CNN verklagt das weiße Haus wegen Acosta

CNN verklagte Weißes Haus wegen Aussperrung von Reporter

Dienstag, 13. November 2018 | 19:08 Uhr

Der hitzige Streit zwischen dem Weißen Haus und CNN ist bei Gericht gelandet. Der US-Fernsehsender klagte am Dienstag gegen die Aussperrung seines Reporters Jim Acosta. Das Weiße Haus warf dem Reporter erneut Fehlverhalten vor und kündigte eine energische Verteidigung der Sanktionsmaßnahme vor Gericht an.

Das Weiße Haus hatte Acostas Akkreditierung in der vergangenen Woche nach einer turbulenten Pressekonferenz von Präsident Donald Trump bis auf Weiteres suspendiert. Während der Pressekonferenz waren Trump und Acosta, die schon seit langem in eine Fehde verwickelt sind, heftig aneinander geraten.

CNN beantragte nun bei einem Bundesgericht in Washington eine einstweilige Verfügung gegen das Weiße Haus, wie der Sender mitteilte. Dadurch solle erreicht werden, dass Acosta “unverzüglich” seinen Presseausweis zurückbekomme. Die Maßnahme des Weißen Hauses dürfe nicht unangefochten bleiben, da ansonsten eine “gefährliche abschreckende Wirkung für jeden Journalisten entstünde, der über unsere gewählten Amtsträger berichtet”.

In seiner Klage argumentiert der Sender, dass das Weiße Haus gegen die Verfassungsrechte des Reporters sowie von CNN verstoße. Angeführt werden die im sogenannten ersten Verfassungszusatz verankerte Pressefreiheit und die im fünften Zusatz festgeschriebenen Garantien für einen ordnungsgemäßen Rechtsweg.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders bezeichnete die Klage als “abermalige Effekthascherei” von CNN. Acosta habe während der Pressekonferenz die Gelegenheit zu zwei Fragen bekommen und sich anschließend “physisch geweigert”, das Mikrofon abzugeben und Kollegen ebenfalls zu Wort kommen zu lassen.

“Das Weiße Haus kann keine geordnete und faire Pressekonferenz abhalten, wenn sich ein Reporter auf diese Weise verhält, die weder angemessen noch professionell ist”, erklärte Sanders. Der Pressefreiheit sei nicht gedient, wenn ein einzelner von mehr als 150 anwesenden Journalisten die Veranstaltung für sich in Beschlag zu nehmen versuche.

In der vergangenen Woche hatte Sanders die Aussperrung Acostas allerdings noch damit begründet, dass dieser eine Praktikantin des Weißen Hauses angefasst habe, die ihm das Mikrofon abzunehmen versucht hatte. Diese von vielen Seiten als fadenscheinig kritisierte Begründung wiederholte die Trump-Sprecherin nun nicht.

Trump und Acosta hatten sich während der Pressekonferenz am Tag nach den Kongresswahlen einen Schlagabtausch über Trumps aggressive Rhetorik gegen die derzeitigen Migrantentrecks aus Zentralamerika geliefert. Auch fragte Acosta den Präsidenten, ob dieser weitere Anklagen aufgrund der Ermittlungen zu möglichen illegalen Absprachen mit Moskau befürchte.

Der Präsident forderte den CNN-Reporter schließlich auf, das Mikrofon abzugeben, was dieser zunächst verweigerte. Acosta berührte dabei offensichtlich die Praktikantin am Arm – allerdings nur leicht. Auch entschuldigte er sich sofort bei der Frau.

Trump beschimpfte Acosta dann als “unverschämte, fürchterliche Person” und als “Volksfeind”, bevor er einem anderen Journalisten das Wort gab.

Die helle Empörung in den Reihen der Trump-Kritiker über die anschließende Sanktionierung Acostas wurde durch ein Video verstärkt, das Sanders im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichte. Die Szene aus der Pressekonferenz, als Acosta am Mikrofon festhielt, ist darin manipuliert – offenbar mit Absicht. Die Sequenz wird mit beschleunigter Geschwindigkeit gezeigt, wodurch es so wirkt, als würde Acosta der Praktikantin auf den Arm schlagen.

Die Vereinigung der aus dem Weißen Haus berichtenden Korrespondenten begrüßte nun die CNN-Klage. Der Entzug von Acostas Akkreditierung sei eine “unverhältnismäßige” Maßnahme, erklärte der Vorsitzende Olivier Knox. Es gehöre nicht zu den Aufgaben des Präsidenten, “willkürlich die Männer und Frauen auszusuchen, die über ihn berichten”.

Trump bezichtigt kritisch über ihn berichtende Medien regelmäßig der Verbreitung von “Falschnachrichten” und bezeichnet sie als “Volksfeinde”. Auf Veranstaltungen des Präsidenten mit seinen Anhängern herrscht oft eine feindselige Stimmung gegenüber Medienvertretern.

Von: APA/ag.

Kommentare

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4 Kommentare auf "CNN verklagte Weißes Haus wegen Aussperrung von Reporter"


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joe02
joe02
Tratscher
26 Tage 14 h

Isch laipold a Kasperletheater mittn trump….

idenk
idenk
Tratscher
26 Tage 12 h

Diktator Allüren 🙈
Einfach das Wort verbieten, dazu noch, einen gehörigen Fantasie reichen Skandal obendrauf🙉

widder52
widder52
Grünschnabel
25 Tage 23 h

vieleicht sticht in trump(f) früha odo spöta jemand mitn rechtn🤣

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
25 Tage 14 h

Der CNN-Reporter J. Acosta stellt in den USA kein unbeschriebenes Blatt dar. Er gilt als geltungssüchtiger “Aktivist”, der sich gern selber in den Mittelpunkt stellt. D. Trump hat ihn sachlich und unaufgeregt abblitzen lassen. Aber der völlig unbedeutende J. Acosta, der sich erneut in den Mittelpunkt stellen wollte, wollte das Mikrofon partout nicht mehr hergeben. Offenbar ein äusserst unhöflicher Mensch.

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