Festakt mit Di Maio und Schallenberg am Samstag in Bozen

Die Südtiroler Streitbeilegung wird 30 Jahre alt

Freitag, 10. Juni 2022 | 06:05 Uhr

Der 11. Juni, ein historischer Tag in der Geschichte Südtirols. An diesem Tag jährt sich zum 30. Mal die Abgabe der “Streitbeilegungserklärung” zwischen Österreich und Italien. 20 Jahre hatten die Verhandlungen um die Südtirol-Autonomie gedauert. Mit der Erklärung wurde der in den 1960er-Jahren eröffnete Streit zwischen den beiden Ländern um die Umsetzung des Pariser Vertrags vor der UNO offiziell beendet. Zum Jubiläum treffen sich die Außenminister beider Länder in Bozen.

Der 11. Juni bildete den formellen Abschluss der Südtirol-Verhandlungen. Von österreichischer Seite wurde betont, dass die Schutzmachtfunktion, die auf dem Gruber/De Gasperi-Abkommen fußt, aufrecht bleibe und dass kein Verzicht auf das Selbstbestimmungsrecht Südtirols vorliege. Am 19. Juni 1992 legten Österreich und Italien den Streit vor der UNO in New York bei.

Die Vorgeschichte der Streitbeilegung war eine ebenso geschichtsträchtige: Nachdem 1946 die österreichische Forderung nach einer Volksabstimmung in Südtirol von den Westmächten endgültig abgelehnt worden war, kam es in Paris zwischen den Außenministern Karl Gruber und Alcide De Gasperi zur Unterzeichnung eines Schutzabkommens. Der Vertrag wurde Teil des Friedensvertrages der Alliierten mit Italien, Südtirol damit zum ersten Mal eine internationale Frage.

1948 erließ Rom das erste Autonomiestatut. Südtirol wurde mit dem Trentino zusammengefasst. Die italienische Bevölkerung war in der Region in der Mehrheit. Die Unzufriedenheit der Südtiroler gipfelte 1957 in einer Kundgebung auf Schloss Sigmundskron bei Bozen. Der spätere, legendäre Landeshauptmann Silvius Magnago (SVP) rief vor rund 35.000 Südtirolern das legendäre “Los von Trient!” aus. Nach dem Beginn verstärkter Zuwanderung aus Italien nach Südtirol folgten die ersten (unblutigen) Anschläge, die sich zunächst gegen Sozialwohnbauten richteten.

1960 intervenierte der damalige Außenminister Bruno Kreisky zum ersten Mal bei der UNO. Italien lenkte trotzdem vorerst nicht ein. Die Anschläge erreichen in der Herz-Jesu-Nacht vom 11. Juni 1961 ihren Höhepunkt, Südtirol war nun auch international im Mittelpunkt des Interesses.

1969 stimmte die Südtiroler Volkspartei (SVP) den 137 ausgehandelten Maßnahmen eines “Paketes” zu. Am 20. Jänner 1972 trat das zweite Autonomiestatut in Kraft. Es dauerte 20 weitere Jahre, bis die wesentlichsten Punkte realisiert wurden. Unter anderem wurden 1988 eine neue Finanzregelung und die Einhaltung der Zweisprachigkeitsregelungen in Südtirol von Rom verabschiedet.

Am 30. Jänner 1992 erklärte der damalige italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti das “Paket” für erfüllt und sicherte im Parlament zu, dass Änderungen nur mit Zustimmung der Südtiroler erfolgen dürften. Im April übergab Italien Österreich eine diplomatische Note, in der die Autonomie für erfüllt erklärt wurde. Der Weg zur Abgabe der Streitbeilegungserklärung war frei.

Am 30. Jahrestag des historischen Datums treffen sich an diesem Samstag Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) und sein italienischer Amtskollege Luigi Di Maio in Südtirol. Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) lädt am Abend zu einem offiziellen Festakt in das Stadttheater Bozen mit dem Titel “30 Jahre Streitbeilegung vor den Vereinten Nationen – Südtirols Autonomie als gemeinsame Verantwortung”. Im Vorfeld des Festaktes war eine Pressekonferenz geplant.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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28 Kommentare auf "Die Südtiroler Streitbeilegung wird 30 Jahre alt"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Faktenchecker
14 Tage 18 h

Streitbeilegung? Die STF zündelt weiter.

algunder
algunder
Universalgelehrter
14 Tage 17 h

net die stf
aufrechte tiroler!!!!

Tschars
Tschars
Grünschnabel
14 Tage 8 h

Sogar Benni Raich Skifahrer bekanntlich Tiroler spricht von den Deutsch sprachigen Skifahrern von Italienern

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

die Nationalisten zündeln, die Rechtsrechst-Fraktion

ANTONIO
ANTONIO
Grünschnabel
14 Tage 16 h

Italien hat Südtirol besetzt aber LEIDER nicht erobert..😭

algunder
algunder
Universalgelehrter
14 Tage 13 h

nie und nimmer!!!

