!
Die Leute dort können sich kaum mehr etwas leisten da z. B schon 1 lt Öl das 3 fache wie bei uns kostet!
mit der Einführung der sogenannten MLC-stores wo man nur mit US-Dollar oder Euro zahlen kann hat er dann der Misere die Krone aufgesetzt!
und da seit 1 Jahr auch noch kein Tourismus mehr läuft ist das Land dem Untergang geweiht!
Ein fruchtbares Land mit reichlich Erdöl-Vorkommnissen durch jahrelange wirtschafts-Verfehlungen derart in den Boden zu fahren war schon fast eine Kunst!! “Danke Castros und auf nimmer wiedersehen!!

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Superredner
21 Tage 4 h

Der Mensch kann mit sehr wenig leben und zufrieden sein.

quilombo
quilombo
Tratscher
21 Tage 2 h
die “reichlichen Erdölvorkommen” Kubas decken 10% des Eigenbedarfs. Das Land hat auch nicht viele fruchtbare Böden und der Wassermangel ist teilweise akut. Die Währungsreform wurde nicht von der Partei eingeführt, diese hat keine politische Entscheidungsmacht, sondern von einem Gremium aus Ministern, Parlamentariern und Beratern. Die Reform wurde erst nach der Verfassungsreform möglich. Diese wurde in einem Referendum entschieden. Jeder Haushalt bekam den Verfassungsvorschlag schriftlich und die Wähler stimmten in der Mehrheit mit Ja. Die Usa halten seit 60 Jahren eine völkerrechtswidrige Wirtschaftsblockade gegen Kuba aufrecht, welche dem Land bisher zirka 96tausend Milliarden Dollar Schaden zugefügt hat. Da wären viel größere… Weiterlesen »
Nico
Nico
Superredner
20 Tage 20 h

@PeterSchlemihl I kenn Kuba sehr gut, und 90 % der Bevölkerung leidet immens unter diesen Zuständen!! Wer drüben Urlaub mocht und lei in hotels und mit Reisegruppen unterwegs isch werd das Leiden der Leute nie kennen lernen!

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Grünschnabel
20 Tage 4 h

Quilombo, Danke für Deine differenzierten Anworten. Dennoch: Kubas Böden sind fruchtbar. Die kanarisch-spanischen Landwirte dort hatten ein blühendes Kuba, und die Verhältnisse wurden sowohl nach 1898 als auch nach 1958 schlechter. Und letzteres ist eine Sache Castros.
Die Wirtschaftsblockade Kubas ist keineswegs völkerrechtswidrig. Und Kuba kann damit auch fertig werden.
Das Problem ist dass die kubanische Wirtschaft nicht konkurrenzfähig ist.

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Universalgelehrter
20 Tage 4 h

@quilombo..🙈🙉🙊

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Superredner
21 Tage 4 h

Es ist jammerschade, dass die Castros nicht mehr sind. Sie waren eine kleine Hoffnung im Kampf gegen den nimmersatten Kapitalismus.

So ist das
20 Tage 8 h

Das dachte auch die Führung der DDR von sich selbst 😂😂😂

eisern
eisern
Tratscher
20 Tage 17 h

Seit Jahrzehnten wird Kuba von den USA bekämpft und die Kubanische Bevölkerung ist es gewohnt mit wenig auszukommen. Wer das aushält kann stolz sein gegen die große reiche USA bestanden zu haben. Castro ist alt und macht das einzig Richtige. Venceremos!

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Grünschnabel
20 Tage 4 h

¿ Vencer o sobrevivir ?
“Castro ist alt und macht das einzig Richtige.” – er ist zurückgetreten.

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Offline
Universalgelehrter
20 Tage 4 h

Bist du auch stolz auf deine ehemalige Heimat und ihre sozialistischen “Errungenschaften” wie Schlangen von Wartenden vor Ladenschildern mit der Aufschrift : HEUTE gibt es keine Kartoffeln, keine Bananen gibt es nebenan 😉

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