Weiterhin Proteste an der Grenze zu Israel

Drei Palästinenser an Grenze zu Israel erschossen

Freitag, 27. April 2018 | 18:16 Uhr

Bei neuen Protesten an der Grenze zu Israel sind am Freitag drei palästinensische Demonstranten getötet worden. Zwei von ihnen seien östlich von Gaza von israelischen Sicherheitskräften erschossen worden, teilte das Gesundheitsministerium im Gazastreifen mit. Ein dritter Mann sei östlich von Chan Junis im südlichen Teil des Küstengebiets getötet worden.

Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer seit Protestbeginn vor vier Wochen auf 44. Im Gazastreifen versammeln sich seit dem 30. März jeden Freitag tausende Demonstranten zu Protesten an der Grenze zu Israel. Dabei kommt es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen mit dem israelischen Militär.

Auch an diesem Freitag zündeten dutzende Palästinenser Reifen an und warfen Steine auf israelische Soldaten, die mit scharfer Munition auf die Demonstranten schossen. Nach palästinensischen Angaben wurden mehr als 150 Demonstranten durch Schüsse oder Tränengas verletzt.

Die Palästinenserproteste sollen noch bis Mitte Mai andauern. Israel feiert am 14. Mai den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung. Am gleichen Tag soll die US-Botschaft auf Beschluss von US-Präsident Donald Trump von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen.

Am 15. Mai jährt sich zum 70. Mal die Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück). An diesem Tag erinnern die Palästinenser an die Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten.

Von: APA/dpa