Dorner wird am 28. Februar angelobt werden

Dorner folgt Darabos als SPÖ-Landesrat im Burgenland

Montag, 04. Februar 2019 | 14:54 Uhr

Die SPÖ Burgenland hat am Montag weitere Weichen für die Zukunft gestellt und einen neuen Landesrat präsentiert: Der 37-jährige Heinrich Dorner folgt auf Norbert Darabos – beide kommen aus dem Bezirk Oberpullendorf. Anders als Darabos wird Dorner künftig für Bau, Verkehr, Raumplanung und Wohnbauförderung zuständig sein, kündigte er an. Darabos verlässt die Parteigremien auf Raten.

Der künftige Landesrat wurde am Montag nach dem “historischen Landesparteivorstand” – weil der letzte mit Landeshauptmann Hans Niessl in dieser Funktion, so Landesgeschäftsführer Christian Dax – der Öffentlichkeit vorgestellt. “Das große Medieninteresse führe ich wahrscheinlich darauf zurück – das ist mir auch schon im Landesparteivorstand aufgefallen – dass die Damen in der Runde diskutiert haben, ob er nicht wie der George Clooney ausschaut. Also vielleicht ist wirklich das rege Interesse auf dieses Faktum zurückzuführen”, scherzte Dax.

Dorner war 16 Jahre lang in der Privatwirtschaft tätig – ebenso lang wie in der Kommunalpolitik. Diese Kombination sehe er als “gutes Fundament, um in der Landespolitik tätig zu werden”. “Ich denke, Kommunalpolitik ist immer eine gute Basis, weil man eben den direkten Kontakt mit den Menschen hat. Und das ist das, was aus meiner Sicht ganz, ganz wichtig ist für die Politik.”

Ein wichtiges Thema sei Wohnen – Stichwort Leistbares Wohnen. Außerdem solle die Rolle des Landes gestärkt werden. Kompetenzen sollen ausgeweitet werden. Dorner kündigte an, dass man in der Baudirektion, speziell in den Straßenmeistereien vorhandene Infrastrukturen wiederbeleben und ausweiten werde.

“Ich sehe es als große Ehre, für das Land zu arbeiten. Ich bin sehr, sehr stolz, dass mich Hans Peter Doskozil gefragt hat, in seinem Team mitwirken zu dürfen und das war auch der Treiber. Und noch dazu gefällt mir auch die Art und Weise, wie unser designierter Landeshauptmann die Arbeit anpackt”, so Dorner. Er könne sich damit identifizieren.

Die Präsentation Dorners bedeutete am Montag auch mehr oder weniger den Abschied von Gesundheits- und Soziallandesrat Norbert Darabos. Darabos wird nach 32 Jahren in der Politik sein Rückkehrrecht in die Kulturabteilung des Landes wahrnehmen und ein “Haus der Zeitgeschichte” auf der Burg Schlaining als Dependance des Landesmuseums anlässlich “100 Jahre Burgenland” aufbauen. Rückblickend meinte der scheidende Landesrat, er “bereue keinen Tag – ganz im Gegenteil”. Seinem Nachfolger streute er Rosen: “Sie können davon ausgehen, dass er ein sehr guter Politiker sein wird”.

Doskozil bedankte sich bei Darabos und Dorner. “Es ist nicht immer so gewesen, dass wir auch in der Sozialdemokratie Personalrochaden, Veränderungen in Funktionen immer friktionsfrei über die Bühne gebracht haben”, meinte der designierte Landeshauptmann. Beim jetzigen Wechsel sei diese “Diskussion, dieser Wechsel wirklich auch von Offenheit getragen, von Verständnis getragen und was auch wichtig ist, von Fairness getragen” gewesen.

Auf die Frage, ob er ob seines beruflichen Werdegangs – er war 16 Jahre beim US-amerikanischen Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson&Johnson tätig – nicht versucht hätte, die Agenden von Darabos zu übernehmen, antwortete Dorner mit einem kurzen “Nein”. Zur Verweildauer in der Politik sagte er, dass er kein Rückkehrrecht habe, für ihn schließe sich ein Buch und öffne sich ein neues. Die 32 Jahre, die Darabos nun vorgelegt hat, kommentierte er allerdings mit: “Diese Latte ist zu hoch”.

Die Angelobung Dorners erfolgt am 28. Februar. An diesem Tag wird auch Doskozil neuer Landeshauptmann. Eine kleine Personalrochade ist noch offen: Nach den Semesterferien soll dem Vernehmen nach der Wechsel von Landesrätin Verena Dunst und Landtagspräsident Christian Illedits offiziell werden. Die beiden tauschen ihren Posten. Wer die Agenden für Soziales und Gesundheit von Darabos übernimmt ist noch offen.

Dorner ist verheiratet und Vater von viereinhalbjährigen Zwillingsbuben. Nach der HTL-Matura begann er das Studium der Betriebswirtschaftslehre, das er 2006 abschloss. Seit 2003 war er in verschiedenen Positionen beim weltweit tätigen US-amerikanischen Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson&Johnson beschäftigt, zuletzt als Business Unit Director in der Wiener Niederlassung.

Politisch engagierte sich Dorner ab 2001 als SPÖ-Gemeinderat in Lackenbach. Seit 2017 gehört er dort dem Gemeindevorstand an. 2016 wurde er in den Vorstand des BSA Burgenland aufgenommen. Abseits seiner Tätigkeiten in Wirtschaft und Politik zählt Dorner die Musik zu seinen Hobbys. Sportlich aktiv ist er sowohl im Fußball als auch beim Tennisspielen.

Von: apa