Zerstörung und Verwüstung - Hamburg am Tag danach

Dritte Gewaltnacht in Hamburg

Sonntag, 09. Juli 2017 | 14:21 Uhr

Nach dem Ende des G-20-Gipfels ist es in Hamburg erneut zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. In der Nacht auf Sonntag setzte die Polizei Wasserwerfer, Pfefferspray und Tränengas ein, um Sitzblockaden im Schanzenviertel aufzulösen. Randalierer warfen Flaschen, Steine oder Böller und rannten vor den Einsatzkräften weg. Die Polizei meldete mehrere Festnahmen.

Auf der Straße wurde wieder Müll zusammengetragen und angezündet. Mehrere Vermummte warfen Flaschen auf Häuser, aus denen ihnen “Haut ab” entgegengerufen wurde. Schwer bewaffnete Spezialeinsatzkräfte der Polizei zogen zeitweise am Rande des Schanzenviertels auf, griffen aber nicht ins Geschehen ein. Am Sonntag in der Früh hat sich die Lage nach Angaben der Polizei insgesamt leicht beruhigt. Im Schanzenviertel mussten Einsatzkräfte in den frühen Morgenstunden allerdings weiter gegen einige Randalierer vorgehen.

Nach den schweren Krawallen fordern deutsche Politiker nun parteiübergreifend harte Strafen für Randalierer und eine Ausweitung der Ermittlungsmöglichkeiten. “Ich setze hier auf schnelle Ermittlungserfolge der Polizei und auf harte Strafen der Justiz”, sagte Innenminister Thomas de Maiziere der “Bild am Sonntag”. Außenminister Sigmar Gabriel forderte rasche Ermittlungen in ganz Europa durch ein Spezialistenteam.

In Hamburg kam der Erste Bürgermeister Olaf Scholz durch Vorwürfe unter Druck, die von militanten G-20-Gegnern ausgehende Gefahr verharmlost zu haben. Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer zog indessen eine gemischte Bilanz des Polizei-Einsatzes zum G-20-Gipfel. Er sei stolz, dass es bei dem bisher größten Einsatz der Hamburger Polizei gelungen sei, die Sicherheit des Treffens “mit den zahlreichen Störversuchen” bis zum Schluss zu gewährleisten, sagte er am Sonntag. Ihn bedrücke aber, dass es nicht gelungen sei, Verletzungen der Einsatzkräfte zu vermeiden und den Schutz des Eigentums der Hamburger Bürger umfassend zu gewährleisten.

Zu den ersten schweren Krawallen und Plünderungen von Geschäften im Schanzenviertel war es bereits in der Nacht auf Samstag gekommen. Die Randalierer hatten zunächst mehrere Stunden lang freie Hand, bis die Polizei mit einem massiven Aufgebot samt Spezialeinsatzkräften einrückte.

In der dritten Nacht der gewalttätigen Proteste griff die Polizei frühzeitig durch. “Unbeteiligte sollten sich unbedingt aus dem Bereich entfernen”, warnte sie. Die Räumung der Straßen im Schanzenviertel wurde mit Angriffen auf Einsatzkräfte begründet. Zudem seien bei einer Sparkassen-Filiale Fenster zu Bruch gegangen. Der S-Bahn-Verkehr in der Innenstadt war erneut zeitweilig gestört, dann wurden alle Sperrungen aufgehoben.

Im Schanzenviertel hatten sich am Samstagabend wieder mehrere hundert Menschen versammelt. Die Polizei sprach von etwa 600 Personen, die sich auf dem Neuen Pferdemarkt und in der Straße Schulterblatt aufhielten, wo es am Vorabend zu den Krawallen gekommen war.

