Landeshauptmann: "Wird vom Land Tirol und mir unterstützt"

Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler: Platter unterstützt Wunsch

Donnerstag, 23. November 2017 | 13:50 Uhr

Nachdem 19 von 35 Südtiroler Landtagsabgeordneten in einem Schreiben an die Koalitionsverhandler in Wien den Wunsch nach einer Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler formuliert hatten, erhalten sie Unterstützung von Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Dieser Wunsch werde “vom Land Tirol und mir unterstützt”, erklärte Platter gegenüber der APA.

Der Wunsch werde aufrecht bleiben, solange es keinen “europäischen Pass” gebe, so der Landeshauptmann. Er habe “Verständnis” für die Landtagsabgeordneten, betonte Platter. “Ich verstehe den Wunsch der österreichischen Minderheit in Italien, die Möglichkeit für eine Doppelstaatsbürgerschaft zu schaffen. Wie immer bin ich in engster Abstimmung mit dem Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher, der zurecht auf die emotionale Verbundenheit der österreichischen Minderheit mit dem Mutterland Österreich hinweist”, fügte der Landeschef hinzu. “Die Grenze zwischen Nord- und Südtirol ist und bleibt eine historische Unrechtsgrenze. Südtirol ist für die Tiroler Landesregierung ein Herzensanliegen. Wenn wir diese Tage den 250. Geburtstag von Andreas Hofer feiern, wird uns die enge Verbundenheit der beiden Landesteile wieder besonders bewusst”, sagte Platter.

Kompatscher hatte zuletzt im “Ö1-Mittagsjournal” seine Unterstützung für die Initiative der Abgeordneten bekundet. Die doppelte Staatsbürgerschaft hätte einen “sehr hohen emotionalen Wert” für die Südtiroler, so der Landeshauptmann.

Große Hoffnung in die türkis-schwarz-blauen Koalitionsverhandlungen setzte indes auch Tirols Alt-Landeshauptmann Wendelin Weingartner (ÖVP). “Ich hoffe, dass es in der Frage der doppelten Staatsbürgerschaft zu einer Lösung kommt. Da muss es vielleicht auch eine Zwischenlösung geben. Vielleicht muss man einen besonderen Weg finden, weil mit der doppelten Staatsbürgerschaft natürlich Rechte verbunden sind, ohne dass Pflichten verbunden sind”, sagte Weingartner in einem Interview mit der Internet-Plattform “unsertirol24.com”. Er sei “optimistisch”, so der Südtirol-Freund und -Kenner Weingartner: “Ich glaube also, dass sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die Chance, endlich mitzuregieren, nicht entgehen lassen wird. Ich glaube auch, dass die freiheitliche Partei das Thema der doppelten Staatsbürgerschaft in die Koalitionsverhandlungen einbringen wird, und dass es durchaus auch ein Thema sein wird”. Die doppelte Staatsbürgerschaft sei eine Anbindung von Südtirol an Österreich. Nachdem Italien seinen Bürgern in anderen Staaten auch diese doppelte Staatsbürgerschaft gebe, könne es nicht sein, dass Italien bei den Südtirolern etwas dagegen habe.

STF sieht sich bestätigt

“Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, dankt dem Tiroler Landeshauptmann für seine deutlichen Worte, mit denen er die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft durch die Südtiroler unterstützt.

Nachdem nun auch von Seiten der ÖVP in Tirol Zustimmung zur österreichischen Staatsbürgerschaft für die Südtiroler kommt, gilt es in Wien mit vereinten Kräften für dieses wichtige Anliegen einzutreten.

Wenn die Politik in Nord-, Ost- und Südtirol jetzt zusammenarbeitet, kann die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für die Südtiroler erreicht werden.

Es wäre dies ein europapolitischer Meilenstein, der die Tiroler Landesteile wieder einander näher brächte und die Rechte der Süd-Tiroler, als österreichische Minderheit im italienischen Staat, stärken würde.

Mit seiner Fürsprache hat Landeshauptmann Platter ein wichtiges Signal gegeben”, so die STF.

Von: apa