Fraccaro: "Feindliche Initiative"

Doppelpass: Lega und M5S sind sich uneinig

Montag, 10. September 2018 | 08:10 Uhr

Bozen – In der Debatte über Österreichs Pläne zur Einführung einer Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler hat sich am Samstag ein weiterer italienischer Spitzenpolitiker zu Wort gemeldet. Der Minister für die Beziehungen zum Parlament, Riccardo Fraccaro, sprach am Samstag von einer “feindlichen Initiative” der österreichischen Regierung. Ähnlich hatte sich zuvor bereits das Außenministerium geäußert.

Fraccaro wirft der ÖVP-FPÖ-Regierung in Wien mit dem Vorhaben eine “reine Propaganda-Aktion” vor. “Über ein derart heikles Thema wie die Staatsbürgerschaft können wir keine Provokationen akzeptieren”, betonte der Spitzenpolitiker der Fünf Sterne-Bewegung in einer am Samstag veröffentlichten Presseaussendung.

Der aus Trentino stammende Fraccaro sieht durch die Pläne auch eine Beeinflussung der Regionalwahlen in Südtirol im Oktober. Österreich habe derzeit den EU-Ratsvorsitz inne, darum sei es umso mehr unannehmbar, dass die Regierung in Wien Initiativen ergreife, die für Spaltung sorgen, kritisierte der Minister, und er fügte hinzu: “Die Regierung in Wien soll auf jegliche Form politischer Instrumentalisierung verzichten, die unsere Regierung entschlossen ablehnen wird.”

Der Koalitionspartner, die rechte Lega, schlug indes einen sanfteren Ton an. Der italienische Familienminister Lorenzo Fontana hatte am Rande eines Treffens mit Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) am Samstag in Triest Dialogbereitschaft mit der Bundesregierung signalisiert.

Lega-Minister signalisiert Dialogbereitschaft mit Wien

Der italienische Familienminister Lorenzo Fontana hat Dialogbereitschaft mit der Bundesregierung in Sachen Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler signalisiert. Der Politiker der rechten Lega traf am Samstag den österreichischen Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) in Triest. Zuvor hatte noch das Außenministerium in Rom das Vorhaben Wiens als “unangebrachte Initiative” bezeichnet.

In einer Presseaussendung vom Freitagabend bekräftigte das Außenministerium “die Position, die bereits Außenminister Enzo Moavero Milanesi (parteilos, Anm.) dargelegt hat: Österreichs Initiative ist wegen seiner potenziell störenden Tragweite unangebracht”. Die österreichischen Behörden hätten dem Außenministerium in Rom bestätigt, dass die Einführung der Doppelstaatsbürgerschaft Teil des Regierungsprogramms sei, hieß es weiter. Diesbezüglich habe Italien nun “diplomatische Schritte” in Wien unternommen.

Sanftere Worte fand nun der italienische Familienminister. “Unsere Beziehungen zur österreichischen Regierung sind sehr gut”, betonte Fontana nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Über die Doppelstaatsbürgerschaft könne die italienische Regierung “ruhig” zusammen mit Österreich diskutieren. Allerdings, so der Minister, habe das Thema keine Priorität. Vielmehr müsse das Problem, der illegalen Migration – also die Frage der Personen ohne Aufenthaltsgenehmigung, die in Europa unterwegs seien und “oft Probleme verursachen” – gelöst werden.

Die Begegnung mit Kunasek erfolgte im Rahmen des italienisch-österreichischen Friedenstreffens im Andenken an die Kriegsgefallenen und Zivilopfer des Ersten Weltkrieges. Das Friedenstreffen findet an diesem Wochenende in Anwesenheit des Präsidenten der Region Friaul Julisch Venetien, Massimiliano Fedriga, statt.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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17 Kommentare auf "Doppelpass: Lega und M5S sind sich uneinig"


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Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
10 Tage 47 Min