Die Polizei erklärte in der Nacht auf Sonntag, seit Beginn der Proteste gegen den G-20-Gipfel in Hamburg seien 144 Personen festgenommen und 144 weitere in Gewahrsam genommen worden. In der Gefangensammelstelle in Hamburg-Harburg befanden sich nach Angaben der Rechtsanwältin Gabriele Heinecke am Samstagabend 290 Personen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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35 Kommentare auf "Dritte Gewaltnacht in Hamburg"


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Kurt
Kurt
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Für mich unverständlich:
20000 Polizisten und wochenlange Vorbereitung konnten Plündern und Brandschatzen nicht verhindern. Die Einsatzplannung hat versagt – nicht der einzelne Polizist.😵

Mistermah
Mistermah
Superredner
1 Monat 11 Tage

Ihre Aufgabe ist nicht Geschäfte und Autos zu schützen, sondern Demos zu blockieren und Demonstranten zu prügeln. Schützen müssen sie nur die Politiker, sonst würden sie gelüncht …

Antivirus
Antivirus
Tratscher
1 Monat 11 Tage

@Mistermah Für die Katz also😄😃😂👎👎👎

GTH
GTH
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@Mistermah demonstranten zu prügeln… konsch des erklären

Mistermah
Mistermah
Superredner
1 Monat 11 Tage

Ja, genau für die Katz. Ohne Polizei wären die gleichen Schäden entstanden. Die Frage ist doch die? Woher kommen diese extrem gewaltbereiten horden? 1200 vermummte im black block! Wer und wie organisieren sie sich? Es gab sogar ein organisierten bewaffneten Hinterhalt für die Polizei (aussage vom Polizeisprecher heute auf ntv). Wie kommen solche Elemente bewaffnet zu Demos bzw in die Stadt? Werden solche gefährder nicht überwacht, is Sympathisanten oder jene der rechten Szene? Aber wir haben ja ein Herz für Tiere.

Staenkerer
1 Monat 11 Tage
@Mistermah 20.000 polizisten um 20 der weltgrößten unruhestifter zu schützn u. 20.000 unterwürfig zuaschaugn wie der dompfkessl den de 20 übergstellt u. zum kochn gebrocht hobn, zu explodiern droht? auf welchen schutz solln sich nor de millionen von menschn verlossn de schlicht u. ergreifent lei in der kloanen friedlichen welt de sie sich mit viel mühe u. schweiß aus de kriegstrümmer zrugherobert u. aufgebaut hobn so beholtn welln wie se bis vor kurzem, vor der dompfkessl gfüllt wurde der jetz prodelt, wor? … mit selbstschutz? selbstschutz der irgendwann den eisernen besn in de hond nimmt u. importierte u. aus dessen… Weiterlesen »
Lingustar
Lingustar
Tratscher
1 Monat 11 Tage

@Antivirus Stimmt genau !!

Mistermah
Mistermah
Superredner
1 Monat 11 Tage

@GTH
Ja kann ich. Schaue dir die Videos in den Medien an. Geprügelt wird auf alles was im Wege ist. Die meisten sind unvermummt. Diese black Blocks sind bestens organisiert und seit Jahrzehnten aktiv. Sieh chaostage, G20 Genua, Brenner usw. Trotzdem schaffen sie es immer wieder unbehelligt zu kommen und zu verschwinden.

