Sicherheitskräfte am Weg zum Angriffsziel in Jalalabad

Drei Tote bei Angriff auf Hebammenschule in Afghanistan

Samstag, 28. Juli 2018 | 18:40 Uhr

Bei einem Angriff mutmaßlicher Extremisten auf eine Hebammenschule in der ostafghanischen Stadt Jalalabad sind nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. Die Getöteten seien Personal der Schule gewesen, zwei Wachleute und ein Fahrer, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Attaullah Khogyani.

Als der Angriff gegen 11.30 Uhr (Ortszeit) startete, befanden sich rund 140 Frauen und zwei Kinder in dem Gebäude. Erst nach gut sechs Stunden endete die Attacke, nachdem einer der Angreifer seine Sprengstoffweste gezündet hatte und ein zweiter von Sicherheitskräften getötet worden war, sagte Khogyani. Die rund 140 Frauen und zwei Kinder konnten gerettet werden, allerdings waren drei von ihnen unter den Verletzten.

In Jalalabad, Hauptstadt der Provinz Nangarhar, gibt es seit Monaten besonders viele Attentate. Erst Mitte Juli wurden bei einem mehrere Stunden dauernden Angriff auf ein Schulamt mindestens elf Menschen getötet. Wenige Tage davor kamen bei einem IS-Attentat in Jalalabad mindestens 19 Menschen um, die meisten Angehörige der kleinen Sikh-Gemeinde im Land.

Wer hinter der Tat steckte, blieb bis zum Abend unklar. Die Taliban wiesen jegliche Verantwortung für den Angriff zurück. In der Provinz Nangarhar an der pakistanisch-afghanischen Grenze sind sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. Amerikanische und afghanische Truppen führen seit Wochen Offensiven in der Provinz gegen die Extremisten.

Von: APA/dpa