Auch der Jus-Student Jan-Philipp Knoop will Merkel herausfordern

Dritter Bewerber kündigt Kandidatur um CDU-Vorsitz an

Samstag, 06. Oktober 2018 | 11:03 Uhr

Vor dem CDU-Parteitag im Dezember hat ein dritter Bewerber eine Gegenkandidatur zu Parteichefin Angela Merkel angekündigt. Der Bonner Völkerrechtsprofessor Matthias Herdegen sagte der “Welt” (Samstagsausgabe), er wolle ein Zeichen setzen dafür, “dass die Grundwerte der CDU nach wie vor lebendig sind und wir nicht zufrieden sind mit dem lediglich situativen Moderieren der schwierigen Situation”.

Der 61-Jährige kritisierte den “lediglich moderierenden Stil der Kanzlerin, die Dinge eher verwaltet, anstatt Missstände zu korrigieren”. Auf dem Parteitag der CDU Anfang Dezember in Hamburg steht die Wahl der Parteispitze auf der Tagesordnung. Merkel kündigte kürzlich an, sich als Vorsitzende erneut zur Wahl stellen zu wollen.

Einen prominenten Gegenkandidaten gibt es bisher nicht. Bisher erklärten der 61-jährige hessische Unternehmer Andreas Ritzenhoff sowie der 26-jährige Jus-Student Jan-Philipp Knoop aus Berlin, Merkel herausfordern zu wollen.

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) forderte indes ein Ende der Diskussion um die Nachfolge von Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Merkel gefordert. Jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt, mitten in der Legislaturperiode diese Debatte zu führen, sagte Günther am Samstag im Deutschlandfunk. Günther sprach sich auch für eine Wiederwahl Merkels als CDU-Vorsitzende auf dem Parteitag im Dezember aus.

Die Union habe sich hinsichtlich einer personellen Erneuerung schon “ganz gut aufgestellt”, sagte Günther und verwies auf neue Ministerpräsidenten in den Ländern, die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie den neuen Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU). “Ich glaube, dass die Union da keinen Nachholbedarf hat”, fügte Günther hinzu. Mit Unterstützung Merkels seien “viele Weichen in die richtige Richtung gestellt” worden.

Was die Zukunft von Merkel als Parteichefin angeht, so rechnet der brandenburgische Junge-Union-Chef Julian Brüning damit, “dass Angela Merkel auch nach dem Parteitag Parteivorsitzende bleiben wird”. Es habe sich bewährt, dass der Parteivorsitz der CDU und das Amt der Bundeskanzlerin in einer Hand bleibe. Allerdings müsse Merkel “jetzt liefern”.

Brüning schließt unterdessen im Gegensatz zur Spitze seiner Partei eine künftige Zusammenarbeit mit der rechten AfD (Alternative für Deutschland) nicht aus. Mit Blick auf die brandenburgischen Landtagswahlen in einem Jahr sagte Brüning am Samstag im rbb-Inforadio: “Wir wollen ein klares Ergebnis erzielen.”. Er ergänzte: “Der Respekt vor dem Wähler gebietet es aber, dass wir nach der Landtagswahl mit allen Parteien Gespräche führen, (…) dass wir uns Gespräche offen halten mit Parteien.” Ein klares Nein zu einer Zusammenarbeit mit der AfD vermied er: “Eine konkrete Zusammenarbeit sehe ich aber derzeit noch nicht.” Man wolle zunächst die Landtagswahlen abwarten. Die Junge Union bemühe sich, AfD-Wähler für die CDU zurückzugewinnen.

Zuvor hatte bereits der neue Fraktionschef der CDU in Sachsen, Christian Hartmann, kürzlich für sein Bundesland, und zwar mit ähnlichen Formulierungen wie nun Brüning, eine Kooperation mit der AfD für die Zukunft nicht ausgeschlossen.

Von: APA/ag.

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