Doskozil will Investitions-Weg fortsetzen

Doskozil sieht Nutzen durch Bundesheer bei 19 Mrd. Euro

Dienstag, 19. September 2017 | 12:40 Uhr

Das Bundesheer hat sich seinen Nutzen berechnen lassen: Die Ausgaben des Heeres hätten “durchaus einen gewissen Trampolineffekt” für Wirtschaft und Gesellschaft, meinte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ). Konkret soll der Nutzen bei 19 Mrd. Euro liegen. Wenig überraschende Schlussfolgerung des Ressortchefs: Die Investitionen seien “wichtig”, der eingeschlagene Weg sei fortzusetzen.

Das Beratungsunternehmen “Mainland Economic Consultants” errechnete für das Heer in einer volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse, dass der gesellschaftliche Nutzen des Bundesheers bei einem Budget von 2,3 Milliarden Euro (2017) bei 19 Milliarden Euro liege. Das entspricht laut Studienautor Ronald Scheucher einer sozialen Rendite von rund 800 Prozent. Teilweise würden sich die Wirkungen auf mehrere Jahre beziehen, aber “mehrheitlich” betreffen die 19 Milliarden das Budgetjahr 2017, sagte Scheucher auf Nachfrage.

Im Bereich Assistenz- und Unterstützungsleistungen (z.B. Katastrophenhilfe) weist die Studie einen Gegenwert von 840 Millionen Euro aus. Im Kapitel Investitionen wird etwa ein Beschäftigungseffekt von 37.000 gesicherten bzw. geschaffenen Arbeitsplätzen (Vollzeit-Äquivalente) durch das Ressort-Budget 2017 angegeben. Mit ganzen elf Milliarden Euro wird der gesellschaftliche Nutzen dargestellt, der durch den Einsatz des Bundesheers als “Sicherheits-Dienstleister” in der Krisenfrüherkennung, im Krisenmanagement und in der Schadensminimierung potenziell generiert wird. Basis dieser Analyse seien (Risiko-angepasste) Bedrohungsszenarien wie Terroranschläge gewesen, erklärte Scheucher.

Dass es also im Interesse des Militärs wäre, die Bedrohungsszenarien düster zu halten, damit die theoretische Rendite des Bundesheers hoch bleibe, wies Doskozil zurück: “Das wäre doch ein bisschen verwegen”, sagte er. Es sei ein richtiger Ansatz, sich mit der Frage der Rentabilität auseinanderzusetzen. Auch Autor Scheucher wandte sich gegen Zweifel an der Studie: “Das hat wenig mit Voodoo zu tun, das hat sehr viel mit Versicherungsmathematik zu tun.” Das Heer könne sich sehr wohl auf die Fahnen heften, Schaden durch Bedrohungsszenarien zu verhindern. Solche Kosten-Nutzen-Analysen hätten zwar in Österreich keine große Tradition, in anderen Ländern aber sehr wohl.

Von: apa