LH Kompatscher: "Wollen Perspektive geben"

Schrittweise Öffnung nach Massentests in Südtirol

Montag, 23. November 2020 | 17:30 Uhr

Nachdem sich bei den Corona-Massentests in Südtirol 348.982 Menschen testen ließen, wovon 3.302 Personen positiv waren (0,9 Prozent), sollen die Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus nun schrittweise wieder gelockert werden. Die Landesregierung will am Dienstag über einen Zeitplan für die schrittweise Öffnung beraten, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) am Montag bei einer Pressekonferenz.

Man habe nun die Voraussetzung, wieder in kleinen Schritten und vorsichtig öffnen zu können. “Wir wollen eine Perspektive geben”, sagte Kompatscher. Es sei jedoch eine Gratwanderung, man dürfe nun nicht übermütig werden, betonte der Landeshauptmann. Bereits mit Anfang Dezember könnte es erste Öffnungsschritte geben.

Die Aktion “Südtirol testet” sei jedenfalls ein “großer Erfolg” gewesen. “Die Beteiligung der Bevölkerung war überwältigend”, so Kompatscher. Dennoch seien die Effekte nicht sofort, sondern erst in den nächsten Tagen und Wochen spürbar. Das Gesundheitssystem sei nach wie vor stark belastet, unterstrich der Landeshauptmann.

Auch Gesundheitslandesrat Thomas Widmann (SVP) warnte all jene mit einem negativen Testergebnis davor, nun übermütig zu werden. “Ein negatives Ergebnis ist kein Freibrief”, ermahnte Widmann. Die Massentests seien nur eine Momentaufnahme, aber ein großer Schritt, um das Virus in den Griff zu bekommen. Nun soll analysiert werden, in welchen Gemeinden es Cluster gab. Dort könnte es dann “Nachtestungen” geben.

Kritik übte Kompatscher an den Plänen der italienischen Regierung bezüglich einer möglichen Schließung der Skigebiete über die Weihnachtszeit. Man gehe zwar nicht davon aus, dass es zu Weihnachten bereits eine normale Skisaison geben könne – das sei aus heutige Sicht unwahrscheinlich. “Wir können aber nicht damit leben, dass heuer überhaupt keine Wintersaison stattfinden soll, wie kolportiert wurde”, sagte der Landeshauptmann und forderte von der Regierung in Rom klare Vorgaben, ab wann mit “touristischen Tätigkeiten” wieder begonnen werden könne.

Von: apa

Bezirk: Bozen

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