Regeln bleiben vorerst weitgehend bestehen

Farbenstreit: Schreiben nach Rom soll Lage klären

Samstag, 16. Januar 2021 | 09:35 Uhr

Bozen – Die Südtiroler Landesregierung hat sich überrascht über die Einstufung als “Rote Zone” durch die italienische Regierung gezeigt und angekündigt, die Anfang des Jahres beschlossenen Regeln weitgehend beizubehalten. Gesundheitslandesrat Thomas Widmann erklärte am Freitagabend in einer Aussendung, Rom habe die autonome Provinz in vier von 21 Faktoren falsch eingestuft oder Südtiroler Besonderheiten nicht berücksichtigt. Ein Schreiben soll dies klären.

Die Landesregierung forderte nach der überraschenden Einstufung einen Report des Südtiroler Sanitätsbetriebes an und berief am Freitagnachmittag eine außerordentliche Sitzung ein. Die Experten kämen “aufgrund der aktuellen Datenlage und der beobachtbaren Entwicklungen zum Schluss, dass eine Beibehaltung der bestehenden Regeln vertretbar ist und die Einstufung als ‘Rote Zone’ aufgrund einer unzureichenden Berücksichtigung einiger Südtiroler Besonderheiten zustande kommt”, so Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Daher habe die Landesregierung beschlossen, die Regelungen einer Verordnung vom 5. Jänner 2021 vorerst weitgehend beizubehalten. Änderungen betreffen etwa die Gastronomie, die nur bis 18.00 Take-Away anbieten darf, und die Skilifte, deren für 18. Jänner geplante Öffnung nun doch verschoben wird.

Rom habe Südtirol bei den PCR-Tests, den Fallzahlen pro 100.000 Einwohnern und bei den Grenzwerten in den Intensiv- und Normalstationen falsch eingestuft, so Widmann. Die Landesregierung habe ein Schreiben an die Regierung in Rom verfasst, in dem erklärende Daten vorgelegt und eine Neubewertung gefordert werden. Bis zur Antwort will die Landesregierung bei den bisherigen Maßnahmen bleiben.

Von: apa

Bezirk: Bozen