Liu Xia bei der Zwischenlandung in Helsinki

China ließ Witwe von Friedensnobelpreisträger Liu ausreisen

Dienstag, 10. Juli 2018 | 17:32 Uhr

Liu Xia, chinesische Dichterin und Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, ist am Dienstag in Deutschland eingetroffen. Liu Xia landete am Nachmittag auf dem Flughafen Berlin-Tegel, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die 57-Jährige war in Peking acht Jahre unter de-facto-Hausarrest gestanden, internationale Appelle zu ihrer Freilassung wurden von der Führung in Peking lange Zeit ignoriert.

Die unter Depressionen leidende Liu Xia will sich in Deutschland ärztlich behandeln lassen. Die Künstlerin flog mit einer Maschine der finnischen Fluggesellschaft Finnair nach Helsinki, wo sie am Nachmittag vor Freude lächelnd eintraf, wie auf Bildern von der Ankunft zu sehen war. Ihr Ziel sei Berlin, berichteten Freunde und ihr Bruder. Die Freilassung der Künstlerin wurde als “lange überfällige humanitäre Geste” international begrüßt.

Der Bruder Liu Hui gab die Nachricht, dass seine Schwester “ein neues Leben beginnt”, über das soziale Netzwerk WeChat bekannt. “Dank an alle, die sich über all die Jahre gekümmert und ihr geholfen haben”, schrieb Liu Hui kurz nach ihrem Abflug. “Wir wünschen ihr Frieden und ein glückliches Leben in der Zukunft.”

Die Ausreise der Dichterin und Fotografin erfolgte nur drei Tage vor dem ersten Jahrestag des Todes von Liu Xiaobo, der am 13. Juli 2017 im Alter von 61 Jahren in Haft an Leberkrebs gestorben war. Als erstem Chinesen war dem Bürgerrechtler 2010 der Friedensnobelpreis für “seinen langen und gewaltlosen Kampf für fundamentale Menschenrechte in China” verliehen worden.

“Liu Xia ist aus freien Stücken zur medizinischen Behandlung nach Deutschland gegangen”, teilte Chinas Außenamtssprecherin Hua Chunying mit. Die Ausreise habe aber nichts mit dem Besuch von Premier Li Keqiang zu deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen am Vortag in Berlin zu tun.

Von: apa

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