Xiaobo befindet sich in Shenyang im Krankenhaus

Chinesischer Nobelpreisträger wird künstlich ernährt

Samstag, 08. Juli 2017 | 14:05 Uhr

Der schwer erkrankte chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo wird im Krankenhaus künstlich ernährt. Ärzte hätten ihm einen intravenösen Versorgungsschlauch eingesetzt, teilte die Klinik in der nordostchinesische Stadt Shenyang auf ihrer Internetseite mit. Liu esse kaum und in seinem Körper habe sich viel Bauchflüssigkeit gebildet, hieß es weiter.

Der 2009 wegen “Untergrabung der Staatsgewalt” zu elf Jahren Haft verurteilte Bürgerrechtler hat Leberkrebs im Endstadium. Ärzte aus Deutschland und den USA untersuchten Xiaobo im Krankenhaus. Die westlichen Spezialisten unterstützten die medizinische Behandlung, die der Friedensnobelpreisträger in China erhalte, “in vollem Umfang”, erklärte die Universitätsklinik in Shenyang im Nordosten Chinas.

Dem Menschenrechtler war 2010 der Nobelpreis verliehen worden. Ihm wurde “Bewährung aus medizinischen Gründen” gewährt, so dass er aus dem Gefängnis ins Krankenhaus verlegt werden konnte. Liu steht aber weiter unter strenger Überwachung, weil er unverändert seine Haftstrafe verbüßen muss. Sein Wunsch, im Ausland behandelt zu werden, wurde von den Behörden abgelehnt. Am Samstag sollte er Besuch von zwei Brüdern erhalten, wie ein Freund der Familie sagte.

Von: APA/dpa