Bei der Anschlagsserie wurden vier Menschen getötet

Drei vorläufige Festnahmen nach Anschlagsserie in Thailand

Sonntag, 14. August 2016 | 17:18 Uhr

Nach der Anschlagsserie in Thailand sind mindestens drei Menschen vorläufig festgenommen worden. “Wir wissen, wer dahinter steckt”, teilte die Polizei am Sonntag mit. Demnach wurden zwei Menschen wegen der Anschläge in Hua Hin verhört, ein weiterer wurde in der Provinz Nakhon Si Thammarat festgenommen. Die Militärführung äußerte sich vorsichtiger und erklärte, es würden mehrere Menschen befragt.

“Unsere Ermittlungen machen Fortschritte”, sagte ein Polizeisprecher. Er machte aber keine näheren Angaben zu den Verdächtigen oder zu deren Motiven. Er bekräftigte indes die Darstellung der Militärjunta, dass es sich bei den Anschlägen nicht um das Werk internationaler Terroristen gehandelt habe. “Ich bestätige nochmals, dass es ein Akt lokaler Sabotage war, nicht Terrorismus”, sagte der Polizeisprecher. “Wir haben in Thailand keinen Terrorismus.”

Ein Sprecher der herrschenden Militärjunta sagte, es gehe lediglich um Befragungen der Festgenommenen. “Sie werden nicht als Verdächtige behandelt, solange die Befragung nicht abgeschlossen ist und feststeht, dass einige von ihnen Gesetze gebrochen haben”, sagte Winthai Suvaree.

Am Wochenende hat die Polizei noch eine Reihe nicht explodierter Sprengsätze entdeckt und entschärft. Wie das Innenministerium am Sonntag mitteilte, wurden im Anschlagsort Hua Hin sowie auf der Urlaubsinsel Phuket Bomben gefunden. Es sei “wahrscheinlich”, dass die nicht explodierten Sprengsätze zur gleichen Zeit hochgehen sollten wie alle anderen Bomben bei den Anschlägen, sagte Grisada Boonrach vom Innenministerium. Der Polizei zufolge wurden außerdem bereits am Samstag Sprengsätze in der Provinz Phang Nga entdeckt, die ebenfalls nicht explodierten.

Am Donnerstag und Freitag waren binnen weniger Stunden insgesamt elf Sprengsätze im Badeort Hua Hin, auf der Insel Phuket sowie im äußersten Süden Thailands explodiert, zudem gab es mehrere mutmaßliche Brandanschläge. Vier Thailänder wurden getötet und mehr als 30 weitere Menschen verletzt.

Für Thailands Militärführung ist die Anschlagsserie ein Rückschlag. Nachdem sich die Armee 2014 an die Macht geputscht hatte, stellte sie sich als Garant für Stabilität und Sicherheit dar. Wenige Tage vor den Anschlägen hatte die Militärführung in einer Volksabstimmung eine neue Verfassung absegnen lassen, die Kritiker als Versuch einer Zementierung der Militärherrschaft werten.

Hua Hin liegt rund 200 Kilometer südlich der thailändischen Hauptstadt Bangkok und ist ein beliebtes Reiseziel bei in- und ausländischen Touristen. Der am schwersten von den Anschlägen getroffene Badeort fürchtet nun einen Rückgang des Tourismus. Der Tourismus ist ein wichtiger Faktor im thailändischen Wirtschaftsleben und macht mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Von: APA/ag.

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