Trump mit Kritik an China

Coronavirus-Ursprung: Trump droht China mit Strafzöllen

Freitag, 01. Mai 2020 | 14:46 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat China im Streit um den Ursprung der Coronavirus-Pandemie mit neuen Strafzöllen gedroht. Ihm lägen Informationen vor, die die Annahme rechtfertigten, dass das Coronavirus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stamme, sagte Trump. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte indes, sie wolle sich an den Ermittlungen zum Ursprung des Virus in China beteiligen.

Neben den USA verlangen auch eine Reihe weiterer Staaten von China mehr Transparenz über den Ursprung der Pandemie. So hatte Australiens Ministerpräsident Scott Morrison eine Untersuchung des Ausbruchs der Pandemie in China gefordert. China müsse die Hintergründe des Ursprungs in der Provinzhauptstadt Wuhan aufklären, teilte die australische Regierung mit, die diesbezüglich auch internationale Regierungschefs kontaktierte.

Den chinesischen Behörden zufolge ging das Coronavirus von einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen über. Seit Monaten gibt es jedoch Spekulationen, das Virus könnte in einem Labor in Wuhan durch einen Unfall freigesetzt oder sogar absichtlich geschaffen worden sein. Ins Visier geraten ist dabei das Wuhan-Institut für Virologie, das die größte Virusbank Asiens beheimatet. Die chinesischen Behörden weisen solche Theorien entschieden zurück.

Trump erklärte am Donnerstag nun, er habe Beweise, die ihn zu der Annahme veranlassten, dass das Institut in Wuhan der Ursprung der Coronavirus-Pandemie sei. Er könne dazu aber keine näheren Angaben machen, fügte er hinzu. “Das ist etwas, das an Ort und Stelle hätte eingedämmt werden können, und ich denke, dass es sehr einfach hätte eingedämmt werden können.”

Er drohte zudem, er könne “Strafzölle” gegen China verhängen. Dies hatte er bereits im Handelskonflikt mit Peking getan. Zuletzt hatte Trump auch Entschädigungsforderungen an Peking nicht ausgeschlossen.

Trump erklärte zuvor, ihm lägen Informationen vor, die die Annahme rechtfertigten, dass das Virus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stamme. US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Donnerstag hingegen, er könne “nicht genau” sagen, wo die Pandemie ihren Ursprung genommen habe. “Wir wissen nicht, ob es vom Virologischen Institut in Wuhan kommt. Wir wissen nicht, ob es von dem Markt kommt oder sogar von einem anderen Ort”, sagte er im Radio. “Wir haben diese Antworten nicht”, sagte der Außenminister. Aus diesem Grund habe Trump deutlich gemacht, “dass wir sie brauchen”.

Die US-Geheimdienste hatten sich kurz zuvor gegen Spekulationen gestellt, wonach das neuartige Coronavirus vom Menschen geschaffen worden sein könnte. Sie gehen demnach davon aus, dass das Virus “nicht menschengemacht oder genetisch verändert” worden sei. Zugleich schlossen die Nachrichtendienste nicht aus, dass der Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 auf einen Unfall in einem chinesischen Labor zurückgehen könnte.

Die WHO will sich an den Ermittlungen zum Ursprung des Coronavirus in China beteiligen und forderte die Regierung in Peking zu einer entsprechenden “Einladung” auf. “Die WHO würde gerne mit internationalen Partnern zusammenarbeiten und sich auf Einladung der chinesischen Regierung an Untersuchungen zur tierischen Herkunft des Virus beteiligen”, sagte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic der Nachrichtenagentur AFP.

Die WHO war für ihren Umgang mit der Corona-Krise von den USA scharf kritisiert worden. Trump warf ihr “Missmanagement” und Einseitigkeit zugunsten Chinas vor. So habe die UNO-Organisation von Einreisesperren abgeraten und die tatsächliche Lage in China nicht ausreichend untersucht. Trump stellte deshalb die US-Zahlungen an die WHO ein.

Österreich gab sich in der Diskussion um die Rolle Chinas beim Coronavirus-Ausbruch bisher zurückhaltend. Außenminister Alexander Schallenberg sprach sich für eine allgemeine Aufarbeitung aus. “Wir befinden uns noch mitten in der Phase des Krisenmanagements. Anschließend ist der Zeitpunkt für eine umfassende Aufarbeitung, um Lehren für die Zukunft zu schließen”, hatte eine Sprecherin Schallenbergs am Mittwoch auf APA-Anfrage erklärt. Schallenberg und sein chinesischer Amtskollege Wang Yi hatten einander zuvor in einem Telefonat “exzellenter Beziehungen zwischen Österreich und China” versichert. “Wir haben unsere Erfahrungen mit den Maßnahmen gegen Covid 19 besprochen und die Wichtigkeit der gegenseitigen Unterstützung und Kooperation im Licht der Pandemie unterstrichen”, teilte Schallenberg auf Twitter mit.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

22 Kommentare auf "Coronavirus-Ursprung: Trump droht China mit Strafzöllen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
65xzensiert
65xzensiert
Tratscher
1 Monat 20 h

Wenigstens einer der den Mund aufmacht und nicht kuscht.

info
info
Tratscher
1 Monat 18 h

Bei dem wäre es aber meistens besser, wenn er ihn nicht aufmachen würde…

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 17 h

@ info es sind leider immre die falschen. Die Lautesten sind fast immer die größten Idioten.

