"Er ist ein guter Freund von mir"

Doppelpass – Kurz kündigte Gespräch mit Gentiloni an

Mittwoch, 20. Dezember 2017 | 07:45 Uhr

Zur Entscheidung von ÖVP und FPÖ, die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler ins Regierungsprogramm aufzunehmen, hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ein Gespräch mit seinem italienischen Amtskollegen Paolo Gentiloni angekündigt. “Natürlich ist das eine Frage, die wir mit unseren Partnern und Freunden in Italien diskutieren müssen”, sagte Kurz am Dienstagabend.

Kurz äußerte sich auf einer Pressekonferenz in Brüssel nach seinem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. “Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Partnern und Freunden in Italien.”

Gentiloni sei bereits sein Kollege während seiner Amtszeit als Außenminister gewesen. “Er ist ein guter Freund von mir”, versicherte Kurz. Zwar sei er in den vergangenen Tagen nicht mit ihm in Kontakt gewesen, “aber ich werde mich mit ihm in Kontakt setzen, um diese Frage zu diskutieren.”

Nach den Spannungen in Italien wegen des Vorschlags der Regierung in Wien zur Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler setzt sich offenbar die Diplomatie in Bewegung. Der italienische Außenminister Angelino Alfano plant ebenfalls am Mittwoch ein Telefonat mit seiner neuen Amtskollegin in Wien, Karin Kneissl, verlautete es aus dem Außenministerium in Rom nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Alfano will mit der Regierung in Wien über deren Pläne für die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler diskutieren. Die Gespräche mit der neuen Regierung sollen im Einklang mit Italiens Geschichte und “mit dem Schutz unserer Bevölkerungen und unserer Mitbürger” erfolgen, deren Position in Sachen Staatsbürgerschaft “sehr klar” sei, hatte Alfano am Montag betont.

Von: apa

Bezirk: Bozen