“Ein integrierter Mobilitätsplan ist unerlässlich“

Dal Medico skeptisch zu Standseilbahn

Dienstag, 30. August 2022 | 12:36 Uhr

Meran – Das Projekt der Standseilbahn Meran/Schenna wurde gestern Abend offiziell vorgestellt. Bürgermeister Dal Medico: “Ich bin nach wie vor sehr skeptisch, weil es nicht klar ist, welche Vorteile unsere Stadt davon hätte”.

Gestern hat das Mobilitätsressort des Landes im Pavillon des Fleurs das Projekt für den Bau einer Standseilbahn zwischen Meran und Schenna vorgestellt. Als Referenten mit dabei waren der zuständige Landesrat Daniel Alfreider, der Direktor der Mobilitätsabteilung der Provinz, Martin Vallazza, und der Verkehrsplanungsexperte Stefano Ciurnelli. Die Landesregierung könnte für das Projekt Mittel aus dem PNRR erhalten, wenn das Vorprojekt bis zum 31. August in Rom eingereicht wird.

Bürgermeister Dario Dal Medico äußerte starke Bedenken gegen das Projekt. „Der Zeitrahmen ist sehr knapp bemessen, und das ist nicht zu unseren Gunsten. Wir hätten uns gewünscht, noch tiefgreifendere Studien durchzuführen, um Vor- und Nachteile dieses Projektes besser abwägen zu können. Doch dies ist uns aus zeitlichen Gründen nicht erlaubt. In diesem Sinne habe ich bereits meine Bedenken geäußert und wiederhole sie nun: Ich bin überzeugt, dass die Standseilbahnverbindung Meran-Schenna eine große Chance ist, die uns jedoch in einem kritischen Kontext und zu einem kritischen Zeitpunkt für unsere Stadt angeboten wird. Diese ist bereits von zwei großen Bauvorhaben betroffen, von denen das erste bereits im Gange ist und das zweite bald in Angriff genommen wird, nämlich dem Tunnel und der Kavernengarage unter dem Küchelberg“, sagte Dal Medico.

„Um das Projekt der Standseilbahn zu unterstützen, muss man mir zuerst die unbestreitbaren Vorteile aufzeigen, die sie für Meran bringen würde. Die Idee, eine solche Infrastruktur zu errichten, um die Verkehrsprobleme zu lösen, welche gerade die Nachbargemeinden plagen, kann ich mit allem Respekt nicht mitunterstützen. Es muss, wenn überhaupt, eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten sein“.

„Ich sage es ganz offen: Die Lösung mit der teilweise untertunnelten Trasse der Standseilbahn gefällt mir nicht. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich natürlich für das kleinere Übel entscheiden, d.h. für die Lösung mit der Talstation in der Wolfstraße. Aber auch in diesem Fall habe ich viele Zweifel. Für die Variante mit der Talstation an der Karl-Wolf-Straße müsste zudem ein integriertes Mobilitätskonzept erarbeitet werden, ansonsten ist das gesamte Projekt zum Scheitern verurteilt. Fahrgäste, die in der Karl-Wolf-Straße aussteigen würden, wären noch nicht an ihr Ziel angelangt, sondern müssten in die Lage versetzt werden, 1) das Stadtzentrum, 2) das Krankenhaus, 3) den Bahnhof, 4) die Schulen, 5) die Therme und 6) den Pferderennplatz zu erreichen“.

“Verbindungen mit Elektrobusse mit höherem Takt und Ersatzfahrten wären deshalb unbedingt notwendig. Ohne diese Integration würde die Standseilbahn keinen Sinn machen und wäre eine Katastrophe für Meran. Kurz gesagt: Damit wir grünes Licht für das Projekt geben können, muss es durch Elektromobilität (oder Wasserstoffmobilität, vorzugsweise mit Null-Emissionen) an der Oberfläche und einen Parkplatz für Autos und Fahrräder ergänzt werden”, schloss Dal Medico.

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

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4 Kommentare auf "Dal Medico skeptisch zu Standseilbahn"


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Faktenchecker
1 Monat 1 Tag

Habe ich doch gesagt. Provinzposse und gestorben.

onassis
onassis
Superredner
1 Monat 1 Tag

Alles ein großer Schmarrn, und wenn dann sollen die Schenner alles selbst zahlen.

luis p
luis p
Tratscher
1 Monat 1 Tag

für Meran hat es sicher einen großen Vorteil, es würden sehr viel weniger Busse und Autos durch Obermais nach Meran hineinfahren und das Hauptproblem meiner Ansicht in Meran ist der Verkehr. Aber er hat Recht in der karl-wolf-straße die Talstation ist nicht ideal. Warum nicht die Talstation in der Kavernen Garage unterbringen,????

thomas
thomas
Kinig
1 Monat 1 Tag

die aktuelle Staatsregierung wird überhaupt nichts schaffen, die befinden sich im künstlichen Tiefschlaf

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