Staenkerer
1 Monat 11 Tage
@Mistermah do gib i dir recht! es isch zum kopfschütteln das de gewolltbereitn hansl, (de wirklich lei auf sinnloßn kravall aus worn), … u. a wenn wirklich olle 1500 auf oan haufn worn von de gonzn polizistn de schwar gerüstet ungeruckt sein nit erwischt wern? i honn ba de bilder in eindruck gewonnen das 9 polizistn aufn 10. aufgepasst hobn das dem nix passiert, der ollm no ghofft hot das de vermummte kravallmocher obhaun bevor er zuagreifn konn! das polizisten eigenschutz wolltn lossn solln in ihrem beruf isch ok, ob. das der so groß sein muaß das se sich gegenseitig… Weiterlesen »
Lingustar
Lingustar
Tratscher
1 Monat 10 Tage
Das ist ja ne ziemliche Unverfrorenheit einem Deutschen Einsatzplaner Versagen zu unterstellen. Die machen doch keine Fehler, denn erstens werden die ja schon alle mit einem Heiligenschein geboren und zweitens… wie kann man versagen, wenn man erst gar nicht darüber informiert wird, dass überhaupt so ein G20 Gipfel dort stattfindet und es Demos geben könnte. Diese Polit- und Sicherheits Spastiker haben bestimmt geglaubt, dass dieses Treffen in Hamburg/Oklahoma stattfinden sollte…. PS: Jetzt werden aber mit Sicherheit wieder etliche entweder nach Brüssel weggelobt, und die anderen, mit denen man nun aber gar nix mehr anfangen kann, mit einer dicken Pension nach… Weiterlesen »
oli.
oli.
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Polizisten können nix dafür die handeln im Auftrag , aber wie soll man ein Feind bekämpfen wenn er vom Senat in Hamburg finanzielle Unterstützung bekommt und von der Partei der Linke Rückendeckung.

Mistermah
Mistermah
Superredner
1 Monat 11 Tage

Ja, die Polizei ist hier arm dran. Wundert mich eh dass es in diesem Chaos keine Toten gab.
Versagt (absichtlich?) haben hier die Geheimdienste. Diese hirnaputierten idioten machen seit Jahren was sie wollen. Die antifa schimpft bei jeder rechten Aktion, während ihre Anhänger ganze Städte verwüsten! Irgendwo ein Kommentar zu den Ausschreitungen?

Marta
Marta
Superredner
1 Monat 11 Tage

wo ist die Ursache zu finden-das ist hir die Frage??!!!

Mistermah
Mistermah
Superredner
1 Monat 11 Tage

Unfähigkeit unserer führer …

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

@Mistermah Führer? Aus welcher Epoche kommen Sie den her??

iglabnix
iglabnix
Tratscher
1 Monat 11 Tage

In der politik liegt die ursache

witschi
witschi
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

nur schwerste strafen können diese asozialen neider aufhalten

Sag mal
Sag mal
Superredner
1 Monat 10 Tage

die Polizei darf nicht mal schiessen?!

Natuerlich
Natuerlich
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Der schwarze Block ist ein Haufen von linken Straftätern und gehört verboten!!!

zombie1969
zombie1969
Superredner
1 Monat 11 Tage

Aufruf:
Keine Gewalt…
– in Syrien und im Irak …und in keinen anderen Staaten.
– gegen Ausländer/Fremde …und Inländer/Bekannte.
– gegen Andersgläubige …und Gleich- und Ungläubige.
– gegen Frauen …und Männer.
– gegen Kinder/Jugendliche ….und Erwachsene.
– in Ehe/Lebensgemeinschaften …und bei Singles/Alleinstehenden.
– in den Fussballstadien …und ausserhalb davon.
– von links und rechts …und auch nicht aus der Mitte.
– durch Polizei/Staatsgewalt …und gegen Polizei/Staatsgewalt.
– in Hamburg …und nirgendwo sonst.

Lingustar
Lingustar
Tratscher
1 Monat 11 Tage

ziemlich naiv ihre Vorstellung…

Staenkerer
1 Monat 11 Tage
schien wars, den wunschtraum gibs seit beginn der menschheit u. seit sem werd zommgschlogn! auf der welt hattn olle plotz, bleib lei de froge warum nor irgendwer ollm wieder des hobn welln wos in ondre schun gheart u. um sell zu kriegn des aufgebn wos se selber hobn … u. schlußentlich verwundert feststelln das de oan ihrn besitz u. ihre errungenschaftn nit kompflos hergebn … um deine wunschliste also zu erfüllen müßten als erstens niemand neitvoll aufn reichn nochbor schaugn u. de weder bedrängen od. gor beklauen um des wos er hot zu kriegn, sondern nochdenkn wie der dazua kemmen… Weiterlesen »
Lingustar
Lingustar
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Ist doch alles gar nicht so schlimm… Murksel hat doch schon orakelt, dass sie das wieder schafft. Die Geschädigten sollen doch unbürokratisch entschädigt werden, wobei sich die Frage stellt (wie immer) Wann und WIE!  Vielleicht bekommt ja jeder ne Zehnerkarte fürs Hallenbad. Obwohl es wahrscheinlicher ist, dass ja aber auch alle Anträge in irgendeine Mülltonne geraten.

