Vorerst keine Prognose

Coronavirus: Platter sieht bei Maßnahmen “gewisse Grenze erreicht”

Sonntag, 15. März 2020 | 13:15 Uhr

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sieht angesichts der noch während des Sonntags verhängten De-facto-Ausgangssperre im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine “gewisse Grenze” der im Bundesland möglichen Maßnahmen erreicht. Denn man sei inzwischen “so weit gegangen” wie die Verantwortlichen in Südtirol und Italien, sagte Platter im APA-Gespräch.

Eine Prognose, ob es bei der einen Woche Ausgangssperre bleiben werde, wollte der Landeshauptmann vorerst nicht abgeben. “Wir werden das ganz genau beobachten und beurteilen”, so Platter unter anderem in Anspielung auf die weitere Entwicklung bei der Anzahl der positiv getesteten Personen in Tirol.

Er habe sich die Entscheidung “genau überlegt”, versicherte Platter und verwies auf die zuletzt stetig gestiegen Fälle in Tirol. Zunächst seien Überlegungen angestellt worden, diese drastische Maßnahme allein auf den besonders betroffenen Bezirk Landeck anzuwenden. Doch davon sei er wieder abgegangen. Man habe ein Szenario vermeiden wollen, indem dann weitere “Bezirke sukzessive” hinzukommen würden. Zudem spüre er, dass es in der Bevölkerung zunehmend Akzeptanz für einen derart drastischen Schritt gebe.

Zusätzliche Polizisten von außerhalb Tirols zur Überwachung der Einhaltung der Maßnahme werde es nicht brauchen, so der Landeschef. “Wir werden mit den Polizeiressourcen Tirols das Auslangen finden”. Es bestehe aber kein Zweifel, dass es sich um eine “dringliche Aufgabe” handle. Über Verordnungen an die Bezirkshauptmannschaften seien Beamte bei Zuwiderhandlungen gegebenenfalls verpflichtet, sicherheitspolizeilich einzuschreiten. “Es geht aber auch um Eigenverantwortung”, betonte Platter.

Von: apa