Wiener Atomgespräche in möglicherweise entscheidender Runde

Deutschland fordert “Flexibilität” im Atomstreit mit Iran

Samstag, 12. Juni 2021 | 14:55 Uhr

Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat vor dem Auftakt der nächsten Runde der Wiener Atomgespräche mit Iran von allen Beteiligten “Flexibilität und Pragmatismus” gefordert. “Wir setzen alles daran, dass diese Runde die letzte Verhandlungsrunde wird”, sagte Maas am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Aber es gebe keine Garantie. “Auf der Zielgeraden liegen die schwersten Brocken und die sensitivsten Themen.”

Trotz der nur indirekten Gespräche zwischen den USA und Iran sei man schon “ein gutes Stück dieses schwierigen Weges” gegangen. Das beweise die Ernsthaftigkeit, mit der alle bei der Sache seien. “In den kommenden Tagen kommt es aber noch einmal auf eine große Portion Flexibilität und Pragmatismus an – von allen Beteiligten. Ein Spiel auf Zeit ist jetzt in niemandes Interesse”, warnte der SPD-Politiker.

Die Gespräche würden am Samstag in Wien wieder aufgenommen, hatte der stellvertretende iranische Außenminister Abbas Araqchi (Araghchi) bereits zuvor gesagt. Die USA hatten am Donnerstag angekündigt, die Sanktionen gegen drei frühere iranische Offizielle und zwei iranische Firmen aufzuheben, die mit Ölprodukten handelten. Iran fordert die völlige Aufhebung der US-Sanktionen.

Das 2015 geschlossene Atomabkommen steht auf der Kippe, seit es die USA 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig aufkündigten und gegen den Iran wieder Sanktionen in Kraft setzten. Trumps Nachfolger Joe Biden hat Interesse an einem Wiedereinstieg in das Abkommen signalisiert, erwartet dafür jedoch, dass der Iran seine Auflagen unter anderem bei der Uran-Anreicherung wieder erfüllt. Vor drei Monaten stand der Iran dann erneut wegen der bei Kontrollen entdeckten Uran-Spuren in der Kritik.

Von: APA/Reuters

Kommentare

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3 Kommentare auf "Deutschland fordert “Flexibilität” im Atomstreit mit Iran"


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Wiesodenn
Wiesodenn
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Deutschland fordert ….. hahaha

Peerion
Peerion
Tratscher
23 Tage 8 h

Die Frage ist, kann die Welt und insbesondere der Nahe Osten mit einer iranischen Atombombe leben.
Diese Frage wird unterschiedlich beantwortet.
V. Putin und Xi Jinping werden sich über eine weitere Erschütterung der internationalen Ordnung freuen.
Für die Europäer wären atomar bestückte Raketen zumindest eine latente Bedrohung.
Für die arabischen Nachbarn und Israel bedeuten iranische Atomwaffen eine existentielle Gefährdung.
Für die USA wäre auch nur das Zulassen eines iranischen Atomprogramms das Eingeständnis, dass amerikanische Sicherheitsgarantien für ihre Verbündeten wenig wert sind.
Noch kann man dieses Atomprogramm im Ansatz ersticken.
Das sollte man mit allen Mitteln auch tun.

Neumi
Neumi
Kinig
22 Tage 23 h

… falls sie denn tatsächlich mal in der Lage sind, eine zu bauen.

Mit israelischen Atombomben kölnnen wir jedenfalls schon mal ganz gut leben.

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