"Wir sind die Brücke zwischen Nord- und Südeuropa"

Doppelpass – Kompatscher: “Übertriebener Alarm”

Mittwoch, 20. Dezember 2017 | 07:50 Uhr

Bozen – Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher klagt über “übertriebenen Alarm” in Zusammenhang mit der Entscheidung von ÖVP und FPÖ, die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler ins Regierungsprogramm aufzunehmen. “Dieser Medienrummel ist übertrieben”, so Kompatscher im Gespräch mit der italienischen Nachrichtenagentur ADNKronos.

Das Vorhaben der österreichischen Regierung, Südtirolern einen Doppelpass zu gewähren, müsse im europäischem Geist diskutiert werden. “Niemand stellt das Autonomiestatut infrage”, versicherte Kompatscher. “Wir sind die Brücke zwischen Nord- und Südeuropa. Mit dem Autonomiestatut haben wir eine Lösung gefunden, die heute ein Beispiel für das Zusammenleben ethnischer Gruppen ist”, sagte Kompatscher.

Für den Trentiner Landeshauptmann, Ugo Rossi, ist der Doppelpass eine “private Angelegenheit”, die mit der Zugehörigkeit jeder einzelner Person zusammenhängt. “Ich hoffe, dass die Frage des Doppelpasses nicht zu einer ethnischen Zählung der Sprachgruppen führt, was wir in diesem Moment, weder in Trentino, noch in Südtirol und auch nicht in Tirol und Österreich brauchen”, so Rossi.

Bozens Bürgermeister: “Politische Provokation”

Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi hat die Entscheidung von ÖVP und FPÖ, die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler ins Regierungsprogramm aufzunehmen, kritisiert. Als “politische Provokation” der neuen Regierung in Wien bezeichnete Caramaschi den Vorschlag der Regierungsparteien.

Der Plan der Regierungskräfte sei Ausdruck des “nationalistischen Windes” in Österreich. “Es werden Barrieren errichtet, Europa ist schwach. Man verschliefst sich und denkt, dass man sich so vor dem Sturm rettet”, so Caramaschi laut der italienischen Nachrichtenagentur ADNKronos.

Von: apa

Bezirk: Bozen