Cavusoglu wetterte wieder gegen die österreichische Politik

Cavusoglu kritisiert erneut Österreichs “islamophoben Trend”

Dienstag, 06. September 2016 | 18:44 Uhr

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat die österreichische Haltung gegenüber der Türkei am Dienstag beim “Bled Strategic Forum” im gleichnamigen slowenischen Ort erneut kritisiert. Ein anti-türkischer oder islamophober Trend könne “sehr gefährlich” werden. Die Türkei könne nicht akzeptieren, wenn Türken als radikale oder islamistische Gruppe definiert werden.

Bei seinem kürzlichen Wien-Besuch habe er “meinen lieben Freund Sebastian” gefragt, ob es in Österreich “einen einzigen radikalisierten Türken” gebe, und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) habe verneint. Dennoch habe Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei gefordert.

“Die rassistische Rhetorik ist ein Faktum, das ist sehr gefährlich”, sagte Cavusoglu im Podiumsinterview in Bled. Die Türkei habe darauf zu reagieren. Mit Norbert Hofer (FPÖ) habe ein “rassistischer Kandidat” 49,65 Prozent der Stimmer erzielt, in der Bundespräsidenten-Stichwahl, die demnächst wiederholt wird. Auch den damaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider nannte Cavusoglu in diesem Zusammenhang.

Die Türkei trage zur “Stabilität” der EU bei und könne bei der Lastenverteilung helfen, etwa in der Flüchtlingsfrage. Zudem sei die Türkei in der NATO sehr aktiv, meinte der Außenminister weiter. “Die Türkei trägt zur Stabilität der EU bei. Das verstehen unsere Freunde nicht.”

Rassismus und Xenophobie hätten in die politische Mitte Einzug gehalten. Die EU, der er Führungsschwäche vorwarf, solle die Türkei als gleichwertigen Partner sehen, forderte Cavusoglu.

Zwischen Ankara und Wien gibt es seit Wochen Missstimmung. Nachdem Kern einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche gefordert hatte, gab es heftige Kritik aus Ankara. Im August wurde der türkische Botschafter aus Wien zurückgerufen. Aufgrund der Spannungen zwischen Wien und Ankara musste auch ein Archäologenteam aus Österreich seine Arbeit in der antiken Westküstenstadt Ephesus einstellen. Zuletzt suchte die Türkei offenbar auch in Österreich intensiv nach Anhängern des Netzwerkes um den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen, der für die Planung des gescheiterten Juli-Putsches in der Türkei verantwortlich gemacht wird.

Von: apa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Cavusoglu kritisiert erneut Österreichs “islamophoben Trend”"


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Bikerboy
Neuling
18 Tage 11 h

Österreich macht zur Zeit die beste Politik der gesamten EU! Diese Politik mag der Türkei vielleicht nicht passen, spiegelt jedoch den Volkeswillen Österreichs wieder!

brunner
Grünschnabel
18 Tage 14 h

Gleichwertiger Partner Türkei? Niemals! Dazu ist die Mentalität zu unterschiedlich…zudem verwandelt Erdogan die Türkei immer mehr in ein Kalifat und eine Diktatur….Europa tut gut daran die Türkei auf keinen Fall aufzunehmen…..Die katholische Kirche in der Türkei darf ueber keinen Besitz verfuegen,Kritiker werden verfolgt,Zeitungen geschlossen und Beamte entlassen….dieser 2.Klasse Politiker soll mal den Mund nicht zu voll nehmen…..

Baduila
Grünschnabel
18 Tage 14 h

Die Türkei als gleichwertiger Partner würde bedeuten das wir auch unsere Journalisten einsperren und anders Denkende verfolgen !?
Da lebe ich lieber mit einer Türke außerhalb der EU….

marsmaennchen
Grünschnabel
18 Tage 10 h

Bin nicht immer ein Freund der österreichischen Innen- und Außenpolitik, aber der Kern macht einen guten Eindruck und in Sachen Türkei ist er z.Z. der Einzige, der wirklich Mut zeigt und die Dinge so beim Namen nennt, wie sie sind.

elmar
Grünschnabel
18 Tage 12 h

Haha gleichwertig wie kommen die nur drauf ?das wird wohl die Sprachbarriere machen das die Türken so was glauben und Denken

zockl
Neuling
18 Tage 2 h

die Türkei hat sich unter Erdogan zur undemokratischen Diktatur der AKP entwickelt – mit Diktaturen redet man nicht, Diktaturen blockt man. Das tut Österreich im Gegensatz zur BRD. PRIMA

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