Umstrittene Gesetzesänderung

China erlaubt Umerziehungslager für Muslime in Xinjiang

Mittwoch, 10. Oktober 2018 | 16:15 Uhr

Die chinesische Region Xinjiang hat ihre international höchst umstrittenen Umerziehungslager für Muslime legalisiert. Eine Gesetzesänderung erlaubt Behörden künftig, als extremistisch eingestufte Personen in Trainingszentren “zu erziehen und zu transformieren”. Zugleich haben Parteifunktionäre eine Kampagne gegen Lebensmittel und Produkte begonnen, die von Muslimen als “halal” eingestuft werden.

Es gehe um “ideologische Erziehung, um Extremismus zu beseitigen”, heiß es in dem Gesetz. Psychologische Behandlung und Verhaltenskorrekturen kämen zum Einsatz. Neben berufsbildenden Maßnahmen sollen die Zentren, in denen meist muslimische Uiguren einsitzen, auch Chinesisch sowie Recht unterrichten. Den Insassen solle geholfen werden, ihre Gedanken zu verändern und zur Gesellschaft und ihren Familien zurückzukehren.

Menschenrechtler und UNO-Experten haben die Masseninhaftierung von Angehörigen des Turkvolkes scharf kritisiert. Nach offiziell unbestätigten Berichten sollen Hunderttausende ohne Gerichtsverfahren in den Lagern einsitzen. China hat ihre Existenz bestritten und nur von berufsbildenden Trainingszentren gesprochen. Es säßen meist Personen ein, die sich kleinerer Vergehen schuldig gemacht hätten.

Kommunistische Parteifunktionäre haben unterdessen in Ürümqi in Xinjiang eine Kampagne gegen Lebensmittel und Produkte begonnen, die von Muslimen als “halal” und damit als “erlaubt” eingestuft werden. Vorreiter ist die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt der muslimisch geprägten Region Xinjiang, die in einer Mitteilung “entschlossen zum Kampf gegen die “Pan-Halalisierung”” aufruft.

Als “halal” bezeichnen Muslime alles, was ihnen der Koran erlaubt. Zum Beispiel ist Schweinefleisch nicht zulässig, aber auch Gelatine oder andere Lebensmittel nicht, die aus Schweinefleisch hergestellt werden. Selbst Zahnpasta kann als “halal” gelten. Auch müssen Tiere auf bestimmte Weise geschlachtet werden, um “erlaubt” zu sein.

Da alle Parteimitglieder und Beamten ohnehin nicht religiös seien, sei die Ernährung unproblematisch, befand die Staatsanwaltschaft von Ürümqi. Die Kantinen sollen “reformiert” werden, damit alle “die Küche der verschiedenen ethnischen Gruppen probieren können”. In Chinas Staatsmedien stieß das Vorgehen am Mittwoch auf Unterstützung. Indem vieles als “halal” eingestuft werde, falle man leicht “in den Morast des religiösen Extremismus”, so die “Global Times”.

Die Kampagne ist Teil der massiven Vorgehens der chinesischen Behörden in Xinjiang gegen die muslimische Minderheit der Uiguren. UNO-Experten und Menschenrechtler beklagen Masseninhaftierungen. In Umerziehungslagern werden nach diesen Angaben Hunderttausende ohne Gerichtsverfahren festgehalten und indoktriniert, indem sie Lobeshymnen auf die Kommunistische Partei singen müssen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "China erlaubt Umerziehungslager für Muslime in Xinjiang"


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Grünschnabel
6 Tage 17 h

Hast du den koran in der Birn ist kein Platz mehr fürs Gehirn. 

Anduril61
Anduril61
Grünschnabel
6 Tage 1 h

Richtig so, der Islam breitet sich weltweit immer mehr aus und wird zunehmend radikaler und extremistischer, auch in Europa gibt es inzwischen endlos Diskussionen wie man mit die Parallelwelt umgehen soll, in Schulen, in der Arbeitswelt, im Alltag, Menschen die streng nach dem Koran leben sind mit dem freien Leben der Selbstbestimmung schlicht nicht kompatibel….da dreht sich alles nur um Halal, oder Haram….

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