Dinkhauser will persönlich wieder aktiver werden

Dinkhauser will im Tiroler Wahlkampf wieder mehr mitmischen

Sonntag, 30. Juli 2017 | 13:05 Uhr

Der Gründer und Obmann der oppositionellen Liste Fritz, Fritz Dinkhauser, will im Wahlkampf für die Tiroler Landtagswahl am 25. Februar kommenden Jahres wieder verstärkt persönlich mitmischen. Er werde sich “mehr einbringen und engagieren” als im Landtagswahlkampf 2013, sagte Dinkhauser im Interview mit der APA. Wahlziel bleibe die Verdoppelung der derzeit zwei Mandate.

Als Hauptgründe für seinen verstärkten Einsatz führte Dinkhauser die geplante Bewerbung Tirols für Olympische Winterspiele 2026 und die “Frage der sozialen Gerechtigkeit” an. Die Liste Fritz sei das soziale Gewissen des Landes, rührte der 77-Jährige schon einmal die Werbetrommel. Seine “Leidenschaft für diese Bewegung” sei so groß wie am ersten Tag, so der frühere ÖVP-Politiker und Arbeiterkammerpräsident. Dinkhauser sprach sich einmal mehr für Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider als Spitzenkandidatin aus. Diese bekundete auch ihre Bereitschaft, zur Verfügung zu stehen.

Hauptziel bleibe es, die ÖVP in Tirol aus der Regierung zu drängen. “Die Tiroler ÖVP ist in sich nicht erneuerbar”, so Dinkhauser. Er schloss eine mögliche Regierungszusammenarbeit mit der Volkspartei kategorisch aus. “Mit dieser ÖVP können wir uns nicht ins Bett legen”, stieß Haselwanter-Schneider ins selbe Horn. Die Chancen auf eine Landesregierung ohne ÖVP schätzten beide Politiker aber als eher gering ein. Denn die Politiker der anderen Parteien in Tirol sind schließlich laut Dinkhauser “mausgrau und regierungsgeil”. Die Liste Fritz hingegen habe seit ihrem erstmaligen Antreten 2008 die “Allmacht” der ÖVP gebrochen – dies bleibe ein historischer Verdienst.

Die Politik der schwarz-grünen Landesregierung in Tirol sei von “Ankündigungen, Überschriften und Stillstand” geprägt, kritisierte Haselwanter-Schneider. Man spiele in Österreich “in der zweiten Liga”, ergänzte Dinkhauser und verwies auf die vergleichsweise niedrigen Einkommen und hohen Lebenskosten. Zudem fehle es beispielsweise an einer Bildungsoffensive – nicht zuletzt um dem Fachkräfte- und Lehrlingsmangel entgegenzutreten. Dafür brauche es Investitionen in der Höhe von rund einer Milliarde Euro in den kommenden fünf Jahren.

Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hingegen setze die falschen Prioritäten. “Er ist nicht Bürgerhauptmann, sonder Brennerhauptmann”, spielte Dinkhauser auf die immer wieder in den Raum gestellten Grenzkontrollen am Brenner an. Der Landeshauptmann erledige seine Hausaufgaben nicht, so Dinkhauser, um dann zu ergänzen: “Aber er ist ja immer noch der Beste. Es ist ja kein Angebot da. Denn die meisten anderen, die für den Job infrage kommen würden, sind ja leider Hosenscheißer.”

Die Liste Fritz hatte im Jahr 2008 – nicht zuletzt im Windschatten des Agrargemeinschafts-Themas – aus dem Stand 18,35 Prozent eingefahren und der ÖVP eine empfindliche Niederlage zugefügt. 2013 rutschte sie dann – ohne Dinkhauser als Spitzenkandidat – auf 5,61 Prozent ab.

Von: apa

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