Weitere ukrainische Getreideschiffe ausgelaufen

Drei weitere Schiffe mit ukrainischem Getreide ausgelaufen

Freitag, 05. August 2022 | 12:24 Uhr

Drei Getreidefrachter sind am Morgen aus den ukrainischen Schwarzmeerhäfen ausgelaufen. “Aus den Häfen von Groß-Odessa ist die erste Karawane mit ukrainischem Getreide aufgebrochen”, teilte Infrastrukturminister Olexandr Kubrakow am Freitag auf dem Telegram-Kanal der Behörde mit. Insgesamt befinden sich an Bord der drei Schiffe rund 58.000 Tonnen Mais.

Die Frachter sind aus Odessa und dem anliegenden Hafen Tschornomorsk gestartet. Neben dem türkischen Frachter “Polarnet” geht es um die unter der Flagge Panamas fahrende “Navi Star” und die unter maltesischer Flagge fahrende “Rojen”. Die Schiffe sind nach ukrainischen Angaben auf dem Weg in die Türkei sowie nach Großbritannien und Irland. Laut dem türkischen Verteidigungsministerium werden sie in Istanbul inspiziert.

Neben den drei Schiffen, die ukrainische Häfen verlassen haben, soll außerdem ein unbeladenes Schiff nach Tschornomorsk geschickt werden. Die unter der Flagge von Barbados fahrenden “Fulmar S” sei in Istanbul kontrolliert worden und in die Ukraine aufgebrochen, um dort beladen zu werden, teilte das türkische Verteidigungsministerium mit.

Die Ukraine fordert unterdessen eine Ausweitung des Abkommens für Getreide-Exporte über das Schwarze Meer auch auf andere Güter. Bei dem Abkommen gehe es um Logistik, um eine Bewegung von Schiffen im Schwarzen Meer, sagt der stellvertretende Wirtschaftsminister Taras Katschka der “Financial Times”. “Was ist denn (diesbezüglich, Anm.) der Unterschied zwischen Getreide und Eisenerz?”, fragte er.

Unter Vermittlung der Türkei und der Vereinten Nationen (UNO) hatte Russland seine Seeblockade gelockert, um den Export von Getreide aus der Ukraine über das Schwarze Meer zu ermöglichen. Damit soll ein Nahrungsmittelmangel vor allem in ärmeren Ländern verhindert werden.

Anfang der Woche war nach mehrmonatiger russischer Seeblockade der erste Getreidefrachter aus einem ukrainischen Schwarzmeerhafen gestartet. Die “Razoni” ist nach erfolgreicher Fahrt durch den zwischen den Kriegsparteien vereinbarten Korridor im Schwarzen Meer und einer Inspektion am Bosporus inzwischen auf dem Weg nach Libanon. Die Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte gilt als wichtig für die Stabilisierung der Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt. Vorerst will Kiew aus Sicherheitsgründen allerdings täglich nur drei Schiffe entsenden.

Der Abtransport von Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine mit Schiffen ist nach Angaben des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) kaum zu schaffen. Für die eingelagerten 20 Mio. Tonnen müssten rund 570 Schiffsladungen abgefertigt werden. “Gerade weil die Ernte von Getreide jetzt wieder beginnt und die Lager dafür dringend gebraucht werden, müssen auch andere Transportmöglichkeiten wie Züge und Lkw voll ausgeschöpft werden”, teilte Vincent Stamer vom IfW am Freitag mit.

Der globale Handel ging nach IfW-Angaben im Juli preis- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Für Deutschland betrage das Minus bei den Exporten 3,2 Prozent und bei den Importen 1,6 Prozent. In der EU gab es jeweils ein Minus von 2,1 Prozent bei Ex- und Importen, in den USA von 2,2 und 2,1 Prozent, in China von 3,2 und 4,1 Prozent und in Russland von 1,2 und 1,7 Prozent. “Die Werte liegen noch im normalen Schwankungsbereich und können als Gegenbewegung nach unten zu den teils hohen Zuwächsen im Juni interpretiert werden”, bewertete Stamer, Leider des Kiel Trade Indicators des IfW, die Zahlen. “Ein Absturz des Handels droht nicht, allerdings dürfte sich eine Trendwende nach oben und eine Normalisierung der Lieferabläufe auch nicht so bald einstellen.”

