Initiative der STF - auch ethnische Minderheiten in Italien dabei

Doppelpass – Petition europäischer Minderheiten präsentiert

Donnerstag, 20. September 2018 | 13:20 Uhr

Die Oppositionspartei Süd-Tiroler Freiheit, die vehement für die von der türkis-blauen Regierung geplante Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler eintritt, wartet nun mit einer Petition auf. Diese wurde bisher von 44 Minderheitenvertretern europäischer Parteien bzw. Kulturvereinen unterzeichnet, teilte die Partei am Donnerstag mit.

Zudem werde die Petition auch von EU-Abgeordneten unterstützt, hieß es. Die Unterstützungserklärungen werden nun der österreichischen und italienischen Regierung sowie der EU-Kommission überreicht. Es handle sich um einen “Schulterschluss zwischen den Volksgruppen”, erklärte LAbg. Sven Knoll.

Auch die ethnischen Minderheiten in Italien (Aostaner, Friulaner und Sarden) würden sich mit Südtirol solidarisieren und sich dafür aussprechen, dass den Südtirolern dasselbe Recht auf eine Doppelstaatsbürgerschaft zugestanden wird, das Italien seinen eigenen Minderheiten “ganz selbstverständlich” gewähre. Dargebracht wurde etwa eine Stellungnahme der Partei “Lista per Fiume”. Auch die italienischen Minderheiten in Slowenien und Kroatien unterstützen laut Süd-Tiroler Freiheit die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler.

Die 44 unterstützenden Minderheitenvertreter würden aus nahezu allen europäischen Staaten kommen. Entsprechende Videobotschaften werde man in den kommenden Wochen über die sozialen Medien verbreiten.

Doppelte Staatsbürgerschaften für autochthone ethnische Minderheiten sollten von der EU und den Mitgliedsstaaten gefördert und nicht bekämpft werden, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Süd-Tiroler Freiheit und der Europäischen Freien Allianz. Mit der Petition wolle man die europäische Dimension von Doppelstaatsbürgerschaften für autochthone ethnische Minderheiten unterstreichen.

Für eine “weiterhin entspannte Herangehensweise” an den Doppelpass trat indes der Südtiroler Schützenbund ein, der ebenfalls als vehementer Verfechter des Vorhabens gilt. Kritiker der Doppelstaatsbürgerschaft hätten zuletzt versucht, ein “Unbehagen bei den italienischen Bewohnern Südtirols und eine Spaltung der Gesellschaft im Land an Eisack, Etsch und Rienz herbeizureden”, bemängelte der Schützenbund in einer Aussendung. Mehrfachstaatsbürgerschaften seien in Europa Realität, wurde betont. Italien selbst habe “in sehr großzügiger Handhabung” italienische Staatsbürgerschaften an “Angehörige der italienischen Nation” in Slowenien und Kroatien vergeben – “und das, ohne auf die Befindlichkeiten anderer Staaten Rücksicht zu nehmen”, erklärte Landeskommandant Elmar Thaler.

Von: apa

Bezirk: Bozen