Hallo Italien!!!!!!
Ein Feindlicher Akt ist die Zerreissung Tirols gegen den Willen der Bevölkerung!!Lasst Endlich euer Faschistisches tun!!! In Europa gibt es Millionen von Doppelstaatsbürger, das muss auch für uns Süd-TIROLER möglich sein! Oder seit ihr wirklich so Faschistisch, dass ihr nicht anders könnt
Dann darf es auch keine Italienische Doppelstaatsbürger geben ! oder? Faschismus ist Grausam,hört auf damit, wir sind Österreicher und wollenden Pass von unseren Vaterland Österreich!

hefe
hefe
Grünschnabel
9 Tage 23 h

Red für die Gaga und net fa uns ! Mir sein Südtiroler ober niemols mehr Österreicher

Eppendorf
Eppendorf
Superredner
9 Tage 20 h

Ich nix wollenden Pass, also sprich für dich.

genau
genau
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

Jetzt mal langsam!

Wer sind wir?
Du und dein Wirt??

Wieso sprichst du hier für 500 000 Einwohner?

Ich glaube jeder kann für sich selbst sprechen!

Das Ziel sollte ein Europa der Regionen sein!
Wir sollten uns als Europäer sehen!

In der heutigen Zeit sollte dieser dumme Nazionalstolz eigentlich der Vergangenheit angehören!

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

@hefe Mein Frueund, mein Nachbar, viele Land auf Land ab, das sind „wir“ wir Österreicher!!🇦🇹🇦🇹🇦🇹👍

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

@hefe Zwei ist schon ein Mehrzahl! Also „wir“ mein Nachbar und ich sind „wir“! Frag deine Ehemalige Lehrerin.
Wir Verstehen uns?

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
10 Tage 37 Min

Wenn wir von einen Feindlichen Akt sprechen, dann müssen wir über die Zerreisung TIROLS sprechen!!!

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
9 Tage 23 h

Eigentlich nicht. Ein feindlicher Akt zwischen 2 Staaten ist vollkommen anders definiert. Der feindliche Akt war die Kriegserklärung Italiens an Österreich.
Das Abtreten eines Gebiets als Bedingung für eine Allianz gehört nicht dazu.

genau
genau
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

Wer sind wir?? Ich mal nicht

BaronVonRotz
BaronVonRotz
Neuling
9 Tage 19 h

@Neumi dass ich hiermal ne intelligente Antwort finde! Chapeau

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
9 Tage 18 h

@genau Stimmt, Du bist nur Du!

sunnn
sunnn
Grünschnabel
10 Tage 1 h

Spaltung? Wohl eher Zusammenschluss. Arbeit, Studium, Auslandsaufenthalte….je mehr Staatsbürgerschaften ich habe desto besser. Lediglich nationalistische Ideologien schreiben den Bürgern mit Gewalt eine Staatsbürgerschaft zu. Und da der Nationalismus das eigene Volk über andere stellt, bekommen eingene Bürger im Ausland natürlich die S.b. des Vaterlandes umgekehrt aber nicht. q.e.d.

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
10 Tage 1 h

Wer glaubt, dass die Lega den Doppelpass offen unterstützen wird, täuscht sich. Das würde maximal ein paar tausend Stimmen bei uns bringen, aber in Italien hundertausende, oder mehr kosten. 

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

habe da auch Zweifel.Vertraue nur der STF .

Guri
Guri
Tratscher
10 Tage 10 Min

Südtirol ist ein gestohlenes Stück von Tirol , Anektiert von Italien nach den ersten Welt Krieg , als Österreich am Boden lag . Tirol Österreich ist unser Vaterland

A1a
A1a
Neuling
9 Tage 23 h

Die Beziehungen zwischen Österreich und Italien sind gut. Aber warum muss die österreichische Regierung der italienischen Regierung in den Arsch kriechen? Macht den Doppelpass für Südtiroler. Fertig! Aus! Amen!

leolee
leolee
Grünschnabel
9 Tage 18 h

Auf Grund dass es bald zuwenig LKW Fahrer gibt,muss man den Doppelpass für alle LKW Fahrer verpflichtet sein. Dann können sie 8 Stunden als Südtiroler fahren und 8 Stunden als Österreicher.
und die Lieferung engpässe sind beseitigt.

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