Ewa
Ewa
Superredner
1 Monat 18 h

Bekommen die großen Manager der WHO etwa Muffensausen?🤔

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 14 h

die WHO hat sich als eine Gruppe Dilettanten herausgestellt!

1litermuelch
1litermuelch
Tratscher
1 Monat 16 Min

@Jiminy wenn men schaug, woher die gelder für die who kemmmen, donn seins vertreter der farma und lobbys und kuane virologen.
Wenn sich nr no uaner hinter die who stellt, donn sein sel die gleichen misshondler inserer gesundheit, wia sie selber

IchSageWasIchDenke
IchSageWasIchDenke
Superredner
1 Monat 17 h

Bravo Trump, der WHO ist nicht zu trauen.

nightrider
nightrider
Superredner
1 Monat 10 h

Guat in Trump konnsch a net trauen. Redet viel wenn der Tog long isch.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 15 h

aus einem chinesischen Labor und nichts geschieht?!!🙄Hoffentlich lässt Er nicht locker.

nikname
nikname
Tratscher
1 Monat 16 h

halte eigentlich gar nichts vom Trampel, er hat aber hier ausnahmsweise Recht.

Sopra
Sopra
Grünschnabel
1 Monat 13 h
Machwas recht lei weils a Marktschreier isch… steat jo mehrfoch das man koane beweise hot. Man sollte sich frogen wer olles in der Krise ordentlich kassiert und für wen es sich lohnt, donn konn man vielleicht mitn finger auf jemanden zoagn. Sicher sie hoben Fehler gmocht. Das sie an Bock gschossen hoben isch klor hel woas di gonze Welt ober dai…die amis schiasn oan bock nochn ondern des Johr hoben holt di Chinesen in greasten zu holen kop, sein olles lei jager welln lei beweisen wer dr greaste Pfosten isch di WHO mischt ano mit in sochen Inkompetenz. Fakt isch,… Weiterlesen »
Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 17 h

die WHO bittet China, sie für eigene Ermittlungen einzuladen. Das wird sicher genehmigt, wenn alle möglichen Fehlerquellen beseitigt sind. Und zum blond Gewellten: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Der spielt den Ball doch nur der WHO zu, weil er selber und seine Berater Luschen sind.

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

@Guenni
schweigen ist Silber, Ausreden sind Gold!

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

Der blond Gewellte droht mal wieder, welche Überraschung. Da wird das kommunistische Regime in China aber mächtig zittern. Verehrter Donald Duck, äh Trump (Entschuldigung), von heißer Luft ist noch niemand schwanger geworden.

koyote
koyote
Grünschnabel
1 Monat 15 h

i konn den Zeigefingo nimma sechn 🤮🤮🤮🤮

drei
drei
Neuling
1 Monat 13 h

Trump unterstützt die WHO finanziell nicht mehr, und nun ist  ja Bill Gates stark eingestiegen.Jetzt mal schauen was passiert.

BEATS
BEATS
Tratscher
1 Monat 12 h

gates hat die WHO schon immer unterstützt…

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Tratscher
1 Monat 13 h

Vielleicht wäre das eine Idee: Strafzölle auf den Import von Viren.

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

2019 lag die Handelsbilanz zwischen USA und China bei insgesamt 559 Milliarden US-Dollar, davon rund 107 Milliarden Export und 452 Milliarden Import. Da ist natürlich viel Platz für Zölle, nur ist es offensichtlich, dass die USA die Waren brauchen. Und wem schadet dann eine Erhöhung der Zölle, denke beiden

bubbles
bubbles
Superredner
1 Monat 14 h

Ols lei Taktik. Es seit unter einer Decke. Vielleicht awin krass obo isch mein persönliche Meinung

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 8 h

Für alle Freunde der gepflegten schwarzen Satire : Bewaffnete Demonstranten bedrohen die Gouverneurin von Minnesota wegen der Ausgangsbeschränkungen, Antwort vom blond Gewellten: Ich unterstütze die Proteste. Dem nicht genug, auf die Bitte einiger Bundesstaaten an Washington um finanzielle Hilfe für Polizei und Sicherheitskräfte ließ er einer Sprecher ans Mikrofon um zu verkünden : dann meldet halt Bankrott an.

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 7 h

nahezu identischer Vorfall in Michigan. Auch eine Senatorin und wieder die gleiche Reaktion

wpDiscuz