Russland scheine Fortschritte im Bemühen zu erreichen, den ausbleibenden Handel mit der EU in Asien zu ersetzen. Die Zahl der Container in den für den Asienhandel wichtigen Häfen steige deutlich.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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12 Kommentare auf "Drei weitere Schiffe mit ukrainischem Getreide ausgelaufen"


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brunner
brunner
Universalgelehrter
4 Tage 15 h

Drei Schiffe….wow…..ja dann ist das Problem mit der weltweiten Getreideversorgung ja gelöst….

Skye
Skye
Grünschnabel
4 Tage 14 h

Zumindest ist es ein Anfang. Hoffen wir, dass die Russen nicht wieder eine Ausrede erfinden um diesen Erfolg für die Menschheit zu stoppen…

TKirk
TKirk
Tratscher
4 Tage 14 h

Na ja, die Ukraine produziert ca, 10% des weltweiten Getreides

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
4 Tage 13 h

glabsch du ernsthoft die ukraine isch dor weltversorger von getreide?mogsch di mol awian informiern gian und net olls nochplappern wos so hersch

TKirk
TKirk
Tratscher
4 Tage 11 h

Sorry, mein Fehler.
Die Ukraine produziert 3,3% der weltweiten Menge.

Frank
Frank
Universalgelehrter
4 Tage 9 h

@Skye Wie wäre es gewesen, wenn die Nr. 2 und 3 bei den Weizenexporteuren (nach der Nr. 1 Russland), USA und Canada, etwas zur Linderung der Hungersnot beigetragen hätten?

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
4 Tage 3 h

@Frank:
Hätten sie deiner Meinung nach ihren Weizen mehr anfeuern sollen, damit er schneller wächst?

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
4 Tage 3 h

3mal soviele wie gestern.

Lex
Lex
Superredner
3 Tage 20 h

@Frank: Wie stellst du dir das vor? Wenn das ukrainische und Teile des russischen Weizens wegfallen, müssten die anderen ja ihre Produktion drastisch erhöhen. Dabei gibt es an vielen Orten sowieso klimabedingt miese Ernten und gar Ausfälle.

TKirk
TKirk
Tratscher
4 Tage 11 h

Hallo brunner,

der Ukrainischem Weizen hatte 2020 einen Anteil von 9,1% der weltweiten Exportmenge.
btw. der Russische Anteil liegt bei 19%

Quelle https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/landwirtschaft-fischerei/Ukraine-Landwirtschaft.html

beim Anteil der weltweit geernteten Menge liegt der Ukrainische Anteil bei 3,3%

die größere Fehlmenge ist doch eindeutig die Russische nicht die ukrainische. 

Uns wird kommuniziert dass es eine Weizenkrise gibt weil der ukrainische Weizen fehlt, in Wahrheit ist wohl so dass hauptsächlich der Russische Weizen fehlt, aber das passt natürlich ins politische Bild 

inni
inni
Universalgelehrter
4 Tage 13 h

„Drei weitere Schiffe mit ukrainischem Getreide ausgelaufen“

De sollet man decht ordentlich obdichtn vor dem Starten!

                                                 😜

Frank
Frank
Universalgelehrter
4 Tage 9 h
Auch wenn es aktuell gern so kolportiert wird, es hilft aber in der aktuellen Propagandaschlacht beider Seiten, die Hungersnot hat nicht im Februar 2022 begonnen, sondern nach Jahren der Dürre z.B. in Afrika, schon vor vielen Jahren. Was gerade auch in der Migrationswelle über das Mittelmeer zu spüren ist. Und Gestern kam im ZDF ein interessanter Report aus dem Libanon, dem Ziel des ersten Schiffes. Die nach der Explosionskatastrophe in Beirut Hungernden haben offen gefragt, was sie mit Mais sollen, sie brauchen Weizen. Denn wie bekannt wurde, hatte das erste Schiff eben Mais und keinen Weizen geladen. Dazu passen die… Weiterlesen »
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