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
14 Tage 10 h

Gestohlen ist das richtige Wort

Tschars
Tschars
Grünschnabel
14 Tage 8 h

Stimmt !!! Abessienien auch nicht! Wie auch

ANTONIO
ANTONIO
Grünschnabel
14 Tage 8 h

Anonymous.. Nicht Geschichte gelernt?? Südtirol würde rechtmäßig übertragen..

Zugspitze947
14 Tage 7 h

anonymus: du sags tes ! Aber leider von den Westmächten abgesegnet und somit ist der ZUG endgültig ABGEFAHREN ! Wenn das auch Phantasten der STF und des Schützenbundes nicht wahrhaben wollen 🙁

elmar-p
elmar-p
Grünschnabel
13 Tage 15 h

@ANTONIO Nicht Geschichte gelernt? Wilson wurde eine von Tolomei ins Italienische übertragene Landkarte von Südtirol vorgelegt, worauf es zur Entscheidung kam, dieses Gebiet Italien zuzusprechen – wo es doch offensichtlich eh italienischsprachig sei. Soviel zu geschichtlicher Wahrheit.
Und NEIN, ich gehöre nicht zur STF oder ähnlichen Gruppierungen.

ANTONIO
ANTONIO
Grünschnabel
13 Tage 13 h

Elmar.. Die Brennergrenze war damals strategisch wichtig um sich vor den bösen Ösis zu schützen.

was bin ich
was bin ich
Grünschnabel
14 Tage 16 h

Was bitte gibt es da zu gedenken und zu feiern ?? Seit der Regierung Kompatscher wird Südtirol in großen Schritten immer italienischer um allmählich zu einer ganz normalen italienischen Provinz zu werden. Der Alltag zeigt es ganz deutlich. Oder ist dies etwa der feierliche Anlass??

falschauer
14 Tage 12 h

das ist der zahn der zeit und nicht lh kompatscher in 100 jahren spricht niemand mehr darüber

was bin ich
was bin ich
Grünschnabel
14 Tage 11 h

@falschauer
die Südtiroler Politik übernimmt die ureigenste politische Aufgabe des Herrn Urzi. Wieso glaubt ihr, hört man von ihm seit Jahren keinen Ton mehr?

Tschars
Tschars
Grünschnabel
14 Tage 9 h

Stimmt!! Es entsteht eine neue Sprache Tiroitalenisch und Sprachwissenschaftler werden sagen es ist eine Weiterentwicklung des ladinischen 🤗🤣

Roland Lang
Roland Lang
Tratscher
14 Tage 17 h

“Nichts ist endgültig geregelt, was nicht gerecht geregelt ist!”

falschauer
14 Tage 15 h

und was wäre in deinen augen gerecht?

Faktenchecker
14 Tage 15 h

Nichts ist geregelt, was nicht gerecht geregelt ist.

Abraham Lincoln

(1809 – 1865 (ermordet)), 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

algunder
algunder
Universalgelehrter
14 Tage 17 h

i hon kuan grund zu feiern !

falschauer
14 Tage 14 h

nor mogsches lai lossn

Savonarola
14 Tage 15 h

Streitbeilegung? Mit Rom muss man jeden Tag streiten, alles wird angefochten, aufgehoben, annulliert, sabotiert und reduziert. Arno benimmt sich, als wären die ital. Staatsleute die besten Freunde Südtirols.

Opa1950
Opa1950
Superredner
14 Tage 12 h

Was brauchen wir in Südtirol einen Herrn Di Maio.

So ist das
14 Tage 16 h

Da werden sich die Politiker wieder mal gegenseitig und selbst loben, sich beweihräuchern und alles schön reden. 🤭
Die alten Freunde im Edelweiss werden wohl auch wieder geladen sein, als wäre alles vergeben und vergessen? 🤔

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
14 Tage 13 h

Da wird der LH wieder seinen Mund Vollnehmen,alles schön u gut Predigen wie immer

Savonarola
14 Tage 15 h

Wird dieses Spektakel mit den vom Nachhaltigkeitsfestival übrig geblienenen Geldern (weil wir ja “billiger’ als andere sind) veranstaltet?

primetime
primetime
Kinig
14 Tage 16 h

Streitbeilegung welche gewisse Lokalpolitiker, seis deutscher sowie italienischer Sprache, wieder entfachen wollen

Diogenes
Diogenes
Tratscher
14 Tage 3 h

Die Wirklichkeitsverweigerer feiern sich groß selbst.

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