Toninelli will A22 komplett in öffentlicher Hand sehen

Chaos auf Brennerautobahn: Kritik an Italiens Verkehrsminister

Montag, 04. Februar 2019 | 09:50 Uhr

Die Drohung des italienischen Verkehrsministers Danilo Toninelli (M5S), nach dem Schneechaos am Wochenende die Südtiroler Brennerautobahn (A22) zu verstaatlichen, sorgt für rege Debatten. Parlamentarier aus den Reihen der Oppositionsparteien merkten an, dass die A22 ohnehin schon zu 85 Prozent in öffentlicher Hand sei.

“Die Brennerautobahn ist bereits mehrheitlich in öffentlicher Hand. Außerdem wurde 2016 ein Protokoll unterzeichnet, mit dem die Autobahnstrecke, die derzeit von Autobrennero Spa betrieben wird, einer vollkommen öffentlichen Gesellschaft übergeben werden soll”, betonte die sozialdemokratische Parlamentarierin Alessia Rotta.

Toninelli meinte hingegen, Ziel der Regierung sei es, die Brennerautobahn zu hundert Prozent in öffentliche Hand zu bringen. Damit könnten die Einnahmen der Maut komplett zugunsten der Gemeinden und der Bürger, die die Autobahn nutzen, verwendet werden. “Schluss mit eklatanten und ungerechtfertigten Dividenden zugunsten der Betreibergesellschaften. Wir sind für stärkere Investitionen im Dienstleistungsbereich und für faire Mauten”, so Toninelli, Minister der populistischen Fünf Sterne-Bewegung, in einer Presseaussendung.

Toninelli hatte am Sonntag mit Konsequenzen wegen des Schneechaos auf der A22 am Wochenende gedroht. Er kündigte eine Inspektion bei der Betreibergesellschaft an. “Wir wollen klären, warum sich diese Missstände auf der A22 ereignet haben.”

Von: apa

Bezirk: Bozen