Streit um Namensänderung sorgte zuletzt für Unruhen in Griechenland

Debatte über Mazedonien-Namen in Athen begonnen

Mittwoch, 23. Januar 2019 | 09:59 Uhr

Im griechischen Parlament hat am Mittwoch die entscheidende Debatte über ein Abkommen zur Beilegung des Namensstreits zwischen Griechenland und Mazedonien begonnen. Das Votum zur Billigung des Abkommens soll am Donnerstagabend erfolgen. Dies teilte das Parlamentspräsidium in Athen am Mittwoch mit. Das Parlament in Skopje hat das Abkommen bereits gebilligt.

Mit der Ratifizierung – von der zahlreiche Beobachter in Athen ausgehen – wird das umstrittene Abkommen zwischen Athen und Skopje dann in Kraft treten. Es sieht vor, dass Griechenlands nördlicher Nachbar künftig Nord-Mazedonien (Slawisch: Severna Makedonija und Englisch: Republic of North Macedonia) heißt.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte im vergangenen Jahr mit seinem mazedonischen Amtskollegen Zoran Zaev trotz großer innenpolitischer Widerstände in beiden Länder vereinbart, den Namensstreit beizulegen. Griechenland sagte zu, eine Annäherung seines nördlichen Nachbarn an die EU und den NATO-Beitritt nicht weiter blockieren zu wollen.

In Griechenland reicht Konservativen und Nationalisten die Namensänderung nicht aus, weil auch eine nordgriechische Provinz Mazedonien heißt. Sie machen gegen den Kompromiss mobil und kritisieren, dass künftig international eine mazedonische Sprache und eine mazedonische Nation anerkannt würden. Beobachter gingen davon aus, dass die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia sogar ein Misstrauensvotum beantragen könnte, um die Billigung hinauszuzögern.

Von: APA/dpa

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