"Italien mit kulturellem Rückstand"

Dämpfer für geschlechtergerechte Sprache: Senatorin Unterberger enttäuscht

Mittwoch, 27. Juli 2022 | 17:41 Uhr

Rom – “Der Senat hat, in einer von Forza Italia und Fratelli d’Italia beantragten geheimen Abstimmung, den auch von mir unterzeichneten Änderungsantrag zur geschlechtergerechten Sprache in den Akten des Senats abgelehnt”, so die Vorsitzende der Autonomiegruppe, Julia Unterberger, in einer Aussendung.

“Die geltende Regelung”, so die SVP-Senatorin in ihrer Stimmabgabeerklärung, “sieht die Verwendung der weiblichen Sprache für Spitzenpositionen nicht vor. Daher sind in den Dokumenten des Senats alle Spitzenpositionen wie Minister oder Präsident in der männlichen Form angeführt. Die Senatspräsidentin wird als “Herr Präsident” angesprochen. Der Abänderungsantrag zielte darauf ab, diesen absurden Anachronismus zu überwinden, denn Sprache ist niemals neutral, sondern konstruiert die Wirklichkeit. Und die Sprache einer Institution, die das Weibliche nicht einbezieht, signalisiert, dass Frauen nicht zählen und dass wichtige Rollen ausschließlich Männern vorbehalten sind. So werden die Rollenstereotype weiterhin zementiert.”

“In der deutschsprachigen Kultur gibt es für alle Spitzenpositionen die weibliche Form. Es wäre niemandem in den Sinn gekommen, über einen Herrn Bundeskanzler Merkel zu sprechen. Lediglich über die Verwendung des Plurals, der niemanden ausschließt, wird seit 20 Jahren diskutiert und es wird nach Lösungen für eine geschlechtergerechte Form gesucht. In Österreich wurde sogar die Nationalhymne umgeschrieben und die Worte ‘Schwestern’ den ‘Brüdern’ hinzugefügt”, erklärte Senatorin Unterberger im Plenarsaal des Senats.

“Leider hat diese Diskussion in Italien noch nicht einmal begonnen, und im Senat werden wir weiterhin ausschließlich in der männlichen Form sprechen, wenn es um höhere Positionen geht. Mit dieser Haltung wird die von allen mit Worten, (aber nicht mit Taten) geforderte faktische Gleichstellung der Geschlechter nie erreicht werden. Im Gegenteil, der kulturelle Rückstand, den Italien in dieser Frage aufweist wird sich noch verschärfen. Heute ist ein bedauerliches Kapitel in der Geschichte des Senats geschrieben worden”, so die Senatorin.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Dämpfer für geschlechtergerechte Sprache: Senatorin Unterberger enttäuscht"


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Diogenes
Diogenes
Tratscher
11 Tage 17 h

Das, liebe Dr.*in, ist nun wirklich das aller kleinste Problem der Menschen. Dazu sitzen Sie als Volksvertreterin Südtirols im Senat? .. ohne Worte! 

Horti
Horti
Superredner
11 Tage 16 h

Mannomann das sollen unsere heutigen Probleme sein. Die braucht sich ja keine Gedanken zu machen wie Sie bei der steigenden Inflation über die Runden kommt.

brunner
brunner
Universalgelehrter
11 Tage 11 h

Aber für Cannabis Legalisierung stimmen….das kann sie…zum Schämen!

Offline1
Offline1
Kinig
11 Tage 3 h

Ich spreche meine Muttersprache so, wie ich es gelernt habe. Und dabei habe ich in in über 60 Jahren noch niemals !! Irgendjemand diskriminiert oder missachtet.

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