Teil-Lockdown erreichte "keine wesentliche Absenkung"

Massentest in Südtirol als Vorbild für Österreich

Sonntag, 22. November 2020 | 14:35 Uhr

5.226 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden sind am Sonntag in Österreich gemeldet worden. Das sei ein dramatisch hoher Wert für einen Sonntag, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in einer Aussendung. Erfreulich sei, dass nach Wochen des starken Anstiegs die Hospitalisierungszahlen erstmals leicht auf 4.458 sanken, darunter die Schwerkranken in Intensivbetreuung um 14 auf 683. Die Zahl der neuen Todesfälle sei mit 60 weiterhin sehr hoch.

“Ganz offensichtlich ist mit dem Teil-Lockdown, der vor zweieinhalb Wochen begonnen hat, zwar eine Stabilisierung (auf dramatisch hohem Niveau), aber keine wesentliche Absenkung der Neuinfektionen entstanden”, erläuterte Anschober. Der harte Lockdown könne indes am sechsten Tag noch nicht wirken. “Gegen Ende der kommenden Woche muss es jedoch klare Verringerungen der Neuinfektionen geben”, betonte er. “Alles was jetzt nicht wirklich an Kontakten sein muss, sollte von uns allen unterlassen werden.”

Eine der Maßnahmen nach dem bis 6. Dezember geplanten harten Lockdown werden Massentests der Bevölkerung sein. Ein solcher wird dieses Wochenende in Südtirol durchgeführt. Dorthin wurde auch ein Vertreter der Einsatzleitung des österreichischen Corona-Krisenstabs entsandt. “Es zeigt sich, dass wir aus den Erfahrungen aus Südtirol einiges lernen können – vor allem, dass eine durchgehende Digitalisierung, deren durchgehende Funktionsfähigkeit trotz Extrembelastung und die richtige Kommunikation entscheidend sind”, berichtete Anschober.

Der am Freitag begonnene Massentest in der autonomen italienischen Provinz wurde am Sonntag unter reger Beteiligung fortgesetzt. Von den rund 350.000 Menschen, die zur Antigen-Testung aufgerufen wurden, nahmen bereits mehr als rund 270.000 teil. Dabei wurde ein Prozent positiv auf das Coronavirus getestet. Zwischenzeitliche Probleme bei der Übermittlung der Testergebnisse wurden inzwischen behoben.

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) betonte in der ORF-“Pressestunde”, man wolle bei den Massentests nicht unkoordiniert und wahllos vorgehen. Zu möglichen Lockerungen nach dem Lockdown wollte er nichts versprechen. “Fix ist in diesen Zeiten nix”, meinte Kogler. Man könne dabei nur “schrittweise und behutsam” vorgehen. Im Handel werde es etwa gut sein, wenn man bis zum Heiligen Abend “so viele Öffnungstage wie möglich” sicherstellen kann. Als besonders wichtig bezeichnete Kogler die Öffnung der Schulen.

Seit Beginn des verschärften Lockdowns am vergangenen Dienstag hat die Polizei bis inklusive Samstag österreichweit 1.105 Verstöße gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie geahndet. In 822 Fällen gab es Anzeigen und in 275 Fällen Organmandate nach dem Covid-19-Maßnahmengesetz, hieß es am Sonntag aus dem Innenministerium. Acht weitere Organmandate wurden nach dem Epidemiegesetz verhängt.

Unterdessen gab es am Wochenende auch hierzulande erste Überlegungen zu einem möglichen Feuerwerksverbot zu Silvester. Ähnlich wie beispielsweise in den Niederlanden oder einigen Provinzen Belgiens könnte auch in Oberösterreich ein Aus für Böller kommen, teilte der Krisenstab des Landes der APA mit. “Hierzu finden gerade interne Beratungen statt”, hieß es. Hintergrund ist, die angespannte Situation in den Spitälern durch alljährliche Verletzte wegen der Silvester-Knallereien nicht noch mehr zu strapazieren.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Massentest in Südtirol als Vorbild für Österreich"


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Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
9 Tage 1 h

Der Massentest ist für viele Länder ein Vorbild. Danke.
Erstens rettete der Test einigen Menschen das Leben.
Zweitens kann man aus den Fehlern lernen. 
Und Drittens weichen Spekulationen über die Virus-Verbreitung festen Daten.

bern
bern
Superredner
8 Tage 19 h

Rettet Leben? Was ist unser Ziel? Die Herdenimmunität oder ein monatelanger (sich wiederholender) Lockdown? Für die Herdenimmunität brauchen wir den Test nicht, er hat nur die 40% Asymtomatischen ans Licht gebracht, von denen wir wussten, dass es sie gibt. Wir sollten die Infektionen hoch halten, dann sind wir Mitte Dezember bei der Herdenimmunität angelangt und das Virus ist besiegt.

nikname
nikname
Superredner
8 Tage 16 h

@bern
so wie in Amerika etwa?

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
8 Tage 6 h

tragisch, wenn Menschen mit null Ahnung im Gesundheitswesen hier glauben es besser zu wissen als die führenden Mediziner, Experten und Wissenschaftler.
Herr Hilber hält aber daran fest: er hat 1 und 1 zusammengezählt und laut dem Ergebnis kann nur rauskommen, dass Herdenimmunität das beste Mittel ist; egal ob die KRankenhäuser kollabieren und weitere Menschen sterben, er weiß das einfach. Quelle für seine Behauptung? Gibt es nicht, das sagt die “Logik”.
So ein Mensch in der Politik, da kann man nur den Kopf schütteln. Aber die Wahlen haben ihm ja die Grenzen aufgezeigt, Gott sei Dank.

PuggaNagga
8 Tage 22 h

Das Böllern soll für immer verboten werden. Nur Profis mit Genehmigung sollen mit Raketen und Feuerwerk hantieren dürfen.
Den Autofahrern wird auch alles verboten. Immer kleinere Verbrennungsmotoren bis hin zum kompletten Aus für Benzin und Diesel im Jahr 2025. Aus Umweltschutz darf dann kein Rauch mehr aufgehen, nicht nur bei der Melkkuh Auto, weder in den Auspuffen noch in der Sylvesternacht.

toeeuni
toeeuni
Superredner
8 Tage 20 h

wohl eher “massentests in asien vor monaten vorbild für südtirol heute”

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