Lingustar
Lingustar
Tratscher
1 Monat 10 Tage

HaHa  seht ihr..??  Heute ist es schon soweit !! Das CDU-Parteiblättchen “Bild” teilt seinen ihm noch verbliebenen Lesern mit, dass man sich bereits jetzt in die Haare hat, wie denn die Geschädigten die angerichteten Schäden ersetzt bekommen sollen, und überhaupt “ob”
“Bei ihrer Abschlusskonferenz zum G20-Gipfel hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Opfern der Krawalle in Hamburg Entschädigung versprochen. Noch lässt die Sofort-Hilfe aber auf sich warten. Lesen Sie mit BILDplus, warum die Behörden mit den Zahlungen zögern.”

der Rote Wichtel
der Rote Wichtel
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Der größte Wahnsinn war es doch, dieses nutzlose Treffen in einer Großstadt abzuhalten. Wenn sich diese Marionetten schon für eine Show zusammenfinden müssen, dann doch irgendwo in der Pampa, wo der Mob keinen Schaden anrichten kann.
Außerdem: was hatten die 20 denn noch groß zu besprechen, was die Unterhändler nicht vorher schon ausgehandelt haben. Eine 400 Mio. € Show fürs dumme Volk, mehr nicht.

Staenkerer
1 Monat 11 Tage

du bisch lustig der pampa 😆 glabsch wirklich in ihar derm pampam kriegn de hedrrschoft den komfort, dem pommp . de aufmerksamkeit de se gewohnt sein?
in de isch jo wurst wie hamburg danoch ausschaug, anzi ….je mehr schlogzeil de um de welt gien desto besser … für ihr image

Staenkerer
1 Monat 11 Tage

jo du bisch lusti

Staenkerer
1 Monat 10 Tage

sorry, neubeginn:
du bisch lustig! glabsch wirklich in der pampa finden de herrschaftn de comfort, den pommt u. de aufmerksamkeit den se welln?
in de isch wurscht wie hamburg danoch ausschaug … anzi, je mehr schlogzeiln, je länger fülln se de medien weltweit, in de kemmen de kravalle jo zu recht ..

sarnarle
sarnarle
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Linkradikale genießen Narrenfreiheit in Europa und werden noch durch die Medien unterstützt.

Savonarola
Savonarola
Superredner
1 Monat 11 Tage

Antifa- und Anarchistentum ist Verbrechertum!

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Welt N24: Politische Nachricht null, Zerstörung maximal

hoffnung
hoffnung
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Schuld an den Krawallen hat die Politik. Bei solchen Gipfeltreffen sollte Demonstartionsverbot herrschen. Demonstrieren tun hier eh nur Kriminelle. Und den G20 Politikern ist es vollkommen wurscht ob vor der Tür jemand durchdreht, solange sie geschützt und abgeschirmt logieren können. Also alles ein Zirkus, der nur mal wieder auf Kosten derjenigen geht, die durch die Demonstranten Sachschaden erleiden.

guenne
guenne
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Solche Gipfeltreffen sollten verboten werden, weil sie bringen gar nix außer Spesen.

Pork
Pork
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Auch wenn die Polizei mittlerweile via Twitter mitgeteilt hat, daß ihr Kollege nicht sein Augenlicht verloren hat:

knoflheiner
knoflheiner
Superredner
1 Monat 10 Tage

bei den schienen wetter, geh i lieber bodn oder aufn berg aui und mi entsponnen und nitt in a stodt inni umerblerrn….
politiker tin trotzdem deis, wos dia muonen ob richtig oder folsch.

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