Kandidatin fürchtet Cyber-Angriffe der Russen

Clinton schlägt Einladung nach Mexiko nach Trump-Besuch aus

Dienstag, 06. September 2016 | 06:48 Uhr

Nach dem umstrittenen Besuch des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump in Mexiko hat seine Konkurrentin Hillary Clinton eine Einladung in das Nachbarland ausgeschlagen. Sie werde vor den US-Wahlen nicht nach Mexiko reisen, sagte Clinton in am Montag im Voraus veröffentlichten Interview-Auszügen des Fernsehsenders ABC.

Die mexikanische Regierung hatte beide Präsidentschaftskandidaten eingeladen. Trump traf in der vergangenen Woche Präsident Enrique Pena Nieto. Er hatte mexikanische Einwanderer in den USA mehrfach diffamiert. Für den Fall seines Wahlsiegs kündigte Trump an, eine Mauer an der Grenze bauen und die Mexikaner dafür zahlen zu lassen.

Nach dem Treffen sagte Trump, er habe mit Pena Nieto über die Mauer, nicht aber über deren Finanzierung gesprochen. Wenig später widersprach der mexikanische Präsident dann Trump und erklärte, er habe unmissverständlich klar gemacht, dass Mexiko nicht für die Mauer zahlen werde.

Trump habe einen diplomatischen Zwischenfall ausgelöst, sagte Clinton. “Er wusste noch nicht mal, wie man sich effektiv mit einem Staatschef unterhält – das ist das Ergebnis dieser Reise.”

Zudem warnte Clinton vor einem verdeckten Eingreifen Russlands in den Wahlkampf. Mutmaßliche Cyber-Angriffe auf ihre Demokratische Partei “werfen ernste Fragen mit Blick auf eine mögliche russische Einmischung in unseren Wahlprozess auf”, sagte Clinton am Montag vor mitreisenden Journalisten auf dem Flug nach Illinois.

Die frühere Außenministerin übte außerdem scharfe Kritik an ihrem republikanischen Konkurrenten Donald Trump, der Russland zu weiterer Cyber-Spionage gegen die Demokraten aufgerufen hatte. “Wir haben es noch nie erlebt, dass eine gegnerische ausländische Macht sich bereits in unseren Wahlprozess einmischt, und wir haben es noch nie erlebt, dass der Kandidat einer unserer großen Parteien die Russen sogar zu noch mehr Hackerangriffen aufruft.”

Im Juli waren interne E-Mails der Demokraten-Parteiführung an die Öffentlichkeit gelangt; sie deuteten eine Voreingenommenheit der Parteiführung für Clinton gegen ihren innerparteilichen Rivalen Bernie Sanders an. Die damalige Parteichefin Debbie Wasserman Schultz und weitere Parteifunktionäre erklärten daraufhin ihren Rücktritt. Clinton sagte nun, dass US-Geheimdienstler einmütig Russland hinter den Cyber-Attacken vermuteten.

Clinton stellte sich auf dem Flug zu einer Wahlkampfveranstaltung in Moline rund 20 Minuten den Fragen von Journalisten. Es war ihre erste Pressekonferenz seit 275 Tagen; sie war zuletzt dafür kritisiert worden, dass sie sich den Fragen von Journalisten entziehe.

Von: APA/ag.

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