Die "Razoni" ist auf dem Weg in den Libanon

Drei weitere ukrainische Getreideschiffe am Freitag geplant

Freitag, 05. August 2022 | 01:46 Uhr

Drei weitere Schiffe mit Getreidelieferungen werden nach türkischen Angaben am Freitag von der Ukraine auslaufen. Dank der “intensiven Arbeit” des unlängst in Istanbul eingerichteten Koordinationszentrums für die Getreideexporte sei für Freitag die Abfahrt von drei Schiffen geplant, teilte am Donnerstagabend der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar laut Nachrichtenagentur Anadolu mit. In ukrainischen Häfen sind infolge des Kriegs Millionen Tonnen Getreide blockiert.

Die “Navi Star”, “Rojen” und “Polarnet” hätten zusammen rund 50.000 Tonnen Mais an Bord, bestätigte der ukrainische Infrastrukturminister Olexander Kubrakow die Angaben aus der Türkei. Die drei Frachter sollten aus den beiden Häfen Tschornomorsk und Odessa zwischen 4.00 und 7.00 Uhr MESZ auslaufen. Auf Grundlage eines von der Türkei sowie der UNO vermittelten Abkommens über die Getreideexporte auf dem Seeweg war am Montag erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs ein Frachtschiff mit Getreide – die “Razoni” – aus ukrainisch kontrolliertem Gebiet ausgelaufen. Seither stach noch kein weiteres Schiff mit Getreide von dort in See.

Die “Razoni” hat 26.000 Tonnen Mais an Bord und legte auf dem Weg in den Libanon in Istanbul an. Dort wurde die Ladung – wie in dem Abkommen vorgesehen – am Mittwoch gemeinsam von Inspektoren der Türkei, der UNO, der Ukraine und Russlands untersucht, bevor das Schiff seine Reise fortsetzte.

Die Vereinbarungen zur Wiederaufnahme ukrainischer Getreidelieferungen auf dem Seeweg waren vor zwei Wochen in Istanbul unterzeichnet worden. Vorgesehen sind sichere Routen im Schwarzen Meer für diese Lieferungen. Außerdem wurde auf Basis des Abkommens in Istanbul das Koordinationszentrum eingerichtet, in dem Vertreter der Ukraine und Russlands sowie der Türkei und der UNO gemeinsam die sichere Durchfahrt der ukrainischen Frachtschiffe auf den festgelegten Routen überwachen sollen.

In den ukrainischen Häfen sind infolge des Kriegs bis zu 25 Millionen Tonnen Getreide blockiert, was zu einer weltweiten Lebensmittelkrise beigetragen hat. Die Ukraine und Russland gehören zu den weltweit größten Getreideproduzenten. Vor Beginn des Krieges lieferten beide Länder zusammen etwa 30 Prozent des weltweit gehandelten Weizens. Die monatelange Exportblockade traf insbesondere arme Länder, die stark von Importen aus Russland und der Ukraine abhängig sind.

Von: APA/AFP/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Drei weitere ukrainische Getreideschiffe am Freitag geplant"


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berthu
berthu
Universalgelehrter
2 Tage 16 h

Was nützt der “Mais” im Libanon den hungernden Afrikanern?
Ist wohl eher Tierfutter auf Umweg nach Europa? Zuerst schrieb man immer von Weizen für die Hungernden?

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