Wieder schwere Zusammenstöße an der Grenze

Drei Palästinenser bei Konfrontationen an Gazagrenze getötet

Freitag, 05. Oktober 2018 | 23:07 Uhr

Bei neuen Konfrontationen an der Gaza-Grenze sind am Freitag drei Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen worden. Einer der Toten sei ein Zwölfjähriger, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Dutzende weitere Palästinenser seien durch Schüsse verletzt worden.

Die israelische Armee teilte mit, rund 20.000 Palästinenser hätten sich am Freitag an verschiedenen Orten entlang der Grenze versammelt. Teilnehmer der Proteste hätten Sprengsätze und Steine auf Soldaten geworfen sowie brennende Reifen in ihre Richtung gerollt. Die Soldaten hätten auch mit scharfer Munition reagiert.

Als Reaktion auf Angriffe mit Granaten und Sprengsätzen aus dem Gazastreifen habe Israels Luftwaffe zwei Ziele im nördlichen Teil des Palästinensergebiets angegriffen. Zehn Männer seien zeitweilig über die Grenze nach Israel vorgedrungen und hätten Granaten geworfen. Keiner der Soldaten sei verletzt worden.

Angesichts der angespannten Lage im Gazastreifen hatte Israels Militär am Donnerstag die Verlegung weiterer Truppen an den Rand des Palästinensergebiets am Mittelmeer beschlossen.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas hatte seit März andauernde Protestaktionen zuletzt wieder verschärft, nachdem Bemühungen um eine Waffenruhe mit Israel unter ägyptischer Vermittlung gescheitert waren. Binnen eines halben Jahres sind bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Grenze nach Angaben des Gesundheitsministerium in Gaza 198 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden.

Palästinenser fordern eine Aufhebung der Gaza-Blockade sowie eine Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge in Gebiete, die heute zu Israel gehören. Israel lehnt dies ab. Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, diese wird von Ägypten mitgetragen.

Von: APA/dpa