Schulz will erstmal beraten

Deutsche Parteichefs bereiten Koalitionsverhandlungen vor

Montag, 22. Januar 2018 | 19:37 Uhr

Einen Tag nach der Entscheidung der Sozialdemokraten für Koalitionsverhandlungen mit der Union sind die Parteichefs von Union und SPD am Montagabend zu einem Spitzengespräch zusammengekommen. Einen Termin für den Beginn der Koalitionsverhandlungen gibt es bisher nicht. Die SPD hat für diese Woche zunächst weitere interne Beratungen angekündigt.

Es gehe jetzt darum, “Verhandlungen über die Bildung einer Bundesregierung aufzunehmen”, sagte SPD-Chef Martin Schulz, als er zu dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer an der CDU-Zentrale in Berlin eintraf. Ein Sonderparteitag der SPD hatte sich am Sonntag mit einer Mehrheit von 56 Prozent der Stimmen für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen entschieden. Allerdings forderten die Sozialdemokraten zugleich Nachbesserungen der zuvor mit der Union ausgehandelten Sondierungsergebnisse bei sachgrundlosen Befristungen, Eindämmung der Zwei-Klassen-Medizin und einer Härtefallregelung für den Familiennachzug von Flüchtlingen.

Schulz sagte vor dem Treffen mit Merkel und Seehofer dazu lediglich, dieses diene “der Definition der nächsten Schritte, die nach unserem Parteitagsbeschluss jetzt möglich werden”. Unterdessen ist die SPD laut einer Forsa-Umfrage in der Wählergunst weiter abgesackt. Dem am Montag veröffentlichten RTL/n-tv-“Trendbarometer” zufolge erreichten die Sozialdemokraten nur noch 17 Prozent. Die Entscheidung des SPD-Parteitags vom Sonntag, Koalitionsverhandlungen mit der Union aufzunehmen, wurde demnach aber von 59 Prozent der Befragten begrüßt. Bei den SPD-Wählern waren es sogar 65 Prozent.

In der sogenannten Sonntagsfrage erreichte die CDU/CSU der Umfrage zufolge 34 Prozent. Die AfD kam auf 13 Prozent und die Grünen auf zwölf Prozent. Für die Linkspartei würden sich demnach elf Prozent der Befragten entscheiden, für die FDP acht Prozent.

Forsa befragte im Auftrag der RTL-Mediengruppe an diesem Montag insgesamt 1282 Bürger. Die Fehlertoleranz wurde mit plus/minus drei Prozentpunkten angegeben.

Von: APA/ag.